
Foto: joh.sch
Steglitz-Zehlendorf per Pedes: Aktionstage im Frühling und regelmäßige Angebote machen Lust auf Spaziergänge in einem der grünsten Bezirk Berlins.
Von allen Fortbewegungsarten hat Zufußgehen den geringsten ökologischen Fußabdruck und beansprucht am wenigsten Platz. Vor allem die körperliche Fitness, das Herz-Kreislauf-System und der Stoffwechsel profitieren von regelmäßiger Bewegung. Insbesondere für inaktive und stark übergewichtige Menschen bringt es einen deutlichen Gesundheitsvorteil und eine um mehr als acht Monate längere Lebenserwartung, wenn sie an den meisten Tagen der Woche mindestens 30 Minuten zu Fuß unterwegs sind.
Diese Fakten finden sich auf den Seiten des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf mit dem etwas sperrigen Untertitel „Qualitätsentwicklung. Planung und Koordination im öffentlichen Gesundheitswesen“. Wer sich im Angebot der GPK umschaut, findet in diesen Tagen das Programm der diesjährigen Aktionstage „Ge(h)meinsam unterwegs“, die im Mai stattfinden.
Steglitz-Zehlendorf nimmt bereits zum vierten Mal mit einem vielfältigen Programm an der Aktion teil. Es gibt sowohl einmalige Aktionen, die Lust auf Spazierengehen als einfache Möglichkeit der Bewegung machen wollen, als auch regelmäßige Spaziergangsgruppen, die sich in diesem Monat vorstellen und offen für neue Teilnehmende sind.
Alle können an der Aktion teilnehmen. Ausgangs- und Endpunkt für die kleinen Gruppen sind meist Nachbarschafts- oder Stadtteileinrichtungen. Das gedruckte Programm wird nach Ostern in den Bürgerämtern, Bibliotheken, den Volkshochschulen des Bezirkes und bei den teilnehmenden Einrichtungen ausliegen. Die Online-Version gibt es hier: www.steglitz-zehlendorf.de/spaziergangsmonat.
Im ganzen Bezirk treffen sich regelmäßig (meist ältere) Menschen, die gemeinsam spazierengehen. Alle Termine, Treffpunkte und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf dieser Seite: https://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-im-oeffentlichen-gesundheitsdienst/artikel.1237351.php Hier gibt es auch viele weitere Informationen zu Audiowalks, dem Projekt „Zu Fuß zur Schule und Kita“ und interessanten Weblinks.
Steglitz-Zehlendorf ist laut Umweltgerechtigkeitsatlas Berlin der Bezirk mit der geringsten Umweltbelastung. Hier gibt es einen hohen Anteil an Vegetation und einen vergleichsweise geringen Anteil an Siedlungs- und Verkehrsfläche. Eine Grünfläche ist vom Wohnort aus in der Regel in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen.
Dennoch ist der südwestliche Stadtrand eine Region der weiten Wege. In Steglitz-Zehlendorf gibt es in absoluten Zahlen, als auch bezogen auf die Bevölkerung, den höchsten PKW-Bestand aller Bezirke. Trotzdem ist laut Verkehrsunfallstatistik nur in drei Bezirken der Anteil der verletzten Fußgänger niedriger.
Bei der letzten Befragung zur Verkehrsmittelwahl im Jahr 2018 haben die Einwohner von Steglitz-Zehlendorf angegeben, dass sie je etwa ein Viertel ihrer täglichen Wege zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Die zu Fuß zurückgelegten Wege sind im Mittel 0,9 km lang und dauern 14 Minuten. Rechnet man die Zufuß-Leistung der hier lebenden Menschen hoch, kommt man trotzdem schon auf knapp 260.000 zu Fuß zurückgelegte Kilometer pro Tag, das sind rund 6,4 Erdumrundungen. Im Jahr addieren sich die Fußwege der Bezirksbevölkerung auf mehr als 94 Millionen Kilometer.
Noch mehr spannende Fakten gibt es auf den Seiten der „Organisationseinheit für Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination im öffentlichen Gesundheitsdienst“. Wir empfehlen beim Stöbern den Einsatz des Streamingdienstes des Vertrauens. Mit „Take a walk on the wild side“ in den Ohren klappt das mit dem Sprung in die bequemen Schuhe ganz wunderbar.
zu den Aktionstagen „Ge(h)meinsam unterwegs“:
https://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-im-oeffentlichen-gesundheitsdienst/artikel.1237351.php
Daniela von Treuenfels
Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch freiwillige Zahlungen ihrer Leserinnen und Leser.
Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen.
Herzlichen Dank!
Hier geht es zu unserem Paypal-Konto










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 50.000 Euro die Sanierung der Dachkonstruktion und Dachhaut im westlichen Querschiff der Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz. Die Gemeinde ist weiter auf Spenden angewiesen.
Denn insgesamt sollen nach den Berechnungen des beauftragten Planungsbüros die Arbeiten rund zwei Millionen Euro kosten, davon muss die Gemeinde 150.000 Euro selbst tragen. In drei Bauabschnitten werden zunächst die Portaltürme, das Kirchenschiff und die Querhäuser erneuert. Danach folgt der Kirchturm, zuletzt werden Apsis und Sakristei neu eingedeckt.
Das Gotteshaus hat ein neues Dach dringend nötig. Stürme der letzten Jahre haben der Konstruktion stark zugesetzt, teilweise sind Dachziegel auf den Kirchhof und die stark frequentierte Paul-Schneider-Straße und die Gallwitzallee gestürzt. Die Kupferbekrönungen, so hält es der Denkmalplaner in seinem Gutachten weiter fest, sind korrodiert, die darunterliegende Schalung ist durchfeuchtet. An der Dachkonstruktion fehlen Ziegel. Wo eine Dämmung vorhanden ist, ist sie durchfeuchtet und besteht aus krebserregenden Baustoffen. Kurz gesagt: hier musste etwas passieren, und zwar schnell.
Die Dreifaltigkeitskirche gilt mit ihrem imposanten hoch aufragenden Turm als Wahrzeichen und Zentrum von Lankwitz. Der Sakralbau wurde im Stil der märkischen Backsteingotik ab 1903 errichtet und 1906 geweiht. Der Detailreichtum der Fassade setzt sich nach oben hin fort; die Dachlandschaft ist durch eine Vielzahl an verschiedenen Konstruktionen unterschiedlicher Dach- und Turmformen, Material und Verzierungen geprägt. Der dominierende Vierungsturm mit seiner Zier verleiht der Dreifaltigkeitskirche ihr markantes Aussehen.
Die Gemeinde beheimatet in ihren Gebäuden unter anderem eine Pflegestation, die Haltestelle Diakonie für die Unterstützung psychisch oder an Demenz Erkrankter und ein Sozialcafé. In Zusammenarbeit mit der „Berliner Tafel“ gibt es wöchentlich eine Lebensmittelausgabe, die 140 Haushalte versorgt. Jährlich zum Totensonntag im November gibt es eine interreligiöse Gedenkfeier zur Erinnerung an Menschen, die einsam verstorben sind und behördlich bestattet wurden.
Spenden für die Sanierung der Kirche sind möglich auf das Konto
Dreifaltigkeitsgemeinde Lankwitz
IBAN: DE03 5206 0410 6803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Spendenzweck: Kirchendach
Der Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt aus Spendengeldern der Stiftung und aus Lottomitteln.