
Kraftwerk Steglitz | Foto: Daniela von Treuenfels
Das Insolvenzgericht Charlottenburg hat am 7. Mai einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen der SF Grambin Beteiligung GmbH gestellt. Dem Unternehmen gehört das Gelände des ehemaligen Kraftwerks Steglitz.
Mit seinem Antrag trifft das Gericht Sicherungsmaßnahmen, um das Vermögen bis zur eigentlichen Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu erhalten. Es wurde ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt.
„Der wird den Beschluss morgen wieder aufheben“, ist sich Steffen Fräbel, Geschäftsführer der Grambin GmbH sicher. Die Gesellschaft, deren alleiniger Gesellschafter Fräbel ist, habe vom Finanzamt die Aufforderung erhalten, einen Grundsteuerbescheid für 2024 zu begleichen, der am 1.7.2024 fällig wurde. „Wir haben aber erst am 15. Juni gekauft“, so Fräbel, für die Rechnung sei er nicht haftbar. Insgesamt gehe es nun um eine Forderung von rund 32.000 Euro, die unter Vorbehalt an das Finanzamt gezahlt werden solle. „Ich überweise heute 40.000 Euro. Das ist morgen wieder vom Tisch.“
Neue Adresse
Der Streit zog sich über fast zwei Jahre. Plausibel erscheint die von Fräbel geäußerte Vermutung, dass wichtige Briefpost nicht angekommen sein könnte. Der Firmensitz im mecklenburgischen Grambin werde derzeit saniert, bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Erst im Dezember 2025 wurde der Sitz der Gesellschaft in die Birkbuschstraße verlegt. Auch um, wie Fräbel sagt, die postalische Erreichbarkeit zu gewährleisten.
Die offizielle Firmenadresse lautet nun also: Birkbuschstraße 40-42. Das ist das Gelände des ehemaligen Kraftwerks Steglitz. Die SF Grambin Beteiligung UG (jetzt GmbH) hatte das Grundstück in einer spektakulären Versteigerung vor dem Amtsgericht Schöneberg erstanden.
Neue Webseite
Im Telefongespräch verweist Fräbel auf neue Kontaktdaten aufgrund einer neuen Webseite. Die im September 2025 wild zusammengeschusterte Webpräsenz mit wenig aussagekräftigen Stockfotos enthält kaum mehr Informationen als die alte Unternehmensseite, die nur eine Mailadresse enthielt. Die Person des Geschäftsführers taucht an keiner Stelle auf, auch nicht im Impressum, wo diese Information verpflichtend hingehört. Auf der Startseite findet sich noch die alte Adresse in Grambin. „30 Jahre Erfahrung“, 5 Investitionen in 3 Ländern“, „über 20 Projekte“ – nirgends finden sich Details über die Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Das Copyright hat „Urheberrecht“. Die Social-Media-Links führen zwar zu den Plattformen, aber nirgends findet sich ein Unternehmensprofil.
Besonders interessant: die Unterseite zum Kraftwerks Steglitz heißt „Kraftwerk Steglitz kaufen – SF Grambin Beteiligung GmbH“. Bei einer Google-Suche wird der Titel in Gänze angezeigt:

Bald mehr Neues?
Nein, Verkaufsabsichten gebe es keine, antwortet Steffen Fräbel auf Nachfrage. Man sei in guten Gesprächen mit Landesbehörden. Noch in diesem Monat werde es Nachrichten bezüglich der weiteren Entwicklung des Geländes geben.
Daniela von Treuenfels
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