Eine Familie am Abgrund

Eine Familie am Abgrund

v.l.n.r. Fabian Stromberger, Igor Karbus, Peter Kremer, Judith Rosmair / Foto: DERDEHMEL/Urbschat

 

Abgesang auf den amerikanischen Traum. Das Schlosspark Theater startet mit einem Klassiker des amerikanischen Dramas ins neue Jahr: „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ von Eugene O’Neill hat am 7. Januar 2023 Premiere. In der Regie von Torsten Fischer und Ausstattung von Herbert Schäfer & Vasilis Triantafillopoulos spielen Peter Kremer, Judith Rosmair, Igor Karbus und Fabian Stromberger. Vorstellungen bis 19. Februar.

Eines langen Tages Reise in die Nacht«, ein Klassiker des modernen amerikanischen Dramas, wurde 1957 mit dem Pulitzer-Preis für Theater sowie dem Tony Award ausgezeichnet. Eugene O’Neills berühmtes, autobiographisch gefärbtes Familiendrama zeigt von Morgen bis Mitternacht eines einzigen Tages das Leben und das Leiden der Familie Tyrone – ein Abgesang auf den amerikanischen Traum.

Zum Inhalt:
James Tyrone, einst ein erfolgreicher Schauspieler, kann seine armselige Jugend nicht vergessen und tyrannisiert die Familie mit seinem Geiz, an dem bereits ein Sohn zugrunde gegangen ist. Das Bewusstsein dieser Schuld treibt Tyrones Frau in die Morphiumsucht. Der Sohn James wird zum Trinker und Zyniker, sein jüngerer Bruder Edmund leidet an Schwindsucht, die als Sommergrippe bagatellisiert wird. Die Ausweglosigkeit ihres Schicksals treibt diese vier in Hassliebe verbundenen Menschen in gegenseitiges Quälen, Anschuldigen, Verzeihen und zum brutalen Aussprechen der Wahrheiten, die sich jahrzehntelang hinter Lebenslügen verstecken mussten.

Der renommierte Theaterregisseur Torsten Fischer arbeitet seit vielen Jahren mit dem Ausstatter-Team Herbert Schäfer und Vasilis Triantafillopoulos zusammen. Fischer antwortet auf die Frage, was dieses Stück aus den 1950er Jahren auch im Jahr 2023 noch immer interessant sein lässt: „In dieser schweren eisigen Zeit zwischen Corona, Inflation und Krieg muss das Theater mit Inhalten unterhalten! … Der großartige Text hat wie eine griechische Tragödie einen kathartischen Effekt und unterhält wie ein amerikanischer Spielfilm im Theatermilieu…“

Der Schauspieler Peter Kremer, dem Publikum sicherlich noch immer als ‚Siska‘ aus der gleichnamigen ZDF-Krimiserie bekannt, meint über seine Rolle als James Tyrone: „Eine wunderbare Herausforderung, die Figur eines Menschen zu spielen, der sein Leben lang sein Geld als Schauspieler verdient hat und nun furchtbar daran scheitert, seine Karriere mit der Verantwortung als Vater und Ehemann zu vereinbaren.“ Und zum Stück: „Mit einem wunderbaren Ensemble dieses große Stück Weltliteratur auf die Bühne bringen zu dürfen … Erleben und erfahren zu dürfen, dass es dann doch letztlich ‚LIEBE‘ ist, die einer solchen, vom Schicksal arg getroffenen & strapazierten Familie die Hoffnung, Kraft und Zuversicht gibt, weiter füreinander da zu sein! Welch großes Geschenk für mich!“

Neben Peter Kremer spielen Judith Rosmair seine Frau Mary Cavan Tyrone, Igor Karbus den James Tyrone jr. und Fabian Stromberger den jüngeren Sohn Edmund. Fabian Stromberger ist dem Publikum des Schlosspark Theaters bereits aus verschiedenen Stücken bekannt, während alle anderen Schauspieler sowie das Kreativteam zum ersten Mal an der Steglitzer Bühne arbeiten.

„Eines langen Tages Reise in die Nacht“ mit Peter Kremer, Judith Rosmair, Igor Karbus & Fabian Stromberger
Schauspiel von Eugene O‘Neill

Premiere: Sonnabend, 7. Januar 2023, 20 Uhr
Voraufführungen: 05. & 06.01.23 – weitere Vorstellungen bis 19.02.23 (Änderungen vorbehalten)

 

Beate Luszeit
030 / 789 5667-141
presse@schlossparktheater.de

 

 

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Kranoldmarkt: Innovation braucht strukturierten Prozess

[caption id="attachment_104552" align="aligncenter" width="622"] Größere Veränderungen werfen ihre Schatten voraus: derzeit erfährt das direkte Umfeld des Kranoldplatzes eine Neugestaltung. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Kaum Wissen, keine professionelle Kommunikation. Eine Zukunftsstrategie für den Markt entsteht so nicht. Ein Kommentar von Stephan Voß Eine Anfrage des Bezirksverordneten Dennis Egginger - Gonzales (DIE LINKE) brachte es ans Licht: Im Bezirksamt ist über das tatsächliche Marktgeschehen auf dem Kranoldplatz vergleichsweise wenig Wissen vorhanden. Und es gibt keine erkennbaren Strategien, den Markt für die Zukunft fit zu machen (lesen Sie dazu unseren Bericht). Angesichts eines weit verbreiteten Marktsterbens auf Grund von Nachwuchsmangel, Konkurrenz des Einzelhandels, hohen Preisen, eingeschränkter Produktpalette oder verändertem Einkaufsverhalten, ist dies verantwortungslos besonders vor dem Hintergrund des geplanten Umbaus des Kranoldplatzes.

