Fußball-Regionalligist Viktoria 1889 Berlin Lichterfelde-Tempelhof hat sich auf eine Zusammenarbeit mit der Advantage Sports Union (ASU) geeinigt. Das teilte der Verein am Montag, 28. Mai, auf seiner Internetseite mit. Das chinesische Unternehmen operiert weltweit und besitzt die Mehrheitsanteile beim französischen Erstligisten OGC Nizza und war zuletzt auch bei Phoenix Rising FC aus der MLS eingestiegen.
Wie die „Bild“-Zeitung zuvor berichtete, gehe es in den Verhandlungen um einen Zehn-Jahres-Vertrag in Höhe von 90 Millionen Euro. „Zweck der Vereinbarung soll eine langfristige Kooperation sein, die die Wettbewerbsfähigkeit des Vereins, insbesondere der 1. Herrenmannschaft, sicherstellt und dabei auch die Verfolgung höherer sportlicher Ziele ermöglicht“, schreibt der in Lichterfelde beheimatete Verein auf seiner Homepage.
Zur Verfolgung „höherer sportlicher Ziele” solle unter anderem die Ausgliederung des professionellen Spielbetriebs verfolgt werden, schreibt der Club weiter. „Die Ausgliederung sichert die Zukunft des Vereins und ermöglicht eine langfristige Planungssicherheit“, wird der Geschäftsführer Felix Sommer auf der Internetseite des Clubs zitiert.
Viktoria 1889 als eingetragener Verein mit rund 70 spielenden Mannschaften solle davon unangetastet bleiben, versichert Sommer: „Die Nachwuchs- und Sozialprojekte werden weiterhin nachhaltig gefördert, die Jugendleistungsmannschaften als Unterbau weiterentwickelt und die vielen Breitensportmannschaften im Frauen-, Jugend- und Herrenbereich werden von den neuen Möglichkeiten, vor allem struktureller Art, profitieren.“
Eine nachhaltige sportliche Weiterentwicklung sei dauerhaft nicht mit kurzfristig zur Verfügung stehenden Zuwendungen lokaler Sponsoren erreichbar, begründet Viktoria 1889 das Engagement. Eher erfordere diese professionelle Strukturen und mache eine Zusammenarbeit mit weiteren starken, überregionalen und internationalen Partnern notwendig. Mit der ASU strebe Viktoria nun eine Partnerschaft an, mit der diese Ziele umgesetzt werden können, so der Verein.
(eb)











Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (