Neueröffnung Fairkaufhaus in Steglitz

Neueröffnung Fairkaufhaus in Steglitz

Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf v.l.n.r.: Bezirksstadtrat Tim Richter, Dr. Martin Kaufmann (USE gGmbH), Petra Übleis (Sozialkaufhaus Fairkauf), Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski und Ursula Laumann (USE gGmbH)

 

Das von der Union Sozialer Einrichtungen (USE) gGmbH betriebene Fairkaufhaus ist von Zehlendorf ins Zentrum von Steglitz, nur ein paar Schritte von der belebten Schloßstraße entfernt, gezogen.

Die Eröffnung fand am 21.12.2022 in Anwesenheit von Cerstin Richter-Kotowski, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Tim Richter, Bezirksstadtrat für Soziales und Bürgerdienste, Dr. Martin Kaufmann, Geschäftsführer der USE gGmbH, Ursula Laumann, Öffentlichkeitsarbeit USE gGmbH und vielen weiteren Gästen statt.
Zur Eröffnung hielt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, Cerstin Richter-Kotowski, ein kurzes Grußwort.

Nach dem Abverkauf am ehemaligen Standort in Zehlendorf wartet das Sozialkaufhaus mit einem komplett neu zusammengestellten Sortiment auf. Ob Möbel, Haushaltsgegenstände, Kleidung oder Spielwaren – auf der sehr gut angebundenen Verkaufsfläche in der Albrechtstraße 117 findet man im neuen Fairkauf fast alles. Die günstigen Gebrauchtwaren des Sozialkaufhauses sind dabei nicht nur fair, sondern mit Sorgfalt geprüft und daher immer von hoher Qualität.

Cerstin Richter-Kotowski:

„Ich bin äußerst dankbar dafür, dass wir eine so großartige Institution wie das Fairkaufhaus bei uns im Bezirk haben, welches gleich mehrere Vorteile verbindet: Ein Kaufhaus der besonderen Art, faire Angebote zu einem fairen Preis für Menschen, die sich mehr nun einmal nicht leisten können. Das Kaufhaus schafft Jobs und macht Angebote zur Qualifizierung. Und es beruht vor allem auf ehrenamtlichen und bürgerschaftlichem Engagement, denn verkauft werden Gegenstände, die andere Menschen aus Überzeugung gespendet haben.“

Tim Richter:

„Die Eröffnung des Fairkaufhauses macht uns noch einmal deutlich bewusst, dass es Menschen gibt, denen es, aus welchen Gründen auch immer, finanziell nicht so gut geht und die sich zum Teil grundlegende Bedürfnisse gar nicht oder nur kaum erfüllen können. Das betrifft oftmals auch den Kauf von Kleidern und Möbeln, Büchern und Spielzeug. Gerade in diesen turbulenten Zeiten fühlen sich viele vom gesellschaftlichen Leben ein stückweit ausgeschlossen. Beim Fairkaufhaus geht es also um weit mehr als nur einkaufen zu gehen. Ich hoffe, dass das Fairkaufhaus noch lange erfolgreich sein möge.“

Das vielfältige Sortiment setzt sich aus Wohnungsauflösungen und Einzelspenden zusammen. Empfänger von ALG II und Grundsicherung erhalten einen Rabatt von 20 Prozent auf die Verkaufsware. Zum Angebot zählen auch Wohnungsauflösungen und die kostenlose Abholung von Spenden in Form von gebrauchten Möbeln oder Textilien.
Das Fairkaufhaus ist eines der vielen Angebote der beruflichen Teilhabe für Menschen mit einer meist psychischen Behinderung der USE. Wie an den sechs großen Standorten und vielen Außenstellen der USE arbeiten auch hier Menschen mit und ohne Behinderung im Team zusammen.

Weitere Informationen zum Fairkaufhaus finden Sie hier: https://u-s-e.org/einkaufen-erleben/sozialkaufhaus-fairkauf/

 

 

(BA Steglitz-Zehlendorf)

 

 

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Kranoldmarkt: Innovation braucht strukturierten Prozess

[caption id="attachment_104552" align="aligncenter" width="622"] Größere Veränderungen werfen ihre Schatten voraus: derzeit erfährt das direkte Umfeld des Kranoldplatzes eine Neugestaltung. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Kaum Wissen, keine professionelle Kommunikation. Eine Zukunftsstrategie für den Markt entsteht so nicht. Ein Kommentar von Stephan Voß Eine Anfrage des Bezirksverordneten Dennis Egginger - Gonzales (DIE LINKE) brachte es ans Licht: Im Bezirksamt ist über das tatsächliche Marktgeschehen auf dem Kranoldplatz vergleichsweise wenig Wissen vorhanden. Und es gibt keine erkennbaren Strategien, den Markt für die Zukunft fit zu machen (lesen Sie dazu unseren Bericht). Angesichts eines weit verbreiteten Marktsterbens auf Grund von Nachwuchsmangel, Konkurrenz des Einzelhandels, hohen Preisen, eingeschränkter Produktpalette oder verändertem Einkaufsverhalten, ist dies verantwortungslos besonders vor dem Hintergrund des geplanten Umbaus des Kranoldplatzes.

Kreative Strategien gemeinsam entwickeln

Den Markt für die Zukunft zu sichern, bedürfte sicherlich einer intensiven Kommunikation mit den Markthändlern. Besser noch wäre in diesem Zusammenhang eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit ihnen, wie sie beispielsweise in Hamburg-Mitte realisiert wurde. Die dortigen Wochenmärkte sollten wirtschaftlicher und attraktiver gestaltet werden. Sie sollten dabei nicht nur als Handelsort, sondern auch als soziale und kulturelle Treffpunkte im Rahmen eines Innovationsprozesses weiterentwickelt werden. Der sogenannte Wochenmarktprozess war in vier Phasen unterteilt – Feldforschung, Ideenentwicklung, Testphase und Umsetzung. Er beinhaltete unter anderem sieben halbtägige Workshops, an denen unter anderem Markthändler, Menschen aus der Kreativwirtschaft, Experten und Vertreter der Politik teilgenommen haben. Im Ergebnis wurde für zwei Märkte in Hamburgs Bezirk Mitte ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel und langfristigen Handlungsempfehlungen vorgelegt. * So etwas Ähnliches  – zugeschnitten auf den Kranoldmarkt – gab es bisher nicht, lässt das Bezirksamt verlauten. Zugleich wird jedoch ein enger und kontinuierlicher Kontakt zu den Händlern behauptet. Unabhängig davon, worin dieser besteht, schlägt er sich jedenfalls nicht in einer erkennbaren, auf die Weiterentwicklung und die Sicherung des Marktes bezogenen Strategie nieder. Aber immerhin: Jetzt wird ein gemeinsamer Prozess mit den Markthändlern zur Sicherung der Zukunft des Markts zumindest in Erwägung gezogen. Vielleicht sollte man vorher mal einen Blick in das Konzept des Bezirks Hamburg Mitte wagen. Für solch einen innovativen Prozess, aber auch für die professionelle Alltagskommunikation, bräuchte es natürlich eine gut funktionierende Vertretung der Marktleute. Diese zu bitten, eine solche Vertretung zu bestimmen, lehnt das Bezirksamt jedoch ab. Warum eigentlich? Wie will man denn anders mit den Marktleuten ernsthaft ins Gespräch kommen, geschweige denn produktiv zusammenarbeiten? Wie das Bezirksamt, wie die Marktverwaltung unter diesen Bedingungen sicherstellen will, dass der Kranoldmarkt in Lichterfelde Ost eine gute Zukunft hat, bleibt wohl deren Geheimnis. Jedenfalls könnte kein Unternehmen überleben, ohne zu wissen, wie es sich entwickelt hat und wo genau es aktuell steht, ohne eine genaue Kenntnis über seine Produkte zu haben, ohne nach den Gründen für Misserfolge zu fragen, ohne in einen konstruktiven Dialog mit seinen Mitarbeitern zu gehen, ohne daran zu denken, für neue Kunden und Kundinnen aktiv zu werben und auch neue Zielgruppen zu erschließen und vor allem ohne eine durchdachte Zukunftsstrategie zu haben.

Der Bezirk muss Verantwortung übernehmen

Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, dass sich die Politik tatsächlich für den zukunftssicheren Erhalt des Kranoldmarkts einsetzen würde und nicht nur so zu tun, als ob sie es täte. Die BVV müsste sich zuallererst gemeinsam mit der Verwaltung darauf verständigen, dass es keinesfalls reicht, den Kranoldmarkt nur zu verwalten und – komme, was wolle – am Status quo festzuhalten. Der Auftrag der Marktverwaltung müsste vielmehr lauten, den Kranoldmarkt nicht zuletzt auch wegen des bevorstehenden Umbaus des Kranoldplatzes zukunftssicher zu machen. Den vielen Herausforderungen gegenüber, mit denen städtische Märkte konfrontiert sind, wäre er dann resilienter aufgestellt. Damit es dazu kommen kann, ist es unerlässlich, dafür zeitnah angemessene Strategien unter sachgerechter Einbeziehung der Marktleute, von Kunden und Kundinnen sowie von Fachleuten zu entwickeln und umzusetzen.

Stephan Voß

Stephan Voß ist Mitglied im Bündnis für einen lebendigen Kranoldplatz https://www.kranold-markt-platz.de/ * Cross Innovation Hub Hamburger Kreativgesellschaft Maßnahmenkatalog für die Wochenmärkte im Bezirk Mitte Wochenmärkte der Zukunft Bezirksamt Hamburg Mitte https://cross-innovation-hub.de/magazin/mehr-publikum-fuer-die-hamburger-wochenmaerkte-dieser-massnahmenkatalog-soll-helfen/   Alle Artikel zum Thema Kranoldplatz https://stadtrand-nachrichten.de/category/gesellschaft-politik/kranoldplatz/   Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser. Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen. Herzlichen Dank! Hier geht es zu unserem Paypal-Konto