
Ein ungewöhnlicher Anblick: Der rekonstruierte Beelitzer Jagdschirm ist ganz mit Borke eingefasst. Foto: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
Sein ursprüngliches Erscheinungsbild konnte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) dem „Beelitzer Jagdschirm“ auf der Pfaueninsel zurückgeben.
Bei dem sogenannten „Jagdschirm“ aus den Beelitzer Bergen handelt es sich um eine Jagdhütte, die 1796 vom Hofzimmermeister Johann Gottlieb Brendel für König Friedrich Wilhelm II. im königlichen Jagdrevier bei Beelitz errichtet und dann auf Wunsch des Königs auf die Pfaueninsel umgesetzt worden war. Der mit Brettern verschalte Fachwerkbau ist außen vollständig mit Eichenborke bekleidet. Innen befand sich ein Salon für die Jagdgesellschaft, der mit Vorhängen und bemalten Papiertapeten mit kannelierten Pilastern und aufgeklebten Basen und Kapitellen bekleidet war. Die Jagdschützen schossen aus dem dunklen Sockelgeschoss, das nur schmale Schießscharten aufwies.
1828 entstand durch die Anlage eines Teiches mit Zu- und Abflußgraben eine künstliche Vorinsel, so dass der Jagdschirm nur über zwei Brücken zu erreichen ist. Nach Anlage der Hirschbucht und des Biberbaus 1834 in unmittelbarer Nähe konnte der Jagdschirm zur Tierbeobachtung dienen. Mit dem Wegzug der Menagerie 1842 verlor der Jagdschirm diese Funktion.
Hervorstechendes Merkmal am Außenbau ist die Verkleidung des Gebäudes mit Eichenborken. Man könnte sie als eine Art hölzerne Grottierung bezeichnen, die der Hofzimmermann Brendel anfangs sogar beim Pfaueninselschloss selbst vornehmen wollte. Die Borke diente einerseits als Camouflage für das Gebäude, war andererseits beliebtes Element der Parkausstattung im späten 18. Jahrhundert und Ausdruck der einfacher Naturverbundenheit.
Ursprünglich war für die Bekleidung Borke oder Rinde von heimischen Trauben- oder Stieleichen verwendet worden, die als Abfallsprodukt der Gerbsäureherstellung leicht zu beziehen war. Bei einer Sanierung des Jagdschirms 1961 konnte keine einheimische Eichenborke beschafft werden, so dass Korkeiche aus Portugal verwendet wurde. Diese unterscheidet sich aber in Farbigkeit und Struktur deutlich von den hiesigen Eichen und passt nicht zur Pfaueninsel. Die Korkeiche wurde deshalb bei der aktuellen Sanierung bis auf ein kleines Referenzstück entfernt, die Fragmente der vermutlich noch ursprünglichen Eichenrinde wurden wieder befestigt. Alle anderen Flächen wurden durch neue Eichenrinde rekonstruiert, die aus dem Forstbezirk Leipzig,dem früheren Jagdrevier der sächsischen Kurfürsten und Könige, stammt.
Auch das Innere der Hütte wurde saniert. Die noch aus der Erbauungsphase des Jagdschirms stammende frühklassizistische Wandgestaltung aus der Zeit vor 1796 lässt den Innenraum wie einen antiken Tempel erscheinen. Die Bretterverschalung des Salons wurde mit collageartig verklebten farbig gefassten Papierbahnen bekleidet. Für die Flächen zwischen den Säulen konnte Scheeles Grün nachgewiesen werden, ein erstmals 1778 hergestelltes arsenhaltiges Kupferpigment, das zur damaligen Zeit besonders wegen seiner intensiv leuchtenden Farbigkeit sehr begehrt war.
