Was ist das Stadtteilzentrum Südost?

Was ist das Stadtteilzentrum Südost?

v.l.n.r.: Katja Krause, Hanno Giese und Carolina Böhm, Foto: Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

 

Am 28. Mai 2021 wurde einer der zwei Standorte des Stadtteilzentrums Südost in der Leonorenstraße 85 eröffnet. Es ist das dritte Stadtteilzentrum im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, welches senatsseitig gefördert wird.

Bei dem neuen Stadtteilzentrum Südost handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen dem Stadtteilzentrum Steglitz und dem Mittelhof, welches aus zwei Standorten besteht: Das Nachbarschaftshaus Lilienthal in der Schütte-Lanz-Straße 43 mit Hanno Giese vom Mittelhof als Leitung und die Einrichtung in der Leonorenstraße 85, welche von Katja Krause vom Stadtteilzentrum Steglitz betreut wird. Beide Einrichtungen sind ein Projekt in enger Zusammenarbeit.

Das Ziel ist es, die Nachbarschaft zu aktivieren. Dabei soll laut Katja Krause all das organisiert werden, was die Bewohner benötigen oder an Ressourcen bereitstellen wollen: „Alles, was die Nachbar*innen brauchen oder wollen. Was sie selbst anbieten können im ehrenamtlichen Engagement. Oder aber auch was wir durch Honorartätigkeit oder Gruppen anbieten wollen. Aber immer mit der Prämisse, dass der Bedarf da ist.“ Hanno Giese fügt hinzu, dass es einen großen Wunsch an regionalen Kulturangeboten gibt, beispielsweise Kleinkunst von Nachbarn für Nachbarn. Dabei bietet das Stadtteilzentrum Südost nicht nur Räume für Freizeitgruppen, sondern eben auch für Bürger, welche sich hier im Kiez engagieren oder etwas für den Bezirk verändern wollen.

Die Notwendigkeit eines Stadtteilzentrums Südost spiegelt sich im wachsenden Anteil älterer Menschen wider, welche bisher kaum Freizeitangebote im Lankwitzer Kiez hatten. Aber auch die nahe gelegene Gemeinschaftsunterkunft macht das neue Stadtteilzentrum als Ort für Integrationsprozesse willkommen. Carolina Böhm, Stadträtin für Jugend und Gesundheit, erklärt: „Es braucht solche Plätze und Orte, wo man sich treffen kann, wo man Ideen austauschen kann. Ich werde häufig angesprochen von vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sagen: ‚Wir möchten uns gerne mit der Nachbarschaft vernetzen, aber uns fehlen genau solche Räumlichkeiten “.

Nicht nur Carolina Böhm beschreibt, dass es bisher kaum einen solchen Ort in der Region gab, der die Nachbarschaft durch einen niedrigschwelligen Zugang miteinander in Kontakt bringt. Auch Kristoffer Baumann, Geschäftsführer des Stadtteilzentrum Steglitz, erklärt: „Hier in Lankwitz gibt es seit Jahren eine vorherrschende Lücke im Bezirk. Da es, was es an Struktur bezüglich Stadtteilarbeit in anderen Regionen und Bezirken schon gibt, hier in Lankwitz eben noch nicht gab.“ Durch das Stadtteilzentrum Südost sollen alle Einwohner*innen von der Thermometersiedlung über den Lilienthalpark bis nach Lankwitz und Kamenzer Damm erreicht werden, um eine gemeinsame nachbarschaftliche Teilhabe zu schaffen.

Die Förderung erfolgt direkt über die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und wird zwischen den zwei Standorten aufgeteilt. Eine Hälfte der Summe bekommt das Nachbarschaftshaus Lilienthal und die andere der Nachbarschaftsladen in der Leonorenstraße. Jährlich sind das insgesamt 120.000 Euro.

Hier geht es zur Webseite des Stadtteilzentrums Südost: http://stz-südost.de

 

 

(mfs)

 

 

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Kranoldmarkt: Innovation braucht strukturierten Prozess

[caption id="attachment_104552" align="aligncenter" width="622"] Größere Veränderungen werfen ihre Schatten voraus: derzeit erfährt das direkte Umfeld des Kranoldplatzes eine Neugestaltung. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Kaum Wissen, keine professionelle Kommunikation. Eine Zukunftsstrategie für den Markt entsteht so nicht. Ein Kommentar von Stephan Voß Eine Anfrage des Bezirksverordneten Dennis Egginger - Gonzales (DIE LINKE) brachte es ans Licht: Im Bezirksamt ist über das tatsächliche Marktgeschehen auf dem Kranoldplatz vergleichsweise wenig Wissen vorhanden. Und es gibt keine erkennbaren Strategien, den Markt für die Zukunft fit zu machen (lesen Sie dazu unseren Bericht). Angesichts eines weit verbreiteten Marktsterbens auf Grund von Nachwuchsmangel, Konkurrenz des Einzelhandels, hohen Preisen, eingeschränkter Produktpalette oder verändertem Einkaufsverhalten, ist dies verantwortungslos besonders vor dem Hintergrund des geplanten Umbaus des Kranoldplatzes.

