„Was haben der Berliner Südwesten und Baden-Württemberg gemeinsam?“ fragte Christian Wiesenhütter, stellvertretender Hauptgeschäftsführer Indistrie- und Handelskammer (IHK) Berlin, in seiner Begrüßung bei der Veranstaltung „IHK vor Ort“ im Seminaris Campushotel in Dahlem am Montagabend. Drei Punkte verbinden nach seiner Meinung den Berliner Südwesten und das südliche Bundesland: „Beide haben eine hohe Lebensqualität, eine sehr gute Wissenschaftslandschaft mit einer exzellenten Mischung namhafter Forschungseinrichtungen. Es gibt historische Entdeckungen hier wie dort. Im Berliner Südwesten beispielsweise die erste elektrische Straßenbahn derWelt, die 1881 in Lichterfelde in Betrieb genommen wurde. Und drittens steht der Südwesten in Berlin und in Baden-Württemberg für eine sehr gute Mischung aus Einkaufen, Wohnen, Leben und Arbeiten.“
Norbert Kopp (CDU), Bezirksbürgermeister Steglitz-Zehlendorf, wünschte sich, „Wirtschaft undWissenschaft noch stärker im Berliner Südwesten zu verbinden“. Dafür brauche der Bezirk einen Ort, an demWissenschaftler und Unternehmen voneinander profitieren, ein Technologie- und Gründungszentrum (TGZ).
„Revolutionen in der Medizin können genauso leicht in Dahlem wie in Silicon Valley entwickelt werden. Dafür brauchen wir ein TGZ“, forderte Prof. Dr. Hans Lehrach, Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik. Prof. Dr. Manfred Hennecke, Präsident a.D. der BAM – Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung zeigte an Ausgründungen der BAM, warum sich diese Unternehmen nicht im Berliner Südwesten niedergelassen haben. „Sie wollten am Standort bleiben, haben aber keinen Ort gefunden, wo die Nähe zum F & E-Portfolio der BAM möglich gewesen wäre. Junge Leute brauchen diese Nähe. Sie pflegen zahlreiche interne Kooperationen zur Teilhabe an wissenschaftlichen Entwicklungen, nutzen die Infrastruktur der BAM, und die Nähe beruhigt die Kunden.“ Er wünschte sich, dass Ausgründungen auch optisch im Südwesten sichtbarer werden beispielsweise mit Firmenschildern, „damit täglich wahrgenommen wird, was in Dahlem passiert“. Eine Idee, der auch Dr. Reinhard Baumgarten, Projektleiter des Regionalmanagement Berlin-Südwest (RMSW), zustimmte als er die Projekte der Zukunftsregion Berlin Südwest vorstellte. Wie seine Vorredner begründete er die Notwendigkeit eines TGZ am Standort Fabeckstraße.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Henner Bunde, Staatssekretär fürWirtschaft, Technologie und Forschung;, Prof. Dr. Monika Schäfer-Korting, erste Vizepräsidentin Freie Universität Berlin, Dr. Bodo Lange, Geschäftsführer Alacris Theranostics GmbH und Thomas Herrmann, Vorsitzender Berlin Südwest e.V. stand das TGZ Südwest im Mittelpunkt.
Staatssekretär Bunde weiß, wie wichtig das Zentrum für den Berliner Südwesten ist: „Wir als Senatsverwaltung befördern das TGZ sehr stark. Auch die Koalitionsfraktionen des Abgeordnetenhauses betonen die Wichtigkeit und sehen das Grundstück nicht mehr im Zusammenhang mit der Charité wie Finanzsenator Nußbaum, der mit dem Verkauf des Grundstücks für zirka zehn Millionen Euro die Charité sanieren will. Ich bin zuversichtlich, dass es eine Lösung gibt.“
Dr. Bodo Lange zeigte auf, wie die Alacris Theranostics GmbH von der Nähe zum Max-Planck-Institut für molekulare Genetik profitierte: „Wir brauchen die Weltexperten des Instituts für unsere Arbeit.Wir wollen am Standort bleiben und haben Wachstumsbedarf. Mein Unternehmen hat den Sitz bereits in der Fabeckstraße am Standort des neuen TGZ Südwest. Viele neue Unternehmen würden sich dort gern niederlassen.“
Professorin Monika Schäfer-Korting wünschte sich, die Lebensqualität im Berliner Südwesten zu halten und auszubauen: „Der Berliner Südwesten ist über Berlin hinaus ein sehr guter Standort für Familien und hochqualitative Ausbildung. Seit 2007 bewegt mich das Thema TGZ. 95 Ausgründungen gab es seit 2006 aus der Freien Universität Berlin.“ Thomas Herrmann forderte denWissenstransfer im Gesundheitsbereich stärker zu unterstützen. Hochschulen und Unternehmer müssen sich noch mehr miteinander austauschen. Da gibt es viel Potential.“Was das TGZ betrifft, war er optimistisch: „Das TGZ kriegen wir.“
(sn)










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