In der kommenden Woche beginnnen die Abriss- und Bauvorbereitungsarbeiten auf dem Gelände des Oskar-Helene-Heims für den Gesundheitsstandort „eins“ und den Wohnstandort „Oskar Helene Park“.
Nach der Abstimmung mit dem Bezirksamt rollen an der Clayallee ab kommender Woche die Bagger, teilten die beiden Investoren mit. Auf dem elf Hektar großen Grundstück errichtet „Die Wohnkompanie“ mit dem Geschäftsführer Stephan Allner bis 2014 unter dem Namen „Oskar Helene Park“ einen neuen Wohnstandort mit 48 Doppel- und Reihenhäusern sowie sieben Gebäuden mit 74 Miet- und Eigentumswohnungen. Daneben vervollständigen noch 78 Bestands-Mietwohnungen das Wohnprojekt. Gleich nebenan realisieren Jürgen Kahl und Arnold Ernst von der OHA Projektentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG gemeinsam mit Peter Wulff von der Blue Health GmbH den Gesundheitsstandort „eins – alles für die Gesundheit“. Auch er soll 2014 in Betrieb gehen.
Obwohl beide Projekte eigenständig sind, erfolgt die Baustellenerschließung in Kooperation. „Wir wollen den Anwohnern mögliche Doppelbelastungen ersparen und erledigen daher viele Arbeiten in einem Zuge“, erklärt Allner. „Beide Projekte benutzen teilweise die selbe Baustellenlogistik. Das spart Kosten und Zeit“, ergänz Kahl. So wird es zum Beispiel nur eine zentrale Zufahrt auf das Grundstück geben, aus ökologischen Gründen ist später auch eine gemeinsame Wärmeversorgung per Blockheizkraftwerk geplant.
Auch die Baumschnittarbeiten finden ab kommender Woche auf dem gesamten Grundstück statt, um Flora und Fauna zu schonen und die Anwohner zu entlasten. „Alle Baumaßnahmen auf dem Grundstück werden von einem externen Sachverständigen begleitet, der die Einhaltung des Baumschutzes überwacht und die Landschaftsplanung verantwortet“, so Kahl. Die OHA Projektentwicklungsgesellschaft hat zudem unter der Telefonnummer (030) 30 11 19 26 eine Hotline eingerichtet, unter der Fragen und Anregungen zu den Bauarbeiten entgegengenommen werden.
Nach der Einrichtung der Baustelle und den Bauvorbereitungen im Februar soll spätestens im April mit dem Abriss der Gebäude begonnen werden. Im Sommer starten die beiden Investoren dann mit dem Bau ihrer Tiefgarage „Vor dem Winter 2013 stehen dann schon die Grundmauern der Gebäude“, ist Allner zuversichtlich.
Insgesamt werden 135 Millionen in den Standort investiert.
(sn)











Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (