Dass die SPD-Fraktion wenig Erfolg mit ihrem Antrag, die Zuständigkeit der Serviceeinheit Facility Management auch auf die Schulgebäude auszuweiten, haben würde, wurde bereits auf der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung im Mai deutlich. Im Schulausschuss stand der Antrag am Dienstag auf der Tagesordnung.
Bisher ist das Schulamt für die Verwaltung der Schulgebäude zuständig. Es gebe jedoch Klagen von Schulleitern, dass es einfach zu lange dauere, wenn Reparaturen nötig seien, begründete Renate Krohm (SPD) den Antrag, weil der Weg über das Schulamt bis zum Bauamt einfach zu lang sei. Sie vermutete, dass dies häufig an einer mangelnden Kommunikation zwischen den beiden Ämtern liege – auch wenn sich dort seit dem Amtsantritt von Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) vieles gebessert habe. Zudem sei es bei der knappen Anzahl von Mitarbeitern doch viel sinnvoller die vorhandene Doppelstruktur aufzulösen, so Jan Kellermann (SPD): „Warum sollen wir zwei Bezirksstadträte und zwei Ämter damit beschäftigen, wenn es auch an einer Stelle bearbeitet werden kann?“, fragte er. Krohm betonte zudem, dass es bei der Kompetenzübertragung nur um die Reparaturen ginge, Fragen des Um- und Neubaus von Schulen blieben trotzdem in der Verantwortung des Schulamtes.
Die Verordneten der Grünen sahen dies ein wenig anders – wahrscheinlich auch, weil das Facility Managament zur Immobilienverwaltung und damit zum Zuständigkeitsbereich eines SPD-Bezirksstadtrates liegt. „Die Bauabteilung kommt nicht hinterher. Es gibt viele Aufträge und wenig Leute“, begründete Henning von Wittich warum er den Antrag ablehne. Er glaube einfach nicht, dass die Verzögerungen an einer schlechten Kommunikation lägen und auch nicht dadurch zu lösen seien, dass man das Schulamt übergehe. Die SPD versuche an der falschen Stellschraube zu drehen, so von Wittich.
Richter-Kotowski bestätigte zwar, dass es auch manchmal an der Kommunikation liege, wenn sich Reparaturarbeiten verzögerten, viel häufiger aber müsse geklärt werden, wer eigentlich zuständig ist. Ob es sich um eine kleine oder um eine große bauliche Unterhaltung handele. Das müsse abgewogen werden. Das Miteinander in den beiden Ämtern entwickele sich gut und deshalb plädierte sie dafür, alles so zu belassen wie es ist, Das sahen auch die Verordneten von Grünen, CDU und Piraten so und stimmten gegen den SPD-Antrag.
Auch der Ausschuss für Bauen und Immobilienverwaltung hatte auf seiner jüngsten Sitzung dem Antrag eine deutliche Abfuhr erteilt. Federführend ist jedoch der Ausschuss für Wirtschaft, Personal und Europa, der noch darüber beraten muss.
(go)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
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Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (