Gerhard Eichstetter / pixelio.de
Es gibt viele Gründe, warum ein Baum gefällt wird: Krankheit, Schädlingsbefall, Verletzungen an Rinde und Wurzelwerk – aber meist nur einen Grund, warum er nicht ersetzt wird: leere Kassen. Deshalb startete die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im vergangenen Jahr die Stadtbaumkampagne. In diesem Herbst ist auch Steglitz-Zehlendorf an der Reihe.
Auf einer interaktiven Karte im Internet kann jeder sehen, für welchen Baum in seinem Ortsteil oder sogar in seiner Straße er spenden kann. So fehlen beispielsweise vier Bäume am Hochsitzweg, sogar neun an der Straße Am Fischtal und etwa 20 an der Klingsorstraße. Wenn für einen Baum 500 Euro an Spenden zusammengekommen sind, gibt de Senat die fehlenden 500 Euro dazu. Unterstützung ist möglich in Form einer Einzelbaum- oder eine Sammelspende. Bei einer Einzelbaumspende wird auf Wunsch eine Plakette mit dem Spender am Baum befestigt.
Spenden sind bis 31. August dieses Jahres möglich. Im Hebst werden die Bäume dann gepflanzt.
(sn)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (
Die CDU-Fraktion in der BVV Steglitz-Zehlendorf hat zur Unterstützung der Kampagne einen entsprechenden Antrag eingebracht: http://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/bvv-online/vo020.asp?VOLFDNR=4444&options=4
Jetzt gilt es, möglichst viele Spenden einzuwerben, damit alle 200 Bäume für Steglitz-Zehlendorf geplanzt werden können!
PS: Der CDU-Ortsverband Steglitz-Zentrum geht übrigens mit gutem Beispiel voran und hat jetzt auch eine Winterlinde in der Markelstraße gespendet.
Wir hoffen, dass viele Bürgerinnen und Bürger in Steglitz-Zehlendorf sich beteiligen und bis zum 31.08. ausreichend Spenden zusammenkommen.
wir würden gern uns an diese spende beteiligen. Wo soll man sich wenden?
Im voraus danke für die antwort.
Mit herzlichen grüssen
F.M.C.
Auf der Homepage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gibt es eine Karte, auf der alle Bäume aufgelistet sind. Dort kann man sich einen Baum aussuchen. Wewnn man ihn anklickt, wird man zum Spendenformular weitergeleitet. Hier ist der Link zur Karte: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/stadtbaeume/kampagne/de/karte/index.shtml