
Damals und heute: die Droste-Hülshoff-Schule in Zehlendorf Foto: denkmal-aktiv-AG der Droste-Hülshoff-Schule
Fräulein Flora Köppler gründete 1885 in Zehlendorf eine private Höhere Mädchenschule. Heute kennen wir diese unter dem Namen Droste-Hülshoff- Gymnasium. Die „Droste“ ist im September das Denkmal des Monats.
1902 hatte sich die Landgemeinde entschieden, in der Schönower Straße einen Neubau für die Schule zu errichten, nachdem zunächst an verschiedenen Standorten unterrichtet worden war. Man beauftragte mit Planung und Bau die Architekten Jakob Sedelmeier und Johann Hoeniger. Über die Architekten wissen wir nicht viel, nur, dass sie in Berlin bedeutende Spuren hinterlassen haben: Sie entwarfen beispielsweise die Synagoge in der Rykestraße, das jüdische Waisenhaus an der Schönhauser Allee (heute steht davon nur noch eine Mauer als Gedenkstätte) und das Leo-Baeck-Haus (Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland).
Im Oktober 1903 konnte die Schule in das neue Gebäude einziehen. Acht Jahre später jedoch musste es schon wieder erweitert werden: Es kamen vor allem neue Klassen- und Fachräume hinzu, eine Lehrküche und die Aula. Nebenan entstand in dieser Bauphase auch das Direktorenhaus. Die Schule wuchs fortwährend weiter und änderte immer wieder ihr Gesicht, außen wie innen. Dabei wurde stets am Baustil des Historismus festgehalten, den Hoeniger und Sedelmeier im Geschmack ihrer Zeit gewählt hatten. Diesen zeichnet eine Gestaltungsvielfalt durch die Vermischung zurückliegender Bauepochen aus, welche den Schulkomplex heute so malerisch erscheinen lässt.
Mit der Geschichte des Schulbaus, insbesondere, wie er ursprünglich innen gestaltet war, befasste sich im vergangenen Schuljahr die denkmal-aktiv-AG der Droste-Hülshoff-Schule. Zehn Schülerinnen und Schüler forschten ein Jahr lang in Akten und alten Plänen, inspizierten das Gebäude unter Anleitung eines Restaurators. Es wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, sogar an einigen Stellen selber zu „befunden“, das heißt mit Hilfe eines Skalpells Farbschicht für Farbschicht einer Wand herunter zu nehmen, um verborgene Originalfassungen zu finden. Leider blieb die Suche im ersten Bauteil ohne wirklichen Erfolg. Obwohl auf alten Fotos erkennbar war, dass es farbige Sockel und schablonierte Friese gab, ließ sich an den Wänden nichts mehr davon finden. Bei einem Praxis-Workshop mit dem Restaurator lernten die Schüler, dass die damals verwendeten Farben auf Leimbasis entstanden und damit wegwischbar waren. Vielleicht war das ein Grund, warum im ersten Bauabschnitt der Schule nichts mehr von der ursprünglichen Farbgebung zu finden war.
Als im Frühjahr 2015 die denkmalgerechte Instandsetzung der Aula vorbereitet wurde, fand eine Restauratorin jedoch im zweiten Bauabschnitt von 1911 Spuren der ursprünglichen Farbgebung und Dekoration. Etwa zeitgleich entdeckte die AG in den Archiven der Schule und des Heimatvereins Zehlendorf Bilder, die direkt nach der Fertigstellung des Anbaus entstanden waren und unter anderem die Aula in prachtvollem Dekor zeigen.
Den Befunden und Bildern angelehnt entwickelte die Restauratorin ein Konzept für eine zeitgemäße Aufarbeitung. Die denkmal-aktiv-AG durfte jetzt selbst Hand anlegen. Gemeinsam mit den Restauratoren konnte sie einen Teil eines Wandfeldes rekonstruieren, durfte anhand der freigelegten Beispiele Schablonen entwerfen und herstellen sowie die Farben auftragen. Ein beispielhafter Teil der Wanddekoration wurde zurück gewonnen und dem Betrachter so ermöglicht, sich die frühere Innenraum-Gestaltung der Aula gut vorstellen zu können.
In den Sommerferien 2015 schloss man die Instandsetzung der Aula ab, und das dabei von der AG rekonstruierte Wandfeld wird alle Besucher auf Dauer an die Geschichte der Mädchenschule des Fräulein Köppler und der späteren „Droste“ erinnern.
In der AG waren aktiv: Tabitha Block, Feline Dreier, Annika Fritze, Jule Jünger, Jakob Mirasol Hütsch, Berfin Nar, Moritz Neumann, Charlotte Reiher, Charlotte Ruppin, Paula Schmidt-Faber und Dorothee Boskamp (Kunstlehrerin), unterstützt von Konrad Forster und Martina Pleger (RestauratorIn).
(denkmal-aktiv-AG der Droste-Hülshoff-Schule)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 50.000 Euro die Sanierung der Dachkonstruktion und Dachhaut im westlichen Querschiff der Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz. Die Gemeinde ist weiter auf Spenden angewiesen.
Denn insgesamt sollen nach den Berechnungen des beauftragten Planungsbüros die Arbeiten rund zwei Millionen Euro kosten, davon muss die Gemeinde 150.000 Euro selbst tragen. In drei Bauabschnitten werden zunächst die Portaltürme, das Kirchenschiff und die Querhäuser erneuert. Danach folgt der Kirchturm, zuletzt werden Apsis und Sakristei neu eingedeckt.
Das Gotteshaus hat ein neues Dach dringend nötig. Stürme der letzten Jahre haben der Konstruktion stark zugesetzt, teilweise sind Dachziegel auf den Kirchhof und die stark frequentierte Paul-Schneider-Straße und die Gallwitzallee gestürzt. Die Kupferbekrönungen, so hält es der Denkmalplaner in seinem Gutachten weiter fest, sind korrodiert, die darunterliegende Schalung ist durchfeuchtet. An der Dachkonstruktion fehlen Ziegel. Wo eine Dämmung vorhanden ist, ist sie durchfeuchtet und besteht aus krebserregenden Baustoffen. Kurz gesagt: hier musste etwas passieren, und zwar schnell.
Die Dreifaltigkeitskirche gilt mit ihrem imposanten hoch aufragenden Turm als Wahrzeichen und Zentrum von Lankwitz. Der Sakralbau wurde im Stil der märkischen Backsteingotik ab 1903 errichtet und 1906 geweiht. Der Detailreichtum der Fassade setzt sich nach oben hin fort; die Dachlandschaft ist durch eine Vielzahl an verschiedenen Konstruktionen unterschiedlicher Dach- und Turmformen, Material und Verzierungen geprägt. Der dominierende Vierungsturm mit seiner Zier verleiht der Dreifaltigkeitskirche ihr markantes Aussehen.
Die Gemeinde beheimatet in ihren Gebäuden unter anderem eine Pflegestation, die Haltestelle Diakonie für die Unterstützung psychisch oder an Demenz Erkrankter und ein Sozialcafé. In Zusammenarbeit mit der „Berliner Tafel“ gibt es wöchentlich eine Lebensmittelausgabe, die 140 Haushalte versorgt. Jährlich zum Totensonntag im November gibt es eine interreligiöse Gedenkfeier zur Erinnerung an Menschen, die einsam verstorben sind und behördlich bestattet wurden.
Spenden für die Sanierung der Kirche sind möglich auf das Konto
Dreifaltigkeitsgemeinde Lankwitz
IBAN: DE03 5206 0410 6803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Spendenzweck: Kirchendach
Der Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt aus Spendengeldern der Stiftung und aus Lottomitteln.