Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu – Zeit für die StadtrandNachrichten zurückzublicken auf die vergangenen zwölf Monate und auf das, was die Steglitz-Zehlendorfer bewegte. Heute sind die Monate April bis Juni an der Reihe.

Die Neuköllnerin Christina Fielder mag Steglitz - und tritt für den Ortsteil beim Berlin Song Contest an. Foto: Gogol

An Bäumen und Sträuchern hingen die Glückwünsche für den Diakonieverein, der in diesem Jahr 120 Jahre alt wurde. Foto Gogol

Figuren aus der Manga- und Anime-Welt bevölkerten die Kirschbaumallee zwischen Teltow und Lichterfelde. Fotos: Gogol

Viele Bürger, Politiker und andere Engagierte unterschrieben für das Willkommensbündnis. Foto: Jacqueline Lorenz

Kunst am Bau? Jugendliche haben sich der umstrittenen Lärmschutzwand in Dahlem bereits angenommen. Foto: Zander
April:
Erster Berlin Song Contest: Für Steglitz geht die 26-Jährige Neuköllnerin Christina Fielder an den Start. Sie verpasst leider den Sprung ins Finale.
Der FC Viktoria 1889 Berlin und Sportdirektor Lutz Lindemann beenden ihre Zusammenarbeit. Der ehemalige DDR-Nationalspieler war erst zu Saisonbeginn nach Berlin gekommen und maßgeblich am Aufbau des aktuellen Regionalliga-Teams beteiligt.
Die Grünen starten eine Unterschriftenaktion für einen kundenfreundlicheren und sicheren Zweitzugang zum S-Bahnhof Zehlendorf. Der soll, anders als von Bahn und Senat geplant, am Postplatz entstehen.
Steglitz bekommt eine neue Grundschule. Im Gebäude Drakestraße 80 soll die 33. Grundschule eingerichtet werden. Dort ist derzeit noch die Paul-Braune-Schule untergebracht.
Die Fußballroboter der Freien Universität Berlin erreichen bei den diesjährigen RoboCup German Open in Magdeburg den ersten Platz.
Der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. feiert sein 120-jähriges Bestehen. Er ermöglichte Frauen erstmals eine Ausbildung im Bereich der Krankenpflege.
Hunderte Besucher feiern gemeinsam im 25. Jahr der Wende das Kirschblütenfest auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Lichterfelde und Teltow.
Mai:
Der BFC Preussen wird 120 Jahre alt und ist damit Berlins ältester Sportverein.
Der Leiter der Polizeidirektion 4 in Lankwitz, Andreas Pahl, geht in den Ruhestand. Nach 43 Jahren bei der Polizei, davon 17 Jahre als Direktionsleiter, wurde er unter anderem auch von Innensenator Frank Henkel verabschiedet. „Ich hatte den richtigen Beruf gewählt“, sagt Pahl.
Das Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf wird gegründet. Ehrenamtlich Engagierte wollen die erwarteten Flüchtlinge im Bezirk begrüßen und unterstützen. Die Schirmherrschaft für das Willkommensbündnis übernimmt Bezirksbürgermeister Norbert Kopp.
Der Garten der Liebermann-Villa erstrahlt wieder in altem Glanz. Nach fast 20-jährigem Ringen feiert die Max-Liebermann-Gesellschaft die Wiederherstellung der Heckengärten. Nur einen Monat später stürzt dort die 1910 von Liebermann selbst gepflanzte Kastanie um. Sie kann dank Spenden ersetzt werden.
Die Handballer des BFC Preussen beenden die Saison als Berliner Vizemeister.
In Lichterfelde wird der für den Bau eines neuen Heizkraftwerks in Lichterfelde gelegt. Das soll 2017 an den Start gehen und – im Vergleich zur bestehenden Anlage – jährlich 170.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.
Steglitz-Zehlendorf feiert 25 Jahre Städtepartnerschaft mit dem ungarischem Szilvásvárad.
Juni:
Das Krankenhaus Bethel weiht eine neue Zentrale Notaufnahme in Lichterfelde ein.
Mieter in der Horst-Kohl-Straße 15 und15A fürchten um ihre Wohnungen. Nachdem sie verkauft wurden, werden sie nun saniert. Die Mieten werden sich teilweise verdoppeln. Der neue Inhaber will die Häuser in Wohneigentum umwandeln.
Bei Erdarbeiten in Steglitz wird eine Weltkriegsbombe entdeckt. Die Entschärfung dauert nur zehn Minuten.
Der Gute-Laune-Rapper Kor-I gewinnt den Steglitzer Kleinkunstpreis auf der Steglitzer Woche. Das Publikum wählt den Mann mit der Maske per Applaus zum Sieger.
Der FC Hertha 03 Zehlendorf wird Berliner Fußball-Meister und steigt in die Oberliga auf.
Eine Mauer sorgt für Ärger in Dahlem. Es ist die Schallschutzwand für das Wohnbauprojekt „Fünf Morgen“, die Anwohner als „unverhältnismäßig und ungerecht“ kritisieren. Das Bezirksamt verteidigt die Maßnahme, die die Skateranlage der Jugendfreizeiteinrichtung an der Marshallstraße vor Klagen schützen soll.
Das Stadtteilzentrum Steglitz lädt zum ersten Kunstmarkt der Generationen ein. Mehr als 80 Teilnehmer präsentieren am Carstenn-Schlösschen ihre selbst kreierten und hergestellten Werke.
Premiere in der Bezirksverordnetenversammlung: Eine 12-Jährige stellt eine Einwohnerfrage und macht Bezirkspolitiker und Verwaltung auf die gefährliche Verkehrssituation vor der Rothenburgschule aufmerksam. Es folgen ein Ortstermin und erste Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.
Die erste „Senioren-BVV“ in Steglitz-Zehlendorf ist ein Erfolg. 75 Anträge und Anfragen wurden eingereicht, nicht alle konnten in der vorgegebenen Zeit beantwortet werden.
(sn)












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (