Alle Christen warten auf die Wiederkunft Jesus Christus – eine Kirche trägt diese Erwartung sogar im Namen: die Adventisten. Es ist noch eine junge Freikirche. Erst 1844 wurde sie in den USA gegründet. Aus einer Enttäuschung heraus, erzählt Pastor Mark Seefeldt, der in der Zehlendorfer Gartenstraße die serbokroatische Adventisten-Gemeinde betreut. Der baptistische Prediger William Miller in Massachusetts hatte für 22. Oktober 1844 die Wiederkunft Jesus Christus berechnet – doch die Gläubigen warteten vergebens. Die Reaktion der Anhänger Millers war sehr unterschiedlich, einige fielen ganz vom Glauben ab, andere kehrten in den Schoß der alten Kirchen zurück und wieder andere gründeten Sekten. Doch es gab auch die Adventisten, die sich dem Bibelstudium widmeten.
„Wir fußen voll auf Martin Luther“ sagt Seefeldt. Grundlage ihres Lebens sei die Bibel, die Richtschnur die Zehn Gebote. Und das beinhaltet auch, dass die Gottesdienste am Sonnabend stattfinden – dem Sabbat, dem eigentlichen siebten Tag der Woche. Und daran rütteln die Adventisten nicht – „man werkelt ja auch nicht an den anderen Geboten“, so Seefeldt. Das gab den Gemeinden auch den Namen: Siebent-Tags-Adventisten.
Eine Sekte?
Die Adventisten taufen auch nur Erwachsene, beziehungsweise Jugendliche, erzählt der Pastor. Die Menschen müssten sich selbst für den Glauben entscheiden. Eine Baby-Taufe lehnen die Adventisten ab – weil sie nicht in der Bibel steht. Diese strenge Ausrichtung an der Bibel sorge bei vielen Menschen für Vorurteile, weiß Seefeldt. Manche halten sie für Sekten, verwechseln sie mit Scientology oder den Zeugen Jehovas,
Auch Seefeldt, der einst der evangelischen Kirche angehörte, hatte solche Vorurteile, erzählt er. Seine Eltern waren es, die sich für die Adventisten zu interessieren begannen. Er besuchte mit ihnen ein Seminar über die Voraussagen des Buches Daniel, das von den Adventisten angeboten wurde, um seinen Eltern zu beweisen, dass das nur eine Sekte sein könne. Doch er wurde eines Besseren belehrt, berichtet der Pastor. Er wurde selbst überzeugt und schloss einen Deal mit Gott. Er werde nach seinem Wort leben, dafür müsse sich Gott ihm zeigen. Und das habe er getan. Zahlreiche Erlebnisse habe er gehabt. „Gott kümmert sich, wenn man sich um ihn kümmert“, weiß Seefeldt.
Ein Stück Heimat
Heute hält der einstige evangelische „Nennchrist“, der nur zu Ostern oder Weihnachten die Kirche besuchte, selbst Gottesdienste. Und die sind lang: zwei Stunden. Sie beginnen mit einem Bibelgespräch zu verschiedenen Themen wie Ehe, geistlichen Wachstum oder zu bestimmten Büchern der Bibel. Für Seefeldt ist dieses Gespräch ein „positives Element“, weil es den Gläubige die Möglichkeit gibt, sich auszutauschen, bewusst ihre Meinung zu sagen. Das sei sehr lebendig. Erst dann kommt der Teil mit Predigt und Gesang.
Es gibt viele Gemeinden in Berlin, neben der serbokroatischen findet man in Zehlendorf auch noch eine ghanaische Gemeinde, es gibt aber auch polnische, portugiesische und englische Gemeinden in der Hauptstadt. Man biete die Gottesdienste in verschiedenen Sprachen an, weil es viele Einwanderer gebe. Für die soll die Gemeinde ein Stück Heimat sein. Die serbokroatische Gemeinde ist relativ klein, hat 30 Glieder, berlinweit hat die Adventistische Kirche 2.000 Glieder.
(go)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 50.000 Euro die Sanierung der Dachkonstruktion und Dachhaut im westlichen Querschiff der Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz. Die Gemeinde ist weiter auf Spenden angewiesen.
Denn insgesamt sollen nach den Berechnungen des beauftragten Planungsbüros die Arbeiten rund zwei Millionen Euro kosten, davon muss die Gemeinde 150.000 Euro selbst tragen. In drei Bauabschnitten werden zunächst die Portaltürme, das Kirchenschiff und die Querhäuser erneuert. Danach folgt der Kirchturm, zuletzt werden Apsis und Sakristei neu eingedeckt.
Das Gotteshaus hat ein neues Dach dringend nötig. Stürme der letzten Jahre haben der Konstruktion stark zugesetzt, teilweise sind Dachziegel auf den Kirchhof und die stark frequentierte Paul-Schneider-Straße und die Gallwitzallee gestürzt. Die Kupferbekrönungen, so hält es der Denkmalplaner in seinem Gutachten weiter fest, sind korrodiert, die darunterliegende Schalung ist durchfeuchtet. An der Dachkonstruktion fehlen Ziegel. Wo eine Dämmung vorhanden ist, ist sie durchfeuchtet und besteht aus krebserregenden Baustoffen. Kurz gesagt: hier musste etwas passieren, und zwar schnell.
Die Dreifaltigkeitskirche gilt mit ihrem imposanten hoch aufragenden Turm als Wahrzeichen und Zentrum von Lankwitz. Der Sakralbau wurde im Stil der märkischen Backsteingotik ab 1903 errichtet und 1906 geweiht. Der Detailreichtum der Fassade setzt sich nach oben hin fort; die Dachlandschaft ist durch eine Vielzahl an verschiedenen Konstruktionen unterschiedlicher Dach- und Turmformen, Material und Verzierungen geprägt. Der dominierende Vierungsturm mit seiner Zier verleiht der Dreifaltigkeitskirche ihr markantes Aussehen.
Die Gemeinde beheimatet in ihren Gebäuden unter anderem eine Pflegestation, die Haltestelle Diakonie für die Unterstützung psychisch oder an Demenz Erkrankter und ein Sozialcafé. In Zusammenarbeit mit der „Berliner Tafel“ gibt es wöchentlich eine Lebensmittelausgabe, die 140 Haushalte versorgt. Jährlich zum Totensonntag im November gibt es eine interreligiöse Gedenkfeier zur Erinnerung an Menschen, die einsam verstorben sind und behördlich bestattet wurden.
Spenden für die Sanierung der Kirche sind möglich auf das Konto
Dreifaltigkeitsgemeinde Lankwitz
IBAN: DE03 5206 0410 6803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Spendenzweck: Kirchendach
Der Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt aus Spendengeldern der Stiftung und aus Lottomitteln.
vielleicht ist Jesus schon da als Asylbewerber in Deutschland