Ein herrlicher Tag war der Donnerstag für Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) – nicht nur wegen des herrlichen Wetters, sondern vor allem, weil sie den Grundstein für den Erweiterungsbau des Arndt-Gymnasiums in Dahlem legen durfte.

Mit ein wenig männlicher Hilfe versenkten Schulleiterin Ute Stäbe-Wegemund (links) und Bezirksstadträtin Kerstin Richter-Kotowski die Zeitkapsel. Foto: Gogol
Der zweigeschossige Bau soll dafür sorgen, dass sich die Raumsituation an dem expandierenden Gymnasium entspannt. Vor allem für das Unterrichtsangebot an alten Sprachen soll mehr Platz geschaffen werden.
Für die Zeit des Baus wurde ein Containerdorf errichtet, in dem die Schüler lernen werden, bis der Neubau fertig ist. Und damit aus dem Provisorium kein Dauerzustand wird, ist geplant, an der Stelle, wo jetzt die Container stehen, nach Fertigstellung des Neubaus eine Sporthalle zu errichten.
Mehr als sieben Millionen Euro investiert der Bezirk in den Erweiterungsbau, noch einmal vier Millionen in die Sporthalle. Das verdeutliche, dass der Bezirk in die Schulen investiert, sagte Richter-Kotowski angesichts des Sanierungsstaus im Bezirk. Weitere Maßnahmen an der Goethe-Schule, der Grundschule am Insulaner und am Hort der Schweizerhof-Grundschule sollen folgen, stellte die Bezirksstadträtin in Aussicht.
Begeistert, dass es nun endlich losgehe, war auch Schulleiterin Ute Stäbe-Wegemund, die sich seit fünfeinhalb Jahren auf den Neubau freute. Gemeinsam mit Richter Kotowski versenkte sie eine Zeitkapsel, in der unter anderem auch eine Flasche Wein lag.
Errichtet wird der Neubau von AFF architects, die bereits 2011 den Architektenwettbewerb gewonnen hatten. Zwischen historischem Schulhaus und Neubau soll eine Art Arkadenhof entstehen. Fertig sein soll der Bau 2016.
(go)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (