Auf dem Wochenmarkt am Hermann-Ehlers-Platz die Sinne stimulieren

Auf dem Wochenmarkt am Hermann-Ehlers-Platz die Sinne stimulieren

Foto: Bodo Kubrak

 

 

Fakt: Ich liebe mit Leib und Seele die Märkte. Jeden Markt. Aber meine größte Schwäche ist der Wochenmarkt. Und ich weiß, dass ich in guter Gesellschaft bin.

Auch in diesen schwierigen Monaten dürfen wir glücklicherweise unsere schönen und bunten Stände besuchen und unterstützen. Am Hermann-Ehlers-Platz finden wir einen von diesen Märkten, und ein Besuch – oder zwei – ist ein Muss auch für die, welche nicht in Steglitz wohnen.

Zwischen der überfüllten und oft chaotischen Schlossstraße und dem Steglitzer S + U-Bahnhof befindet sich der Platz, der Hermann Ehlers gewidmet ist (deutscher Politiker, * 1904 Berlin; † 1954 Oldenburg). Ehrlich gesagt, ist dieser Ort nicht für seine Schönheit bekannt. Eine Umgestaltung wird aktiv in Betracht gezogen. Es ist dort ziemlich anonym, abends relativ verlassen und gern von unkonventionellen Menschen bevölkert – dit iss Berlin!

Am Dienstag, Donnerstag und am Samstag passiert aber etwas magisches: Der sonst banale Übergangsort verwandelt sich in einen Ort des Austausches, nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Viele bunte Stände werden dank der Händler, die langsam ankommen, früh aufgebaut und beleben den Platz. Hier kann man im Zusammenhang mit Angeboten und verschiedensten Kulturen eine echte Vielfältigkeit finden: Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch … klar, aber auch Kaffee aus Kolumbien, Spezialitäten aus dem Spreewald, Bio Brot aus Frankreich, Falafel, Käse aus der Schweiz, türkische Lebensmittel, Kartoffel und Quarkbällchen, Currywurst sehr lokal, und vieles mehr.

Es wird gelacht und gequatscht, geschrien und gehandelt. Sowie in einem kleinen Dorf, wo Menschen sich auf dem Marktplatz treffen. Das ist besonders faszinierend, wenn es in einer großen Stadt und in einem Moment der Beschränkung passiert. Hoch leben die Wochenmärkte!

Wichtig: Auf dem Platz erhebt sich eine 9 Meter lange und 3,05 Meter hohe Spiegelwand zur Erinnerung an die frühere Synagoge und die Geschichte der deportierten Juden aus Berlin.

Tipp: Bring Bargeld mit, aber wenn du es vergisst, eine Sparkasse liegt ganz nah, an der Schlosstrasse

Adresse: Hermann-Ehlers-Platz, 12165 Berlin

(Franzi Drei)

 

 

 

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Kranoldmarkt: Innovation braucht strukturierten Prozess

[caption id="attachment_104552" align="aligncenter" width="622"] Größere Veränderungen werfen ihre Schatten voraus: derzeit erfährt das direkte Umfeld des Kranoldplatzes eine Neugestaltung. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Kaum Wissen, keine professionelle Kommunikation. Eine Zukunftsstrategie für den Markt entsteht so nicht. Ein Kommentar von Stephan Voß Eine Anfrage des Bezirksverordneten Dennis Egginger - Gonzales (DIE LINKE) brachte es ans Licht: Im Bezirksamt ist über das tatsächliche Marktgeschehen auf dem Kranoldplatz vergleichsweise wenig Wissen vorhanden. Und es gibt keine erkennbaren Strategien, den Markt für die Zukunft fit zu machen (lesen Sie dazu unseren Bericht). Angesichts eines weit verbreiteten Marktsterbens auf Grund von Nachwuchsmangel, Konkurrenz des Einzelhandels, hohen Preisen, eingeschränkter Produktpalette oder verändertem Einkaufsverhalten, ist dies verantwortungslos besonders vor dem Hintergrund des geplanten Umbaus des Kranoldplatzes.

