
Das ist Kunst, muss aber trotzdem weg: die Bäkebrücke. | Foto: Daniela von Treuenfels
Die seit Jahren immer wieder verschobene Neuerrichtung der Bäkebrücke über den Teltowkanal kann beginnen. Bis Frühjahr 2029 soll das neue Bauwerk stehen.
Dass es jetzt tatsächlich endlich losgehen kann, ist dem Sondervermögen des Bundes zu verdanken. „Nachdem die Bundesregierung das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität auch für die Bundeswasserstraßen geöffnet hat, nehmen wir die Bundesregierung jetzt beim Wort und schreiben alles aus, was baureif ist“, sagt Rolf Dietrich als Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin.
Seine Behörde hat trotz Urlaubszeit im Hochsommer Außergewöhnliches geleistet. Der Beschluss der Bundesregierung, der noch vom Bundestag bestätigt werden muss, wurde am 6. Juli getroffen. Die Ausschreibung zum Bauvorhaben Bäkebrücke wurde am 29. Juli veröffentlicht. Insgesamt will das Wasserstraßen-Amt mit den Sondermitteln vier Bauprojekte realisieren.
Insgesamt umfassen die schnell aus der Schublade geholten und gestarteten Bauvorhaben ein Investitionsvolumen von 60 Millionen Euro. In diesem Paket ist auch mit einer Summe von „unter fünf Millionen Euro“, so Dietrich, die Bäkebrücke enthalten; die Überführung der Bäkestraße über den Teltowkanal verbindet den Hindenburg- mit dem Ostpreußendamm beziehungsweise Lichterfelde West mit dem Lankwitzer Musikerviertel und Lichterfelde Ost.

Foto: Daniela von Treuenfels
Das erstmals 1907 errichtete Bauwerk gehörte zu den frühen Stahlbrücken des Kanals, Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie zerstört. 1959 wurde die Brücke mit Teilen des ebenfalls kriegszerstörten und baugleichen Krahmerstegs wieder aufgebaut. Heute ist der bauliche Zustand der Überführung so schlecht, dass sie nur noch von PKW mit einem Gewicht von maximal 2,8 Tonnen befahren werden darf.
Mit den Abrissarbeiten soll Anfang nächsten Jahres begonnen werden. Wer mit dem Auto noch einmal sanft um die auf dem Asphalt liegenden „Spurverschmaler“ kurven möchte, kann dafür ein Zeitfenster von einigen Monaten nutzen. Die Bäkestraße wurde vor einem Jahr wegen Bauarbeiten der Wasserbetriebe gesperrt. Das Unternehmen nutzte einen Teil der Straße als Baustelleneinrichtung für Arbeiten am Teltowkanal.
Die Arbeiter der Wasserbetriebe und die Leute von Stromnetz Berlin haben sich an diesem Ort sozusagen die Klinke in die Hand gegeben. Übergangslos haben sich die Berliner Energie-Lieferanten vor einigen Monaten mit ihrem Equipment in der Bäkestraße eingerichtet – Durchfahrt nicht möglich.

Die typischen Schmalspur-Betoninseln, im Hintergrund die Baustelle von Stromnetz Berlin in der Bäkestraße. | Foto: Daniela von Treuenfels
Bis etwa Ende September fräsen sich also nochmals Bagger durch den Untergrund unter dem Teltowkanalweg, um Hochspannungskabel zu verlegen beziehungsweise zu ersetzen. Die Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der Beseitigung der Schäden, die beim Anschlag vom Januar auf die Kabelbrücke in Höhe des Kraftwerks Lichterfelde entstanden sind, wie Unternehmenssprecher Olaf Weidner erklärt.
In diesem Zusammenhang wird in den nächsten Wochen in der Nähe der Königsberger Straße eine „größere Baugrube“ entstehen, so Weidner. Dort wird dann Platz geschaffen für eine „Hochspannungskabelmuffe“, also eine Art geschützte Verbindungs- und Verteilstation. Unabhängig voneinander funktionierende Kabelanlagen sollen größere Havarien unwahrscheinlicher machen. Wie lange die Reparaturarbeiten in Lichterfelde noch andauern, ist unklar.
Daniela von Treuenfels
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Der Zustand der Breitenbachbrücke wird regelmäßig untersucht. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Risse im Bauwerk rufen die Spezialisten auf den Plan: die Autobahnbrücke über den Breitenbachplatz wird im Monatsrhythmus untersucht.
Um für die regelmäßigen Checks und eventuell notwendige Arbeiten ausreichend Platz zu haben, hat die Senatsverwaltung einen Bereich in Höhe der Dillenburger Straße abgesperrt. Rund 20 Parkplätze an dieser Stelle können nun nicht mehr genutzt werden.
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Oberhalb der gelben Markierung deutlich erkennbar: Risse im Beton. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Grund für die erhöhte Wachsamkeit sind deutlich sichtbare Risse an der Westseite der Trasse. Warum die Schäden genau hier auftreten, erschließt sich bei einem Blick auf die Fahrbahn: Bevor im vergangenen Jahr die ausführende Baufirma gekündigt wurde (
Der Asphalt ist abgetragen, auf dem Fahrbahnuntergrund stehen große Pfützen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Derweil stockt die Suche nach einem neuen Bauunternehmen, das die begonnenen Arbeiten fortsetzt. „Grund ist ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer Berlin, das ein unterlegener Bieter eingeleitet hat“, heißt es in einer Mitteilung der Verkehrsverwaltung. Eine Entscheidung werde in den nächsten Wochen erwartet. „Bis dahin ruht die Vergabe der Bauleistungen und der ursprünglich für Anfang 2026 geplante Termin der Wiederaufnahme der Rückbauarbeiten verzögert sich weiter.“
In der Zwischenzeit sickert das Wasser auch in die Ritzen, die im vergangenen Winter entstanden sind. Vor dem nächsten Frost muss man sich wohl ein wenig fürchten.