
Foto: Creative Cat Studio
Die Sommerferien stehen vor der Tür – für das Deutsche Rote Kreuz ein Anlass, sich um Reserven im Versorgungssystem zu sorgen. Aufgrund der aktuellen Hitzewelle schrumpfen die Reserven.
Die Blutreserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost gehen derzeit täglich immer weiter zurück, teilt die Organisation mit. Erfahrungsgemäß sinke bei sommerlicher Hitze die Spendenbereitschaft alarmierend, während der Bedarf in Kliniken konstant hoch bleibe.
„Erst wenn Blutkonserven fehlen, wird vielen Menschen bewusst, wie wichtig eine stabile Versorgung ist und für wie selbstverständlich man sie nimmt“, erklärt Annett Smolka DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. „Damit es nicht zu Einschränkungen in der Patientenversorgung kommt, sind wir gerade jetzt auf jede einzelne Blutspende angewiesen.“
Blutspenden bei Hitze
Blutspenden ist auch an sehr heißen Tagen möglich. Dafür sollten Spendenwillige die tägliche Trinkmenge sollte auf rund 3 Liter erhöhen. Geeignet sind gekühlte, elektrolythaltige Getränke wie zum Beispiel Apfelsaftschorle. Vor der Blutspende sollte ausgewogen und leicht gegessen werden. Längere Aufenthalte und körperliche Anstrengungen in der Sonne sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Ausführliche Informationen dazu auch unter:
https://www.blutspende.de/magazin/aktuelles/blutspenden-bei-hitze
Bedarf: 15.000 Spenden täglich
„In Deutschland werden werktäglich rund 15.000 Blutspender benötigt, um das Gesundheitssystem mit Blutpräparaten sicher versorgen zu können“, rechnet Kerstin Schweiger vor. Die Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienstes Bord-Ost mit Sitz am Hindenburgdamm in Lichterfelde sagt außerdem: „Die DRK-Blutspendedienste tragen durch ihre Arbeit 75 Prozent des benötigten Aufkommens – allein das DRK muss daher täglich rund 11.000 Menschen zu einer Blutspende motivieren.“
Eine Mammutaufgabe, vor allem vor dem Hintergrund saisonaler Schwankungen. Vor jedem langen Wochenende mit Brücken- und Feiertag oder bei anstehenden Ferien brennt bei den Blutlogistikern die Luft. Ausschlaggebend ist die kurze Haltbarkeit der Blutpräparate, die je nach Präparat nur 5 Tage bis 5 Wochen beträgt.
Bluttransfusionen auch in der Krebstherapie entscheidend
Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erkranken in Deutschland jährlich rund 500.000 Menschen an Krebs – Tendenz steigend. Viele dieser Patienten sind auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen, um lebenswichtige Blutbestandteile wie zum Beispiel Blutplättchen zu erhalten.
Chemo- und Strahlentherapien belasten den Körper, weil sie auch die Blutbildung stark beeinträchtigen. „Die Chemotherapie greift die Teilungsfähigkeit der Krebszellen an. Dabei werden auch gesunde Blutzellen in Mitleidenschaft gezogen“, so Kerstin Schweiger. „Störungen der Blutzellbildung im Knochenmark können zu Blutungen und Blutarmut führen, weshalb regelmäßige Bluttransfusionen notwendig werden. Zudem sind bei Krebserkrankungen häufig aufwändige Operationen notwendig, bei denen es zu starken Blutungen kommen kann – ein weiterer Grund für den hohen Bedarf an Blutspenden.“
Anders als viele Medikamente können Blutpräparate nicht künstlich hergestellt werden und sie sind nur begrenzt haltbar. Thrombozyten beispielsweise, die vorwiegend in der Krebstherapie eingesetzt werden, haben nur eine Haltbarkeit von gerade einmal vier Tagen. Deshalb ist eine kontinuierliche Spendenbereitschaft wichtig.
Neue Spender gesucht
Im Jahr 2024 haben in Deutschland 3.160.254 Menschen beim DRK freiwillig und unentgeltlich Blut gespendet. Das sind in etwa genauso viele wie im Jahr 2023. Dem gegenüber steht jedoch eine stark rückläufige Zahl von Erstspenderinnen und Erstspendern um mehr als sechs Prozent.