Kreative Strategien gemeinsam entwickeln

Den Markt für die Zukunft zu sichern, bedürfte sicherlich einer intensiven Kommunikation mit den Markthändlern. Besser noch wäre in diesem Zusammenhang eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit ihnen, wie sie beispielsweise in Hamburg-Mitte realisiert wurde. Die dortigen Wochenmärkte sollten wirtschaftlicher und attraktiver gestaltet werden. Sie sollten dabei nicht nur als Handelsort, sondern auch als soziale und kulturelle Treffpunkte im Rahmen eines Innovationsprozesses weiterentwickelt werden. Der sogenannte Wochenmarktprozess war in vier Phasen unterteilt – Feldforschung, Ideenentwicklung, Testphase und Umsetzung. Er beinhaltete unter anderem sieben halbtägige Workshops, an denen unter anderem Markthändler, Menschen aus der Kreativwirtschaft, Experten und Vertreter der Politik teilgenommen haben. Im Ergebnis wurde für zwei Märkte in Hamburgs Bezirk Mitte ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel und langfristigen Handlungsempfehlungen vorgelegt. * So etwas Ähnliches  – zugeschnitten auf den Kranoldmarkt – gab es bisher nicht, lässt das Bezirksamt verlauten. Zugleich wird jedoch ein enger und kontinuierlicher Kontakt zu den Händlern behauptet. Unabhängig davon, worin dieser besteht, schlägt er sich jedenfalls nicht in einer erkennbaren, auf die Weiterentwicklung und die Sicherung des Marktes bezogenen Strategie nieder. Aber immerhin: Jetzt wird ein gemeinsamer Prozess mit den Markthändlern zur Sicherung der Zukunft des Markts zumindest in Erwägung gezogen. Vielleicht sollte man vorher mal einen Blick in das Konzept des Bezirks Hamburg Mitte wagen. Für solch einen innovativen Prozess, aber auch für die professionelle Alltagskommunikation, bräuchte es natürlich eine gut funktionierende Vertretung der Marktleute. Diese zu bitten, eine solche Vertretung zu bestimmen, lehnt das Bezirksamt jedoch ab. Warum eigentlich? Wie will man denn anders mit den Marktleuten ernsthaft ins Gespräch kommen, geschweige denn produktiv zusammenarbeiten? Wie das Bezirksamt, wie die Marktverwaltung unter diesen Bedingungen sicherstellen will, dass der Kranoldmarkt in Lichterfelde Ost eine gute Zukunft hat, bleibt wohl deren Geheimnis. Jedenfalls könnte kein Unternehmen überleben, ohne zu wissen, wie es sich entwickelt hat und wo genau es aktuell steht, ohne eine genaue Kenntnis über seine Produkte zu haben, ohne nach den Gründen für Misserfolge zu fragen, ohne in einen konstruktiven Dialog mit seinen Mitarbeitern zu gehen, ohne daran zu denken, für neue Kunden und Kundinnen aktiv zu werben und auch neue Zielgruppen zu erschließen und vor allem ohne eine durchdachte Zukunftsstrategie zu haben.

Der Bezirk muss Verantwortung übernehmen

Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, dass sich die Politik tatsächlich für den zukunftssicheren Erhalt des Kranoldmarkts einsetzen würde und nicht nur so zu tun, als ob sie es täte. Die BVV müsste sich zuallererst gemeinsam mit der Verwaltung darauf verständigen, dass es keinesfalls reicht, den Kranoldmarkt nur zu verwalten und – komme, was wolle – am Status quo festzuhalten. Der Auftrag der Marktverwaltung müsste vielmehr lauten, den Kranoldmarkt nicht zuletzt auch wegen des bevorstehenden Umbaus des Kranoldplatzes zukunftssicher zu machen. Den vielen Herausforderungen gegenüber, mit denen städtische Märkte konfrontiert sind, wäre er dann resilienter aufgestellt. Damit es dazu kommen kann, ist es unerlässlich, dafür zeitnah angemessene Strategien unter sachgerechter Einbeziehung der Marktleute, von Kunden und Kundinnen sowie von Fachleuten zu entwickeln und umzusetzen.

Stephan Voß

Stephan Voß ist Mitglied im Bündnis für einen lebendigen Kranoldplatz https://www.kranold-markt-platz.de/ * Cross Innovation Hub Hamburger Kreativgesellschaft Maßnahmenkatalog für die Wochenmärkte im Bezirk Mitte Wochenmärkte der Zukunft Bezirksamt Hamburg Mitte https://cross-innovation-hub.de/magazin/mehr-publikum-fuer-die-hamburger-wochenmaerkte-dieser-massnahmenkatalog-soll-helfen/   Alle Artikel zum Thema Kranoldplatz https://stadtrand-nachrichten.de/category/gesellschaft-politik/kranoldplatz/   Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser. Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen. Herzlichen Dank! Hier geht es zu unserem Paypal-Konto