1.000 Postkarten sprechen eine klare Sprache

1.000 Postkarten sprechen eine klare Sprache

Illustration und Gestaltung von Oliver Marraffa

 

Die Einkaufs- und Aufenthaltsqualität im Zentrum von Lichterfelde Ost verbessern, den Kranoldmarkt erhalten und den Kranoldplatz attraktiv gestalten!

Mit 1.000 Postkarten an die Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg und die Stadträte Urban Aykal und Michael Karnetzki unterstützen Bürger*innen die Ideen der Initiative „Lebenswerter Kranoldplatz“ zur Umgestaltung des Kranoldplatzes.

Schon im Juli 22, nach dem Event „Kranoldplatziertsichneu“, wurden über 500 Postkarten ins Rathaus Steglitz-Zehlendorf gebracht. In den Monaten danach haben Besucher*innen des Kranoldmarktes auf weiteren 500 Postkarten ihre Unterstützung der Ideen der Initiative „Lebenswerter Kranoldplatz“ zur Zukunft des Marktes und zur Entwicklung eines für alle Bürger*innen attraktiven Platzes im Zentrum von Lichterfelde Ost bekundet. Diese Postkarten wurden am 28.11.2022 von der Initiative „Lebenswerter Kranoldplatz“ ebenfalls im Rathaus übergeben.

Die Postkarten unterstreichen die große Bedeutung des Kranoldmarktes für die Einkaufsqualität in Lichterfelde Ost. Sie zeigen aber auch sehr eindrucksvoll und in aller Deutlichkeit den Wunsch der Marktbesucher*innen, im Zentrum von Lichterfelde Ost anstelle eines tristen Parkplatzes einen Ort der Begegnung, des Austausches, für Kultur, für Non-Food-Märkte oder einfach auch nur zum Verweilen nutzen zu können. Sie wünschen sich einen attraktiv und zeitgemäß gestalteten Platz für Bürger*innen jeden Alters, der heutigen Ansprüchen und Anforderungen an Nachhaltigkeit sowie Klima- und Umweltverträglichkeit genügt.

Die Initiative „Lebenswerter Kranoldplatz“ hat in einem Begleitschreiben zur Übergabe der Postkarten an die Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg und die Stadträte Urban Aykal und Michael Karnetzki nochmals darauf hingewiesen, dass der Kranoldplatz als Parkplatz nicht gebraucht wird: In den im Zentrum von Lichterfelde Ost gelegenen Parkhäusern stehen an jedem Wochentag tagsüber im Durchschnitt rund 225 freie Parkplätze zur Verfügung. Sie hat auch darauf aufmerksam gemacht, dass ein lebendiger, Menschen anziehender Platz und ein für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen sicheres und attraktives Zentrum in Lichterfelde Ost mit hoher Aufenthaltsqualität dem Einzelhandel vor Ort zu Gute kommt. Dies sei insbesondere deshalb wichtig, um den seit Jahren spürbaren Abwärtstrend rund um den Platz infolge zunehmenden Leerstands und qualitativ nachlassender Angebotsstruktur zu stoppen und so auch für die tatsächlich nur noch sehr wenigen inhabergeführten Geschäfte rund um den Platz eine langfristige Perspektive zu schaffen.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund betonte die Initiative Lebenswerter Kranoldplatz nochmals ihre Forderung nach einer nachhaltigen, klimabewussten, umweltverträglichen und ökologischen Umgestaltung des Kranoldplatzes und seiner Umgebung im Rahmen eines integrierten Gesamtkonzepts, eine Forderung, zu der sich bisher keine Partei der Zählgemeinschaft öffentlich positioniert hat.

Helfen Sie mit, dass der Kranoldplatz wieder zu unserer lebenswerten Mitte wird.

Weitere Informationen zur Initiative Lebenswerter Kranoldplatz finden Sie unter: www.lebenswerterkranoldplatz.de

Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen oder bei uns mitmachen möchten.

Kontakt: info@lebenswerterkranoldplatz.de

 


V.i.S.d.P.: Stephan Voß

 

 

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Kranoldmarkt: Innovation braucht strukturierten Prozess

[caption id="attachment_104552" align="aligncenter" width="622"] Größere Veränderungen werfen ihre Schatten voraus: derzeit erfährt das direkte Umfeld des Kranoldplatzes eine Neugestaltung. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Kaum Wissen, keine professionelle Kommunikation. Eine Zukunftsstrategie für den Markt entsteht so nicht. Ein Kommentar von Stephan Voß Eine Anfrage des Bezirksverordneten Dennis Egginger - Gonzales (DIE LINKE) brachte es ans Licht: Im Bezirksamt ist über das tatsächliche Marktgeschehen auf dem Kranoldplatz vergleichsweise wenig Wissen vorhanden. Und es gibt keine erkennbaren Strategien, den Markt für die Zukunft fit zu machen (lesen Sie dazu unseren Bericht). Angesichts eines weit verbreiteten Marktsterbens auf Grund von Nachwuchsmangel, Konkurrenz des Einzelhandels, hohen Preisen, eingeschränkter Produktpalette oder verändertem Einkaufsverhalten, ist dies verantwortungslos besonders vor dem Hintergrund des geplanten Umbaus des Kranoldplatzes.

Kreative Strategien gemeinsam entwickeln

Den Markt für die Zukunft zu sichern, bedürfte sicherlich einer intensiven Kommunikation mit den Markthändlern. Besser noch wäre in diesem Zusammenhang eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit ihnen, wie sie beispielsweise in Hamburg-Mitte realisiert wurde. Die dortigen Wochenmärkte sollten wirtschaftlicher und attraktiver gestaltet werden. Sie sollten dabei nicht nur als Handelsort, sondern auch als soziale und kulturelle Treffpunkte im Rahmen eines Innovationsprozesses weiterentwickelt werden. Der sogenannte Wochenmarktprozess war in vier Phasen unterteilt – Feldforschung, Ideenentwicklung, Testphase und Umsetzung. Er beinhaltete unter anderem sieben halbtägige Workshops, an denen unter anderem Markthändler, Menschen aus der Kreativwirtschaft, Experten und Vertreter der Politik teilgenommen haben. Im Ergebnis wurde für zwei Märkte in Hamburgs Bezirk Mitte ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel und langfristigen Handlungsempfehlungen vorgelegt. * So etwas Ähnliches  – zugeschnitten auf den Kranoldmarkt – gab es bisher nicht, lässt das Bezirksamt verlauten. Zugleich wird jedoch ein enger und kontinuierlicher Kontakt zu den Händlern behauptet. Unabhängig davon, worin dieser besteht, schlägt er sich jedenfalls nicht in einer erkennbaren, auf die Weiterentwicklung und die Sicherung des Marktes bezogenen Strategie nieder. Aber immerhin: Jetzt wird ein gemeinsamer Prozess mit den Markthändlern zur Sicherung der Zukunft des Markts zumindest in Erwägung gezogen. Vielleicht sollte man vorher mal einen Blick in das Konzept des Bezirks Hamburg Mitte wagen. Für solch einen innovativen Prozess, aber auch für die professionelle Alltagskommunikation, bräuchte es natürlich eine gut funktionierende Vertretung der Marktleute. Diese zu bitten, eine solche Vertretung zu bestimmen, lehnt das Bezirksamt jedoch ab. Warum eigentlich? Wie will man denn anders mit den Marktleuten ernsthaft ins Gespräch kommen, geschweige denn produktiv zusammenarbeiten? Wie das Bezirksamt, wie die Marktverwaltung unter diesen Bedingungen sicherstellen will, dass der Kranoldmarkt in Lichterfelde Ost eine gute Zukunft hat, bleibt wohl deren Geheimnis. Jedenfalls könnte kein Unternehmen überleben, ohne zu wissen, wie es sich entwickelt hat und wo genau es aktuell steht, ohne eine genaue Kenntnis über seine Produkte zu haben, ohne nach den Gründen für Misserfolge zu fragen, ohne in einen konstruktiven Dialog mit seinen Mitarbeitern zu gehen, ohne daran zu denken, für neue Kunden und Kundinnen aktiv zu werben und auch neue Zielgruppen zu erschließen und vor allem ohne eine durchdachte Zukunftsstrategie zu haben.

Der Bezirk muss Verantwortung übernehmen

Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, dass sich die Politik tatsächlich für den zukunftssicheren Erhalt des Kranoldmarkts einsetzen würde und nicht nur so zu tun, als ob sie es täte. Die BVV müsste sich zuallererst gemeinsam mit der Verwaltung darauf verständigen, dass es keinesfalls reicht, den Kranoldmarkt nur zu verwalten und – komme, was wolle – am Status quo festzuhalten. Der Auftrag der Marktverwaltung müsste vielmehr lauten, den Kranoldmarkt nicht zuletzt auch wegen des bevorstehenden Umbaus des Kranoldplatzes zukunftssicher zu machen. Den vielen Herausforderungen gegenüber, mit denen städtische Märkte konfrontiert sind, wäre er dann resilienter aufgestellt. Damit es dazu kommen kann, ist es unerlässlich, dafür zeitnah angemessene Strategien unter sachgerechter Einbeziehung der Marktleute, von Kunden und Kundinnen sowie von Fachleuten zu entwickeln und umzusetzen.

Stephan Voß

Stephan Voß ist Mitglied im Bündnis für einen lebendigen Kranoldplatz https://www.kranold-markt-platz.de/ * Cross Innovation Hub Hamburger Kreativgesellschaft Maßnahmenkatalog für die Wochenmärkte im Bezirk Mitte Wochenmärkte der Zukunft Bezirksamt Hamburg Mitte https://cross-innovation-hub.de/magazin/mehr-publikum-fuer-die-hamburger-wochenmaerkte-dieser-massnahmenkatalog-soll-helfen/   Alle Artikel zum Thema Kranoldplatz https://stadtrand-nachrichten.de/category/gesellschaft-politik/kranoldplatz/   Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser. Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen. Herzlichen Dank! Hier geht es zu unserem Paypal-Konto