Daher soll besonders die jüngere Generation sich angesprochen fühlen. Viele Spenderinnen und Spender aus der spendestarken Babyboomer-Generation scheiden altersbedingt aus. Die Konsequenz: Aus Spendern werden Empfänger, auch dadurch steigt der Bedarf an Blutpräparaten. „Die Solidargemeinschaft benötigt dringend mehr Menschen, die zum ersten Mal Blut spenden und dann sprichwörtlich am Ball bleiben“, so DRK-Sprecherin Schweiger. „Jede Generation braucht ihren eigenen, großen Spenderstamm, um das solidarische Versorgungssystem aufrechtzuerhalten.“
Auch Allergiker können Blut spenden
Mit der wärmeren Jahreszeit steigt auch das Allergierisiko. Doch auch als Allergiker kann man unter bestimmten Voraussetzungen eine Blutspende leisten. Grundvoraussetzung für alle Blutspenderinnen und -spender ist die Symptomfreiheit. Wer sich gesund und fit fühlt und als Allergiker keine kortisonhaltigen Medikamente einnimmt und aktuell keine Injektionen zur Hyposensibilisierung erhält, kann grundsätzlich Blut spenden. Der Arzt oder die Ärztin auf dem Spendetermin trifft tagesaktuell die Entscheidung über die Spendefähigkeit. Wie alle Blutspenderinnen und -spender sollten deshalb auch Allergiker unbedingt darauf achten, auf dem Spenderfragebogen und im Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin alle eingenommenen Medikamente anzugeben.
Weitere Informationen: https://www.blutspende.de/magazin/von-a-bis-0/blutspenden-mit-allergien-darauf-musst-du-achten
Blutspende mit Rheuma? Eher nicht.
Generell gilt bei allen Fragen zur Spenderzulassung die Richtlinie Hämotherapie der Bundesärztekammer im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut. Die Richtlinie Hämotherapie legt in Bezug auf Blutspenden mit Rheuma fest, dass Personen mit systemischen Autoimmunerkrankungen – wie beispielsweise rheumatoider Arthritis oder Morbus Bechterew – kein Blut spenden dürfen, da im Körper chronisch entzündliche Prozesse ablaufen, die in der Regel zusätzlich einer medikamentösen Behandlung mit Immunsuppressiva bedürfen.
Medikamente, die im Zusammenhang mit rheumatoider Arthritis zum dauerhaften Ausschluss von der Blutspende führen, sind beispielsweise MTX, Cimzia oder Cortisolpräparate. Diese Arzneimittel unterdrücken das Immunsystem und könnten bei einer Bluttransfusion zu unerwünschten (teils lebensgefährlichen) Reaktionen beim Spender oder Empfänger führen. Personen mit einer chronisch entzündlichen Form der Rheumaerkrankungen, die solche Medikamente einnehmen, dürfen kein Blut spenden.
Ausnahme: Betroffene ohne chronisch entzündliches Rheuma, die beschwerde- und entzündungsfrei sind, unter keinen Bewegungseinschränkungen leiden und keine Immunsuppressiva nehmen, dürfen unter Umständen Blut spenden. Die finale Entscheidung über eine Spendezulassung trifft in diesem Fall der Arzt oder die Ärztin auf den DRK-Blutspendeterminen. Eine genaue ärztliche Einschätzung für den jeweiligen Einzelfall vorab erhält man unter der kostenlosen DRK-Blutspende-Hotline unter 0800 11 949 11 (Montag – Freitag, 8 bis 17 Uhr).
Das ist wichtig:
Als Blutspender kommen Menschen ab 18 Jahre in Frage. Personen mit Erkältungssymptomen, Fieber und Durchfall werden nicht zur Blutspende zugelassen. Spendenwillige müssen sich ausweisen können.
Termin vereinbaren und in 45 Minuten zur Retterin werden – so geht’s: Am Tag der Spende reichlich (alkoholfrei) trinken, Fragebogen ausfüllen. Dann gibt es ein kurzes, ärztliches Gespräch und eine kleine Laborkontrolle. Die Blutabnahme (500 ml) dauert 8 bis 12 Minuten. Nach einer Ruhepause und einem kleinen Imbiss ist alles erledigt.
Einen Blutspendetermin in Berlin kann man hier vereinbaren:
https://blutspende-nordost.de/blutspendetermine/
Informationen gibt es auch unter der kostenlosen Hotline 0800 11 949 11 oder auf dieser Webseite des DRK: https://www.blutspende.de/magazin
pm/dt
Der Beitrag wurde erstmals am 23. Oktober 2023 erstellt und wird seither ergänzt und aktualisiert.
Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen.
Herzlichen Dank!
Hier geht es zu unserem Paypal-Konto












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Unternehmenspleite und polizeiliche Ermittlungen: an der Birkbuschstraße läuft es nicht rund.
Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 2. Juli „wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ das Insolvenzverfahren über das Vermögen der SF Grambin Beteiligung GmbH eröffnet. Dem Unternehmen gehört das Grundstück Birkbuschstraße 40-42, auf dem sich große Teile des ehemaligen Kraftwerks Steglitz befinden. Die markanten Backsteinbauten am Teltowkanal gingen vor zwei Jahren im Rahmen eines Zwangsversteigerungsverfahrens in den Besitz der heutigen Eigentümer über,