Kreative Strategien gemeinsam entwickeln

Den Markt für die Zukunft zu sichern, bedürfte sicherlich einer intensiven Kommunikation mit den Markthändlern. Besser noch wäre in diesem Zusammenhang eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit ihnen, wie sie beispielsweise in Hamburg-Mitte realisiert wurde. Die dortigen Wochenmärkte sollten wirtschaftlicher und attraktiver gestaltet werden. Sie sollten dabei nicht nur als Handelsort, sondern auch als soziale und kulturelle Treffpunkte im Rahmen eines Innovationsprozesses weiterentwickelt werden. Der sogenannte Wochenmarktprozess war in vier Phasen unterteilt – Feldforschung, Ideenentwicklung, Testphase und Umsetzung. Er beinhaltete unter anderem sieben halbtägige Workshops, an denen unter anderem Markthändler, Menschen aus der Kreativwirtschaft, Experten und Vertreter der Politik teilgenommen haben. Im Ergebnis wurde für zwei Märkte in Hamburgs Bezirk Mitte ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel und langfristigen Handlungsempfehlungen vorgelegt. * So etwas Ähnliches  – zugeschnitten auf den Kranoldmarkt – gab es bisher nicht, lässt das Bezirksamt verlauten. Zugleich wird jedoch ein enger und kontinuierlicher Kontakt zu den Händlern behauptet. Unabhängig davon, worin dieser besteht, schlägt er sich jedenfalls nicht in einer erkennbaren, auf die Weiterentwicklung und die Sicherung des Marktes bezogenen Strategie nieder. Aber immerhin: Jetzt wird ein gemeinsamer Prozess mit den Markthändlern zur Sicherung der Zukunft des Markts zumindest in Erwägung gezogen. Vielleicht sollte man vorher mal einen Blick in das Konzept des Bezirks Hamburg Mitte wagen. Für solch einen innovativen Prozess, aber auch für die professionelle Alltagskommunikation, bräuchte es natürlich eine gut funktionierende Vertretung der Marktleute. Diese zu bitten, eine solche Vertretung zu bestimmen, lehnt das Bezirksamt jedoch ab. Warum eigentlich? Wie will man denn anders mit den Marktleuten ernsthaft ins Gespräch kommen, geschweige denn produktiv zusammenarbeiten? Wie das Bezirksamt, wie die Marktverwaltung unter diesen Bedingungen sicherstellen will, dass der Kranoldmarkt in Lichterfelde Ost eine gute Zukunft hat, bleibt wohl deren Geheimnis. Jedenfalls könnte kein Unternehmen überleben, ohne zu wissen, wie es sich entwickelt hat und wo genau es aktuell steht, ohne eine genaue Kenntnis über seine Produkte zu haben, ohne nach den Gründen für Misserfolge zu fragen, ohne in einen konstruktiven Dialog mit seinen Mitarbeitern zu gehen, ohne daran zu denken, für neue Kunden und Kundinnen aktiv zu werben und auch neue Zielgruppen zu erschließen und vor allem ohne eine durchdachte Zukunftsstrategie zu haben.

Der Bezirk muss Verantwortung übernehmen

Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, dass sich die Politik tatsächlich für den zukunftssicheren Erhalt des Kranoldmarkts einsetzen würde und nicht nur so zu tun, als ob sie es täte. Die BVV müsste sich zuallererst gemeinsam mit der Verwaltung darauf verständigen, dass es keinesfalls reicht, den Kranoldmarkt nur zu verwalten und – komme, was wolle – am Status quo festzuhalten. Der Auftrag der Marktverwaltung müsste vielmehr lauten, den Kranoldmarkt nicht zuletzt auch wegen des bevorstehenden Umbaus des Kranoldplatzes zukunftssicher zu machen. Den vielen Herausforderungen gegenüber, mit denen städtische Märkte konfrontiert sind, wäre er dann resilienter aufgestellt. Damit es dazu kommen kann, ist es unerlässlich, dafür zeitnah angemessene Strategien unter sachgerechter Einbeziehung der Marktleute, von Kunden und Kundinnen sowie von Fachleuten zu entwickeln und umzusetzen.

Stephan Voß

Stephan Voß ist Mitglied im Bündnis für einen lebendigen Kranoldplatz https://www.kranold-markt-platz.de/ * Cross Innovation Hub Hamburger Kreativgesellschaft Maßnahmenkatalog für die Wochenmärkte im Bezirk Mitte Wochenmärkte der Zukunft Bezirksamt Hamburg Mitte https://cross-innovation-hub.de/magazin/mehr-publikum-fuer-die-hamburger-wochenmaerkte-dieser-massnahmenkatalog-soll-helfen/   Alle Artikel zum Thema Kranoldplatz https://stadtrand-nachrichten.de/category/gesellschaft-politik/kranoldplatz/   Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser. Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen. Herzlichen Dank! Hier geht es zu unserem Paypal-Konto