Wie hat sich der Verkehrsfluss auf der Schloßstraße seit den Umbaumaßnahmen geändert – um das herauszufinden, regte die SPD-Fraktion eine Verkehrszählung auf der Shoppingstraße an. Es gebe immer wieder neue Ideen, um die Einkaufsmeile umzugestalten. Um darüber entscheiden zu können, brauche es neue, verlässliche Zahlen. Jetzt sei die richtige Zeit dafür, weil sich die neuen Strukturen eingeschleift hätten, erklärte Norbert Buchta (SPD) im Ausschuss für Verkehr und Ordnung den Antrag. Dafür fand er Unterstützung von den Piraten.
Deutliche Worte fand Bernhard Steinhoff (Grüne) für den SPD-Antrag. Er sei „rausgeschmissenes Geld“ zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Wichtige Maßnahmen seien noch nicht umgesetzt, wie Linksabbieger-Spuren in Richtung Autobahn in Tempelhof-Schöneberg, die die Schloßstraße entlasten würden, oder die Extra-Schaltung für die Busse, wie der Bürgerdeputierte Martin Lutz ergänzte. „Wir eruieren einen Zustand, der nicht realistisch ist“, wenn man dies nicht abwartet, fand Lutz. Wenn die SPD ihren Antrag nicht dahingehend ändern würde, dass eine Zählung erst stattfinden soll, wenn auch diese Maßnahmen umgesetzt sind, würde man nicht zustimmen, machte Steinhoff deutlich.
David Eckel (CDU) machte sich vor allem Sorgen um die Finanzierung, Bezirksstadtrat Norbert Schmidt (CDU) erklärte dazu, dass der Bezirk eine solche Zählung „nicht mit eigenen Bordmitteln“ leisten könnte, weder finanziell noch personell. Deshalb verwies Buchta auf die Verkehrslenkung Berlin, die regelmäßig Verkehrszählung vornimmt.
Der Antrag wurde zunächst vertagt, ebenso wie der für ein neues, umfassendes Verkehrskonzept für die Schloßstraße. Dafür braucht man die Zahlen einer Verkehrszählung.
(go)











Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
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Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (
„Rausgeschmissenes Geld“. Und das ausgerechnet von Herrn Steinhoff (Grüne), der seit Jahren das Geld mit offenen Händen für unsinnige Dinge fordert. Erinnert sei hier nur an die Anschaffung eines „Messfahrrades“, das dazu dienen soll, „Unebenheiten“ auf Radwegen zu messen. Dabei ist die marode Infrastruktur des Bezirks (Straßen, Geh- und Radwege, Schulen, Sporthallen) für jedemann sichtbar, man sollte meinen, auch für viele der ansonsten mit Blindheit geschlagenen Grünen.