Jährliche Saatgutaktion der Gartenarbeitsschule gestartet

Jährliche Saatgutaktion der Gartenarbeitsschule gestartet

Symbolbild: Grace Winter / pixelio.de

 

Je länger und kälter der Winter, desto mehr wird er in jedem Jahr herbeigesehnt: der Start des Unterrichtsbetriebs in der Gartenarbeitsschule Steglitz-Zehlendorf (http://www.gartensteglitz.de/). Sobald die milde Sonne des Vorfrühlings die letzten Schneereste wegschmelzen lässt, erwacht die Natur zu neuem Leben.

Zu jedem Neubeginn im Gartenjahr gehört das Aussäen, denn wer aussät, der wird auch irgendwann die Früchte ernten. Deshalb hat die Gartenarbeitsschule Steglitz-Zehlendorf auch in diesem Jahr eine Saatgut-Versandaktion für die öffentlichen Schulen unseres Bezirks initiiert: Insgesamt 800 Portionen ökologisch zertifizierten Saatgutes wurden seit 22. Februar 2021 an 40 Schulen verschickt, die vorher an der Bestellung teilgenommen hatten. Das Schulamt Steglitz-Zehlendorf übernahm die Finanzierung.

Überreich ist die Artenvielfalt in Flora und Fauna das ganze Jahr über, nur in der kalten Jahreszeit fällt die Gartenarbeitsschule in eine Art Winterschlaf. Ab März locken die ersten wärmenden Sonnenstrahlen Kinder zum Beobachten und Erkunden der heimischen Tier- und Pflanzenwelt in den Garten. Spielerisch lernen sie ökologische Zusammenhänge kennen und entwickeln eine Liebe zur Natur, die oft ein Leben lang anhält. Unterrichtsprojekte, wie das gemeinsame Anlegen von Klassenbeeten oder das Topfen von Blumenzwiebeln finden zwischen März und Oktober im jährlichen Kreislauf aus Wachsen, Werden und Vergehen statt.

Das Projekt „Berliner Gartenarbeitsschulen“ gibt es seit 1920, mithin wurde im vorigen Jahr 100. Geburtstag gefeiert. Mitte der 1920er Jahre wurde die Gartenarbeitsschule unseres Bezirks am Rande des Bäkeparks gegründet. Bis in die 1950er Jahre hinein firmierte sie als „Zentraler Schülerarbeitsgarten Steglitz“. Zusammen mit den beiden Freilandlaboren in Zehlendorf und Lankwitz gilt sie als „außerschulischer Lernort“ im Grünen, betrieben vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Zur Saatgut-Versandaktion von Gartenarbeitsschule und Schulamt Steglitz-Zehlendorf nimmt Bezirksbildungsstadtrat Frank Mückisch Stellung:

Schülerinnen und Schüler sind mehr denn je am Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen interessiert und bringen sich mit ihren Forderungen aktiv und unüberhörbar ein. Einen ganz wichtigen Beitrag zur ökologischen Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen leistet die Gartenarbeitsschule Steglitz-Zehlendorf. Mit der Saatgut-Versandaktion zugunsten unserer öffentlichen Schulen wird die Saison erkennbar eingeläutet. Als großer Freund der außerschulischen Lernorte im Grünen danke ich der Gartenarbeitsschule herzlich für ihr Engagement und wünsche eine – im wahrsten Sinne des Wortes – gedeihliche Zukunft.

 

 

(BA Steglitz-Zehlendorf)

 

 

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Kranoldmarkt: Innovation braucht strukturierten Prozess

[caption id="attachment_104552" align="aligncenter" width="622"] Größere Veränderungen werfen ihre Schatten voraus: derzeit erfährt das direkte Umfeld des Kranoldplatzes eine Neugestaltung. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Kaum Wissen, keine professionelle Kommunikation. Eine Zukunftsstrategie für den Markt entsteht so nicht. Ein Kommentar von Stephan Voß Eine Anfrage des Bezirksverordneten Dennis Egginger - Gonzales (DIE LINKE) brachte es ans Licht: Im Bezirksamt ist über das tatsächliche Marktgeschehen auf dem Kranoldplatz vergleichsweise wenig Wissen vorhanden. Und es gibt keine erkennbaren Strategien, den Markt für die Zukunft fit zu machen (lesen Sie dazu unseren Bericht). Angesichts eines weit verbreiteten Marktsterbens auf Grund von Nachwuchsmangel, Konkurrenz des Einzelhandels, hohen Preisen, eingeschränkter Produktpalette oder verändertem Einkaufsverhalten, ist dies verantwortungslos besonders vor dem Hintergrund des geplanten Umbaus des Kranoldplatzes.

