In Zehlendorf hat sich der gemeinnützige Verein „Verband der Kleinen und Mittelgroßen Kitaträger Berlin e.V.“ (VKMK ) gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die hauptberuflich organisierten, kleinen und mittelständischen Kita-Betreiber zu vertreten.
Bisher gab es zwei Organisationen, die die Kita-Landschaft in Berlin geprägt haben: Der DaKS vertritt die kleinen Eltern-Kitas, die Liga-Verbände große Träger wie das Deutsche Rote Kreuz und die Caritas. Hinzu kommen die Eigenbetriebe, die zum Land Berlin gehören. Diese Aufteilung ändert sich nun. “ Die kleinen und mittelgroßen gemeinnützigen Betriebe hatten bisher keine Lobby. Dabei sichern gerade sie die Angebotsvielfalt in der Kinderbetreuung“, erläutert Dr. Gabriela Pfändner-Morrice, Gründungsvorsitzende des VKMK.
Zu den Mitgliedern des VKMK gehören neben der englischsprachigen, ehemaligen US-Botschafts-Kita „Kiddies International“ an der Clayallee in Dahlem unter anderem auch der „Waldkindergarten in Wannsee“, die zertifizierte Klik®Klang-Kita „Berliner Traumzauberland“ in Friedrichshagen, die Waldorf-Kita „Sonnenkäferhaus“ in Kreuzberg sowie die „Be Smart Academy“ von Schauspielerin Anne-Sophie Briest in Friedrichshain. „Derzeit vertritt der Verband bereits 2.800 Kita-Plätze, Tendenz steigend“, sagt Dr. Pfändner-Morrice selbstbewusst.
Die Gründung des VKMK erfolgt nicht zufällig zu diesem Zeitpunkt. „Auf Grund aktueller Gerichtsurteile werden die Berliner Kitaträger bereits jetzt massiv aus der Vereinsform in die Form der gGmbHs getrieben“, konstatiert Geschäftsführerin Cornelia Masuhr. Denn Kapitalgesellschaften unterliegen strengen Vorschriften des Gesetzgebers, wodurch unter anderem Finanzierungskosten, Kosten für Dienstleister wie Steuerberater für den Jahresabschluss oder durch die Pflicht zur Bestellung eines Geschäftsführers entstehen. Zudem finanziert der Senat von vornherein nur 93 Prozent der festgelegten Kita-Kosten und gewährt lediglich Mietkostenzuschüsse in Höhe von etwa sechs bis acht Euro je Quadratmeter. Der Rest muss selbst finanziert werden.
Um solche und andere Probleme zu überwinden oder möglichst im Vorfeld gar nicht erst aufkommen zu lassen, betreibt der VKMK eine entsprechende Interessenvertretung in Richtung Politik und Interessensverbände und unterstützt seine Mitglieder umfassend in steuerlichen, rechtlichen und organisatorischen Fragen der gemeinnützigen Gesellschaften.
(sn)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (