Erinnern an Deportationen: „Sie wollten leben!“

  Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre...

Quo vadis Kranoldmarkt?

  Daten und Fakten – auf dem Weg zum neuen Kranoldplatz wären belastbare Informationen...

Was, wenn die Zukunft gut wird? Die Schüler:innenUni wird 20

  Ein mehrfach ausgezeichnetes Bildungsprojekt aus Steglitz-Zehlendorf feiert sein...

Unter den Eichen: Radweg-Rückbau erfolgt nicht sofort

  Die umkämpfte rund 600 Meter lange Radspur auf der B1 entlang des Botanischen Gartens...

Kleiner Singvogel verzögert Schulbau

  Platzmangel, Sparmaßnahmen, Bauverzögerung: Der Schulausschuss besprach Themen der nächsten...

Aktuelles (Auswahl)

Quo vadis Kranoldmarkt?

Quo vadis Kranoldmarkt?

  Daten und Fakten – auf dem Weg zum neuen Kranoldplatz wären belastbare Informationen hilfreich. Doch das Bezirksamt zeigt sich in der Beantwortung von BVV-Anfragen erstaunlich unwissend. Viele lieben ihn, mache meiden ihn, aber alle sind sich einig: Der...

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Kleiner Singvogel verzögert Schulbau

Kleiner Singvogel verzögert Schulbau

  Platzmangel, Sparmaßnahmen, Bauverzögerung: Der Schulausschuss besprach Themen der nächsten Legislatur. Kritik an der von den Grünen so kurz vor den Wahlen beantragten Sondersitzung kommt von der CDU – eine Retourkutsche ist am Montagnachmittag angesetzt: Im...

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Tietzenweg wird fahrradfreundliche Strecke

Tietzenweg wird fahrradfreundliche Strecke

  Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst. Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang,...

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Demo für Vielfalt in Bibliotheken

Demo für Vielfalt in Bibliotheken

  Die Stadträtin stoppte eine Kinderbuch-Lesung, es folgte der Vorwurf der Zensur. Junge Leute trafen sich zum Protest, der mit einem Eklat endete. Daniel Eliasson ist ein bisschen stolz – er hat den Anlass dafür geschaffen, dass sich an einem warmen...

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„Die Bibliothek ist ein wichtiger dritter Ort“

„Die Bibliothek ist ein wichtiger dritter Ort“

  Für Franzi Groß sollen Bibliotheken demokratische Institutionen sein, die Vielfalt fördern. Ihre Rede anlässlich einer Protestaktion junger Menschen am 31. August auf dem Hermann-Ehlers-Platz gegen „Zensur“ der zuständigen Stadträtin veröffentlichen wir hier im...

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Villa Kult steht zum Verkauf

Villa Kult steht zum Verkauf

  Die Eigentümer verabschieden sich in den Ruhestand – und Lichterfelde verliert möglicherweise einen Ort der Kunst und Gastlichkeit. Die ehemalige Offiziersvilla am Hindenburgdamm 12 wird derzeit auf der Plattform Immoscout für 2,5 Millionen Euro zum Verkauf...

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„Meine Berliner Mauer“ in Wannsee

„Meine Berliner Mauer“ in Wannsee

  65 Jahre Berliner Mauer – zum Jubiläum hat eine Künstlerin eine 30 Meter lange Wand errichtet. Das Kunstobjekt wird kontinuierlich weiterentwickelt. von Anja Beecken Zum 65.Mal jährte sich in diesem Jahr das Ereignis des Baus der Mauer. Das Bauwerk...

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Neubau der Bäkebrücke ab Frühjahr

Neubau der Bäkebrücke ab Frühjahr

  Die seit Jahren immer wieder verschobene Neuerrichtung der Bäkebrücke über den Teltowkanal kann beginnen. Bis Frühjahr 2029 soll das neue Bauwerk stehen. Dass es jetzt tatsächlich endlich losgehen kann, ist dem Sondervermögen des Bundes zu verdanken. „Nachdem...

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Tempo 30? Nein! Doch! Ohh!

Tempo 30? Nein! Doch! Ohh!

  Erfolgreiche Klage gegen Berliner Senat: Das Verwaltungsgericht Berlin gibt einem Eilantrag der Deutschen Umwelthilfe für Tempo 30 in der Albrechtstraße statt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) habe „mit ihrem Eilantrag den Erhalt von Tempo 30 in der...

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Der Bierpinsel

Schloßstraße, Steglitz

Die Petruskirche

Oberhofer Platz, Lichterfelde

Gemeindepark Lankwitz

Schwartzsche Villa

Grunewaldstraße, Steglitz

Der Fliegeberg

auch der Lilienthalberg genannt, Lichterfelde

Karlsplatz

Ringstraße, Lichterfelde

Das Rathaus Steglitz

Ecke Schloßstraße/Grunewaldstraße

Kaiser-Wilhelm-Straße

Lankwitz

U-Bahnhof Dahlem-Dorf

Stadtpark Steglitz

Blick vom Lilienthalberg

Lichterfelde

Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin

Dahlem bzw. Lichterfelde

Hermann-Ehlers-Platz

Rathaus Steglitz

Otto-Lilienthal-Denkmal

Bäkepark, Lichterfelde

Bahnhof Berlin-Lichterfelde West

Dreifaltigkeitskirche

Lankwitz

Schloßstraße

Steglitz
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Erinnern an Deportationen: „Sie wollten leben!“

[caption id="attachment_104575" align="aligncenter" width="622"] Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße. Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.   [caption id="attachment_104578" align="aligncenter" width="300"] Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht. Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.   [caption id="attachment_104576" align="aligncenter" width="300"] Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert. Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.   [caption id="attachment_104573" align="aligncenter" width="300"] Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.   [caption id="attachment_104574" align="aligncenter" width="300"] Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein Stolperstein vor dem Haus Hindenburgdamm 11 in Lichterfelde.   [caption id="attachment_104577" align="aligncenter" width="300"] Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Lucie Charlotte Hulda Gerson (Stolperstein Im Dol 23 in Dahlem) wurde nach Piaski deportiert und starb dort. Weitere Familienangehörige wurden in Haft und im KZ umgebracht.   [caption id="attachment_104572" align="aligncenter" width="300"] Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Bianka Löwenherz (Stolperstein Englerallee 6 in Dahlem) war Vorstand der Jüdischen Reformgemeinde und Verwaltungsleiterin des Jüdischen Krankenhauses in Berlin. Vor der angekündigten Deportation nahm sie sich im September 1942 das Leben. Ihre drei Kinder überlebten in Palästina. Kooperationspartner des Projekts „Sie wollten leben!“ sind unter anderem die Kirchengemeinde, der Verein „Gleis 69“, die Berliner Stolperstein-Initiativen sowie weitere Institutionen. Initiiert wurde das Gedenkprojekt von dem Regisseur und Kulturmanager Günter Jeschonnek. Gefördert wird es von verschiedenen Stiftungen, den Bezirksämtern Charlottenburg-Wilmersdorf und Lichtenberg, dem Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung sowie privaten Spenderinnen und Spendern.

Daniela von Treuenfels

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