Kreative Strategien gemeinsam entwickeln

Den Markt für die Zukunft zu sichern, bedürfte sicherlich einer intensiven Kommunikation mit den Markthändlern. Besser noch wäre in diesem Zusammenhang eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit ihnen, wie sie beispielsweise in Hamburg-Mitte realisiert wurde. Die dortigen Wochenmärkte sollten wirtschaftlicher und attraktiver gestaltet werden. Sie sollten dabei nicht nur als Handelsort, sondern auch als soziale und kulturelle Treffpunkte im Rahmen eines Innovationsprozesses weiterentwickelt werden. Der sogenannte Wochenmarktprozess war in vier Phasen unterteilt – Feldforschung, Ideenentwicklung, Testphase und Umsetzung. Er beinhaltete unter anderem sieben halbtägige Workshops, an denen unter anderem Markthändler, Menschen aus der Kreativwirtschaft, Experten und Vertreter der Politik teilgenommen haben. Im Ergebnis wurde für zwei Märkte in Hamburgs Bezirk Mitte ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel und langfristigen Handlungsempfehlungen vorgelegt. * So etwas Ähnliches  – zugeschnitten auf den Kranoldmarkt – gab es bisher nicht, lässt das Bezirksamt verlauten. Zugleich wird jedoch ein enger und kontinuierlicher Kontakt zu den Händlern behauptet. Unabhängig davon, worin dieser besteht, schlägt er sich jedenfalls nicht in einer erkennbaren, auf die Weiterentwicklung und die Sicherung des Marktes bezogenen Strategie nieder. Aber immerhin: Jetzt wird ein gemeinsamer Prozess mit den Markthändlern zur Sicherung der Zukunft des Markts zumindest in Erwägung gezogen. Vielleicht sollte man vorher mal einen Blick in das Konzept des Bezirks Hamburg Mitte wagen. Für solch einen innovativen Prozess, aber auch für die professionelle Alltagskommunikation, bräuchte es natürlich eine gut funktionierende Vertretung der Marktleute. Diese zu bitten, eine solche Vertretung zu bestimmen, lehnt das Bezirksamt jedoch ab. Warum eigentlich? Wie will man denn anders mit den Marktleuten ernsthaft ins Gespräch kommen, geschweige denn produktiv zusammenarbeiten? Wie das Bezirksamt, wie die Marktverwaltung unter diesen Bedingungen sicherstellen will, dass der Kranoldmarkt in Lichterfelde Ost eine gute Zukunft hat, bleibt wohl deren Geheimnis. Jedenfalls könnte kein Unternehmen überleben, ohne zu wissen, wie es sich entwickelt hat und wo genau es aktuell steht, ohne eine genaue Kenntnis über seine Produkte zu haben, ohne nach den Gründen für Misserfolge zu fragen, ohne in einen konstruktiven Dialog mit seinen Mitarbeitern zu gehen, ohne daran zu denken, für neue Kunden und Kundinnen aktiv zu werben und auch neue Zielgruppen zu erschließen und vor allem ohne eine durchdachte Zukunftsstrategie zu haben.

Der Bezirk muss Verantwortung übernehmen

Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, dass sich die Politik tatsächlich für den zukunftssicheren Erhalt des Kranoldmarkts einsetzen würde und nicht nur so zu tun, als ob sie es täte. Die BVV müsste sich zuallererst gemeinsam mit der Verwaltung darauf verständigen, dass es keinesfalls reicht, den Kranoldmarkt nur zu verwalten und – komme, was wolle – am Status quo festzuhalten. Der Auftrag der Marktverwaltung müsste vielmehr lauten, den Kranoldmarkt nicht zuletzt auch wegen des bevorstehenden Umbaus des Kranoldplatzes zukunftssicher zu machen. Den vielen Herausforderungen gegenüber, mit denen städtische Märkte konfrontiert sind, wäre er dann resilienter aufgestellt. Damit es dazu kommen kann, ist es unerlässlich, dafür zeitnah angemessene Strategien unter sachgerechter Einbeziehung der Marktleute, von Kunden und Kundinnen sowie von Fachleuten zu entwickeln und umzusetzen.

Stephan Voß

Stephan Voß ist Mitglied im Bündnis für einen lebendigen Kranoldplatz https://www.kranold-markt-platz.de/ * Cross Innovation Hub Hamburger Kreativgesellschaft Maßnahmenkatalog für die Wochenmärkte im Bezirk Mitte Wochenmärkte der Zukunft Bezirksamt Hamburg Mitte https://cross-innovation-hub.de/magazin/mehr-publikum-fuer-die-hamburger-wochenmaerkte-dieser-massnahmenkatalog-soll-helfen/   Alle Artikel zum Thema Kranoldplatz https://stadtrand-nachrichten.de/category/gesellschaft-politik/kranoldplatz/   Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser. Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen. Herzlichen Dank! Hier geht es zu unserem Paypal-Konto