Kreative Strategien gemeinsam entwickeln

Den Markt für die Zukunft zu sichern, bedürfte sicherlich einer intensiven Kommunikation mit den Markthändlern. Besser noch wäre in diesem Zusammenhang eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit ihnen, wie sie beispielsweise in Hamburg-Mitte realisiert wurde. Die dortigen Wochenmärkte sollten wirtschaftlicher und attraktiver gestaltet werden. Sie sollten dabei nicht nur als Handelsort, sondern auch als soziale und kulturelle Treffpunkte im Rahmen eines Innovationsprozesses weiterentwickelt werden. Der sogenannte Wochenmarktprozess war in vier Phasen unterteilt – Feldforschung, Ideenentwicklung, Testphase und Umsetzung. Er beinhaltete unter anderem sieben halbtägige Workshops, an denen unter anderem Markthändler, Menschen aus der Kreativwirtschaft, Experten und Vertreter der Politik teilgenommen haben. Im Ergebnis wurde für zwei Märkte in Hamburgs Bezirk Mitte ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel und langfristigen Handlungsempfehlungen vorgelegt. * So etwas Ähnliches  – zugeschnitten auf den Kranoldmarkt – gab es bisher nicht, lässt das Bezirksamt verlauten. Zugleich wird jedoch ein enger und kontinuierlicher Kontakt zu den Händlern behauptet. Unabhängig davon, worin dieser besteht, schlägt er sich jedenfalls nicht in einer erkennbaren, auf die Weiterentwicklung und die Sicherung des Marktes bezogenen Strategie nieder. Aber immerhin: Jetzt wird ein gemeinsamer Prozess mit den Markthändlern zur Sicherung der Zukunft des Markts zumindest in Erwägung gezogen. Vielleicht sollte man vorher mal einen Blick in das Konzept des Bezirks Hamburg Mitte wagen. Für solch einen innovativen Prozess, aber auch für die professionelle Alltagskommunikation, bräuchte es natürlich eine gut funktionierende Vertretung der Marktleute. Diese zu bitten, eine solche Vertretung zu bestimmen, lehnt das Bezirksamt jedoch ab. Warum eigentlich? Wie will man denn anders mit den Marktleuten ernsthaft ins Gespräch kommen, geschweige denn produktiv zusammenarbeiten? Wie das Bezirksamt, wie die Marktverwaltung unter diesen Bedingungen sicherstellen will, dass der Kranoldmarkt in Lichterfelde Ost eine gute Zukunft hat, bleibt wohl deren Geheimnis. Jedenfalls könnte kein Unternehmen überleben, ohne zu wissen, wie es sich entwickelt hat und wo genau es aktuell steht, ohne eine genaue Kenntnis über seine Produkte zu haben, ohne nach den Gründen für Misserfolge zu fragen, ohne in einen konstruktiven Dialog mit seinen Mitarbeitern zu gehen, ohne daran zu denken, für neue Kunden und Kundinnen aktiv zu werben und auch neue Zielgruppen zu erschließen und vor allem ohne eine durchdachte Zukunftsstrategie zu haben.

Der Bezirk muss Verantwortung übernehmen

Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, dass sich die Politik tatsächlich für den zukunftssicheren Erhalt des Kranoldmarkts einsetzen würde und nicht nur so zu tun, als ob sie es täte. Die BVV müsste sich zuallererst gemeinsam mit der Verwaltung darauf verständigen, dass es keinesfalls reicht, den Kranoldmarkt nur zu verwalten und – komme, was wolle – am Status quo festzuhalten. Der Auftrag der Marktverwaltung müsste vielmehr lauten, den Kranoldmarkt nicht zuletzt auch wegen des bevorstehenden Umbaus des Kranoldplatzes zukunftssicher zu machen. Den vielen Herausforderungen gegenüber, mit denen städtische Märkte konfrontiert sind, wäre er dann resilienter aufgestellt. Damit es dazu kommen kann, ist es unerlässlich, dafür zeitnah angemessene Strategien unter sachgerechter Einbeziehung der Marktleute, von Kunden und Kundinnen sowie von Fachleuten zu entwickeln und umzusetzen.

Stephan Voß

Stephan Voß ist Mitglied im Bündnis für einen lebendigen Kranoldplatz https://www.kranold-markt-platz.de/ * Cross Innovation Hub Hamburger Kreativgesellschaft Maßnahmenkatalog für die Wochenmärkte im Bezirk Mitte Wochenmärkte der Zukunft Bezirksamt Hamburg Mitte https://cross-innovation-hub.de/magazin/mehr-publikum-fuer-die-hamburger-wochenmaerkte-dieser-massnahmenkatalog-soll-helfen/   Alle Artikel zum Thema Kranoldplatz https://stadtrand-nachrichten.de/category/gesellschaft-politik/kranoldplatz/   Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser. Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen. Herzlichen Dank! Hier geht es zu unserem Paypal-Konto