
Foto: Inka Thaysen/RAZ Verlag
Helfende Hände gesucht: der Suppenbus braucht Menschen, die einmal in der Woche in der Schloßstraße eine Kelle Wärme ausgeben.
Der Suppenbus in Steglitz zeigt, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam handeln. Seit seinem Start im Frühjahr 2023 ist der Bus des Stadtteilzentrum Steglitz e. V. jeden Dienstag in der Schloßstraße unterwegs. Er bringt nicht nur eine warme Mahlzeit zu Menschen, die Unterstützung benötigen, sondern schafft auch Raum für Begegnung, Austausch und ein offenes Ohr.
Damit dieses wichtige Angebot langfristig fortgeführt werden kann, freut sich der Suppenbus über weitere engagierte Menschen. Gesucht werden sowohl ehrenamtliche Fahrer als auch Helfer für die Ausgabe vor Ort.
Für den Fahrdienst werden Menschen gesucht, die sich vorstellen können, den Suppenbus regelmäßig zu unterstützen. Zu den Aufgaben gehören das Einsammeln von Lebensmitteln, der Transport der Suppe und weiterer Materialien sowie die Fahrt zum Ausgabeort. Der Einsatz ist mit einem höheren Zeitaufwand verbunden und umfasst insgesamt etwa fünf Stunden pro Woche. Ein normaler Pkw-Führerschein reicht aus, jedoch sollte man sich sicher dabei fühlen ein größeres Auto Typ Vw-Bus zu fahren.
Auch wer nicht fahren möchte oder kann, ist herzlich willkommen. Bei der Ausgabe der Suppe vor Ort werden helfende Hände gebraucht. Die ehrenamtliche Unterstützung umfasst beispielsweise die Vorbereitung und Ausgabe der Mahlzeiten, das Ansprechen und Begrüßen der Besucher*innen sowie das anschließende Aufräumen.
Für beide Tätigkeiten sind keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich. Entscheidend sind Zuverlässigkeit, Freude am Kontakt mit Menschen und die Bereitschaft, sich für ein soziales Angebot im Stadtteil einzusetzen.
Ein Angebot, das vom Miteinander lebt
Der Suppenbus wird durch freiwilliges Engagement getragen. In den vergangenen Monaten haben sich bereits viele Menschen eingebracht und dazu beigetragen, dass der Betrieb fortgeführt werden konnte. Nun soll das Team weiter wachsen, damit die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden und das Angebot verlässlich bestehen bleiben kann.
Kontakt und weitere Informationen
Interessierte erhalten weitere Informationen bei Maike Loerzer, Ansprechpartnerin im Gutshaus Lichterfelde, unter der Telefonnummer 0172 5 34 38 75 oder
per E-Mail an loerzer@stadtteilzentrum-steglitz.org.
Junia Greb-Georges
Die Autorin ist Mitarbeiterin des Stadtteilzentrums Steglitz und Teil der Redaktion der Stadtrand-Nachrichten.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (