Unterwegs mit Metalldetektor und Spaten: Vito mit seinen Schätzen. | Foto: Daniela von Treuenfels

 

Ein Metallteil, eine Polizeiabsperrung, und am Ende Entwarnung durch den Sprengstoffexperten: Was wie eine Handgranate aussah, entpuppte sich als Teil eines Elektromotors.

Vito ist ein aufgeweckter Junge, und er ist nicht sieben Jahre alt, sondern „fast acht“. Heute, am letzten Feriensamstag, macht der Fast-Drittklässler nicht den Eindruck, als hätte er Mühe, zum Schuljahresbeginn in der nächsten Woche die grauen Zellen wieder in Schwung bringen. Sein Plan für den Tag: Papa, lass uns doch mal wieder mit dem Metalldetektor losziehen.

Gesagt, getan. Das Ding sieht aus wie eine Mischung aus Gehstock und Staubsauger, statt einer Bürste ist unten eine kreisförmige Suchspule. Diese erzeugt ein Magnetfeld und nimmt Metallgegenstände in der Umgebung wahr. Vater und Sohn machen sich mit dem Gerät von ihrer Wohnung in der Undinestraße auf den Weg Richtung Bäkepark.

 

Der Schatz vom Bäkepark. | Foto: Daniela von Treuenfels

 

Vito ist an diesem Vormittag fündig geworden. Stolz präsentiert er einen Metallstern, eine Türzarge, zwei kleine Spielzeugautos und eine Centmünze. Er hat auch noch etwas anderes gefunden, weshalb in diesem Moment Polizeibeamte den mittlerweile abgesperrten kleinen Weg zwischen Bäke und Spielplatz absichern. Gemeinsam wartet das kleine Grüppchen auf den angeforderten Sprengstoffexperten. Er soll beurteilen, ob es sich bei dem seltsamen Metallteil um eine alte Handgranate handelt.

Das rostige rundliche Teil mit einer Spitze an der einen und einer Art Aufsatz auf der anderen Seite liegt noch im Gebüsch. „Vito hat es aufgehoben und mir gegeben“, erzählt Vater Francesco, dem immer noch etwas mulmig ist. Unsicher, was dieses rostige Etwas sein könnte, macht er ein Foto und startet die Google Bildersuche. Die Suchmaschine befindet: der Gegenstand könnte eine alte Handgranate sein.

 

Granatenmäßig verrosteter Eltektromotor. | Foto: privat

 

Nach einigem Zögern – wer will schon wegen einem bisschen Metallschrott eine Welle machen – ruft Francesco beim zuständigen Polizeiabschnitt an. Die Beamten aus dem Abschnitt 45 am Augustaplatz sperren Weg und Spielplatz und fordern einen Sprengstoffexperten an. Der gibt Entwarnung: was fast wie eine Handgranate aussah, war wohl die Spule eines Elektromotors.

Dass in Parks, Gärten, Wäldern oder bei Bauarbeiten Munition gefunden wird, ist nicht selten. Über 70 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg finden sich noch überall im Boden Bomben, Granaten oder Panzerfäuste. Seit 1947 wurden über 1,8 Millionen Sprengkörper in Berlin aufgefunden und hier vernichtet. Tausende befinden sich noch im Erdreich.

Wer alte Munition findet, sollte sie möglichst nicht berühren und liegenlassen, keinesfalls transportieren. In jedem Fall muss die nächste Polizeidienststelle benachrichtigt werden.

Daniela von Treuenfels

 

Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser.

Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen.

Herzlichen Dank!

Hier geht es zu unserem Paypal-Konto