Der Innenraum wurde seit seiner Erbauung mehrfach renoviert. Erhalten blieb nur die erste direkt auf den Holzträger verklebte Papiertapete mit farbiger Fassung und zwar aus der Zeit, als das Gebäude vor seiner Umsetzung 1796 noch in Beelitz stand. Der Zustand der über 200 Jahre alten Papiertapeten ist jedoch als sehr fragmentarisch zu bezeichnen, und die ursprünglich hohe Qualität der Ausführung ist nur noch schwer erkennbar. Die Tapeten wurden restauratorisch untersucht und konserviert. Der Totalverlust auf der Westwand wurde durch handgeschöpfte Büttenpapierbögen geschlossen, sie wurden farbig nicht rekonstruiert. Verloren gingen die Fassung der Decke und der ursprüngliche Holzfußboden, der nach dem 2. Weltkrieg als Feuerholz verwendet wurde.
Die seit acht Jahren durch die Beschädigung der Gotischen Brücke unterbrochene Wegeverbindung auf die Insel zum Beelitzer Jagdschirm wurde seit Herbst 2008 aufwändig restauriert und rekonstruiert. Dazu gehören unter anderem die Rekonstruktion des östlichen Höhenuferweges, der Platzfläche am Beelitzer Jagdschirm nach historischen Plänen, die Restaurierung der westlichen Wegeanbindung zur Robinienbrücke sowie der Rückbau des entstandenen Trampelpfades westlich des Biberteiches.
(sn)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 50.000 Euro die Sanierung der Dachkonstruktion und Dachhaut im westlichen Querschiff der Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz. Die Gemeinde ist weiter auf Spenden angewiesen.
Denn insgesamt sollen nach den Berechnungen des beauftragten Planungsbüros die Arbeiten rund zwei Millionen Euro kosten, davon muss die Gemeinde 150.000 Euro selbst tragen. In drei Bauabschnitten werden zunächst die Portaltürme, das Kirchenschiff und die Querhäuser erneuert. Danach folgt der Kirchturm, zuletzt werden Apsis und Sakristei neu eingedeckt.
Das Gotteshaus hat ein neues Dach dringend nötig. Stürme der letzten Jahre haben der Konstruktion stark zugesetzt, teilweise sind Dachziegel auf den Kirchhof und die stark frequentierte Paul-Schneider-Straße und die Gallwitzallee gestürzt. Die Kupferbekrönungen, so hält es der Denkmalplaner in seinem Gutachten weiter fest, sind korrodiert, die darunterliegende Schalung ist durchfeuchtet. An der Dachkonstruktion fehlen Ziegel. Wo eine Dämmung vorhanden ist, ist sie durchfeuchtet und besteht aus krebserregenden Baustoffen. Kurz gesagt: hier musste etwas passieren, und zwar schnell.
Die Dreifaltigkeitskirche gilt mit ihrem imposanten hoch aufragenden Turm als Wahrzeichen und Zentrum von Lankwitz. Der Sakralbau wurde im Stil der märkischen Backsteingotik ab 1903 errichtet und 1906 geweiht. Der Detailreichtum der Fassade setzt sich nach oben hin fort; die Dachlandschaft ist durch eine Vielzahl an verschiedenen Konstruktionen unterschiedlicher Dach- und Turmformen, Material und Verzierungen geprägt. Der dominierende Vierungsturm mit seiner Zier verleiht der Dreifaltigkeitskirche ihr markantes Aussehen.
Die Gemeinde beheimatet in ihren Gebäuden unter anderem eine Pflegestation, die Haltestelle Diakonie für die Unterstützung psychisch oder an Demenz Erkrankter und ein Sozialcafé. In Zusammenarbeit mit der „Berliner Tafel“ gibt es wöchentlich eine Lebensmittelausgabe, die 140 Haushalte versorgt. Jährlich zum Totensonntag im November gibt es eine interreligiöse Gedenkfeier zur Erinnerung an Menschen, die einsam verstorben sind und behördlich bestattet wurden.
Spenden für die Sanierung der Kirche sind möglich auf das Konto
Dreifaltigkeitsgemeinde Lankwitz
IBAN: DE03 5206 0410 6803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Spendenzweck: Kirchendach
Der Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt aus Spendengeldern der Stiftung und aus Lottomitteln.