
Matthias Fiene-Vizy und Jörg Heibeck vom Wannseer Kanu Club sorgen sich um die Ruhe und Natur an der Seenkette. Foto: Gogol
Mit dem Kanu durch das Wasser des Kleinen Wannsees gleiten, kein Lärm, nur das Geräusch des eigenen Paddels im Ohr und die Natur genießen – „Es ist wie eine Seelenmassage, beschreibt Jörg Heibeck, Vorsitzender des Wannseer Kanu Clubs, dieses Gefühl. Doch mit der Ruhe könnte es bald vorbei sein, denn der Betreiber der ehemaligen Söhnel-Werft in Kohlhasenbrück plant einen Jet Ski-Verleih. Und das macht den Wannseer Ruder- und Kanu-Vereinen Sorgen.
„Jet Ski-Fahrer sind ein ganz anderer Schlag“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Wannseer Kanu Clubs (WKC), Matthias Fiene-Vizy. Es gehe um Spaß, ums Kurven fahren, Wellen zu fabrizieren und über diese zu springen, „die Sau rauszulassen“. Dagegen habe man auch nichts, nur müsse das auf dem richtigen Gewässer geschehen. Der Griebnitzseekanal und die Seen dort aber sei dafür nicht geeignet, betonen beide Männer. Zum einen sei die Uferbefestigung des Kanals marode, schneller als fünf Kilometer in der Stunde dürfe man dort gar nicht fahren. Doch Jet Skis seien oft mit 15 bis 20 Kilometern in der Stunde unterwegs. Das sei nicht nur schnell, sondern auch laut. Und die Fahrer verursachten eine hohe Wellenbildung. „Das ist fast tödlich für uns Ruderer und Kanuten“, führt Heibeck aus. „Das wirft einen einfach um“. Jet Ski-Fahrern fehle einfach die Sensibilität. Sie wollen Spaß haben und nicht über die Folgen für die anderen Wassersportler nachdenken, ist Fiene-Vizy überzeugt.
Gefahr für Schüler
Besonders fatal sei dies, weil auf dem Kanal und der Seenkette auch unterrichtet wird. Gleich neben dem WKC hat der Schülerinnen-Ruderverband seinen Sitz, ein wenig weiter die Bismarckstraße entlang auch der Schüler-Ruderverband Wannsee. Zahlreiche Berliner Schulen lassen dort ihre Schüler unterrichten. „Die sind immer Anfänger“, gibt Heibeck zu bedenken. Aber auch für die Profis wäre ein vernünftiges Training nicht mehr möglich. Dabei gehören die Ruderclubs am Wannsee mit zu den besten der Welt, wie der Berliner Ruder Club, der auch diesem Jahr wieder deutsche Meister- und Vizeweltmeister-Titel nach Berlin holte.
Schon nach der Gesetzesänderung, die es Freizeitkapitänen auch ohne Führerschein gestattet, Boote mit 15 statt der bisher erlaubten fünf PS zu fahren, habe sich der Verkehr auf den Gewässern verändert. Viele Bootsführer hätten von Schifffahrtsregeln keine Ahnung und seien nicht sensibel für die Belange der Ruderer und Segler. Die Beschilderung auf dem Wasser sei nun einmal eine andere als auf der Straße. „Die Leute wissen nicht, was die Schilder bedeuten“, so Heibecks Erfahrung.
Wertvolle Flora und Fauna
Sorgen machen sich die Wassersportler auch um die Natur. Die Wasserqualität habe sich in den vergangenen Jahren im Griebnitzsee und den angrenzenden Kanälen und Seen stark verbessert, „der Ufergürtel ist sehr wertvoll“, betont Fiene-Vizy. Wasserschildkröten und auch Biber hat er beobachten können. Zudem hätten sich Eisvögel und Reiher an den Gewässern niedergelassen. Das würde durch die Jet Skis zerstört werden, denn die Abgase der Fahrzeuge würden direkt unter die Wasseroberfläche abgegeben und kämen ungefiltert ins Wasser.
„Wir wollen keine Front machen gegen ‚die bösen Jet Ski-Fahrer’“, betont Heibeck. Doch rund um den Griebnitzseekanal hätten sie nichts verloren und würden nur Schäden anrichten. Deshalb haben sich elf Wassersportvereine am Großen und Kleinen Wannsee zusammengeschlossen, sich mit einem Schreiben an das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf sowie die Stadt Potsdam gewandt und Unterschriftenlisten für ein Jet Ski-Verbot auf der Seenkette zwischen Wannseebrücke und Glienicker Lanke ausgelegt. Von Anwohnern und Erholungssuchenden gebe es Unterstützung, ebenso vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), auch einige Bezirkspolitiker seien bereits auf das Thema aufmerksam geworden und wollen sich dessen annehmen, freut sich Heibeck.
(go)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 50.000 Euro die Sanierung der Dachkonstruktion und Dachhaut im westlichen Querschiff der Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz. Die Gemeinde ist weiter auf Spenden angewiesen.
Denn insgesamt sollen nach den Berechnungen des beauftragten Planungsbüros die Arbeiten rund zwei Millionen Euro kosten, davon muss die Gemeinde 150.000 Euro selbst tragen. In drei Bauabschnitten werden zunächst die Portaltürme, das Kirchenschiff und die Querhäuser erneuert. Danach folgt der Kirchturm, zuletzt werden Apsis und Sakristei neu eingedeckt.
Das Gotteshaus hat ein neues Dach dringend nötig. Stürme der letzten Jahre haben der Konstruktion stark zugesetzt, teilweise sind Dachziegel auf den Kirchhof und die stark frequentierte Paul-Schneider-Straße und die Gallwitzallee gestürzt. Die Kupferbekrönungen, so hält es der Denkmalplaner in seinem Gutachten weiter fest, sind korrodiert, die darunterliegende Schalung ist durchfeuchtet. An der Dachkonstruktion fehlen Ziegel. Wo eine Dämmung vorhanden ist, ist sie durchfeuchtet und besteht aus krebserregenden Baustoffen. Kurz gesagt: hier musste etwas passieren, und zwar schnell.
Die Dreifaltigkeitskirche gilt mit ihrem imposanten hoch aufragenden Turm als Wahrzeichen und Zentrum von Lankwitz. Der Sakralbau wurde im Stil der märkischen Backsteingotik ab 1903 errichtet und 1906 geweiht. Der Detailreichtum der Fassade setzt sich nach oben hin fort; die Dachlandschaft ist durch eine Vielzahl an verschiedenen Konstruktionen unterschiedlicher Dach- und Turmformen, Material und Verzierungen geprägt. Der dominierende Vierungsturm mit seiner Zier verleiht der Dreifaltigkeitskirche ihr markantes Aussehen.
Die Gemeinde beheimatet in ihren Gebäuden unter anderem eine Pflegestation, die Haltestelle Diakonie für die Unterstützung psychisch oder an Demenz Erkrankter und ein Sozialcafé. In Zusammenarbeit mit der „Berliner Tafel“ gibt es wöchentlich eine Lebensmittelausgabe, die 140 Haushalte versorgt. Jährlich zum Totensonntag im November gibt es eine interreligiöse Gedenkfeier zur Erinnerung an Menschen, die einsam verstorben sind und behördlich bestattet wurden.
Spenden für die Sanierung der Kirche sind möglich auf das Konto
Dreifaltigkeitsgemeinde Lankwitz
IBAN: DE03 5206 0410 6803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Spendenzweck: Kirchendach
Der Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt aus Spendengeldern der Stiftung und aus Lottomitteln.
Die Waldgebiete am Teltowkanal, Griebnitzsee, Stölpchensee und Pohlesee sind für den Berliner Südwesten ein ganz wichtiges Naherholungsgebiet; ein Gebiet, das nicht nur Wassersportler, sondern auch Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer in hoher Zahl gnießen. Der extrem aufdringliche Lärm, den Jet-Skis nun mal hervorbringen, lässt sich mit Ruhe und Erholung in der Natur nicht vereinbaren. Selbst ein einziger über den See kurvender Jet-Ski, dessen Lärm vom Wasser reflektiert in die Wälder schallt, würde den Erholungswert des Gebietes schon maßgelich beeinträchtigen.
Die Philosophie der ehem. Söhne-Werft-Betreiber ist mir in dieser Planung auch recht schleierhaft. Meiner Einschätzung nach sind eine Vielzahl aller Kunden der dort betriebenen Restauration genau solche Erholung Suchenden, Wanderer und Spaziergänger. Ich will es mal so ausdrücken: In einem Gebiet, in dem ich mich über Jet-Ski-Lärm ärgern muss, würde ich nicht spazieren gehen. Und ein Restaurant-Cafe, dass meint, im Naturschutzgebiet Jet-Skis verleihen zu müssen, würde ich boykottieren.
Ich hab mal am Mittelmeer ein Jet-Ski geliehen: 100 PS über 80 km/h schnell. Dort hat es Spaß gemacht. Aber auf einem Gewässer mit zulässer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h ???
Ich finde es grundsätzlich gut, dass altehrwürdige Ausflugsziele auch neue Betreiber finden. Das sie eben nicht verfallen, vor sich hin gammeln oder verschwinden. Ich habe rege Kindheitserlebnisse mit der Familie an diesem Ort. Als Stadtführer auf dem Fahrrad, zeige ich heute vielen Gästen unseren erlebnisreichen Kulturraum. Die allermeisten Menschen wollen die Ausstrahlung der Natur und die Ruhe genießen. Jet Ski passt einfach so gar nicht in diesen Raum. In Verbindung mit allen anderen Nutzern der Wasserflächen würde ich mich ganz stark dafür einsetzen, dass dies unterbleibt. Bei der Nutzung an der Einfahrt zum Teltowkanal halte ich das auch für illusorisch, überhaupt eine Genehmigung zu bekommen. Dort werden genug andere Geschäftsfelder ansässig sein, um den Standort attraktiv zu halten!