„Er ist nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt wurde“, deutliche Worte findet Birgitt Unteutsch, die Vorsitzende des Bezirkselternausschusses Steglitz-Zehlendorf, für den neuen Schulentwicklungsplan. „Insgesamt sind wir alle sehr enttäuscht“, spricht sie stellvertretend für die Elternvertreter im Bezirk. Es fehle die Perspektive sagt sie – und das, nach dem man so lange auf den neuen Schulentwicklungsplan habe warten müssen. Der letzte endete 2009, ein Nachfolger fehlte. Den neuen Plan legte Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) den Bezirksverordneten im Januar vor. Kritik an der langen Zeit, die ihr Dezernat für die Erstellung gebraucht habe, wies Richter-Kotowski damals mit einem Hinweis darauf zurück, mit welche Baustellen sie zu tun hatte, als sie 2012 das Amt übernahm. „Ich musste Prioritäten setzen, und die lagen im Tun und nicht im Pläne schreiben“, sagte sie.
Doch nun liegt der Plan vor und wurde in der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung scharf kritisiert.
Der SEP sieht eine Steigerung der Schülerzahlen im Grundschulbereich von derzeit 11.539 Schüler auf 12.970 im Jahre 2021/22. „Insbesondere in bestimmten Regionen finden zurzeit Kompensationen in erheblichen Umfang statt, denen gerade im Grundschulbereich Rechnung getragen werden muss“, heißt es im SEP. Eine dieser Regionen wird auch explizit genannt. Es ist der Bereich Truman-Plaza. Einen von Eltern geforderte Erweiterung des Schulcampus‘ am Hüttenweg hatte die Bezirksstadträtin bisher abgelehnt und darauf verwiesen, dass die Zahlen, von denen man bisher ausgehe, einen solchen Erweiterungsbau nicht rechtfertigen würde. Es sollte lediglich ein neuer Regelschulzweig eingerichtet werden.
Ein weiteres Bauprojekt ist Parks Parks Range. Die Region dort sei laut SEP „grundschultechnisch (…) hinreichend mit Schulplätzen ausgestattet.“ Es seien nur „räumlichen Verbesserungen“ etwa hinsichtlich der mobilen Klassenräume nötig. Allerdings verweist der SEP auf den letter of intent von Bezirksamt und Groth Gruppe , in der Schulen als „Wohnfolge-Infrastruktur“ genannt werden.
Einen erhöhten Bedarf an Grundschulplätzen sieht der SEP in Steglitz.
Eine Auflistung der Schulen mit ihren Perspektiven ist im SEP enthalten, etwa soll die Schweitzerhof-Grundschule einen Ersatzbau für Mensa und außerunterrichtliche Betreuung bekommen, die Clemens-Brentano Horträume an der Murtner Straße, an der Drakestraße 80 soll ein neuer Grundschulstandort entstehen. Gelegentlich sind auch Jahreszahlen für die Umsetzung angegeben. Doch Unteutsch ist das zu wenig. Es fehle eine Gewichtung und wann was wie angegangen werden soll.
Ähnlich kritisch sieht das auch die SPD. Viel Ist-Zustand, viele „könnte“ und „sollte“ stehe im Schulentwicklungsplan, der eher ein „Privatschulenförderprogramm sei, findet Jan Kellermann. „Der jetzige Stand ist ordentlich wiedergegeben. Aber viele Schulen wurden nicht berücksichtigt. Es gibt fast keine Planungen“, monierte auch Renate Krohm, die als Mitglied des Schulausschusses in der Vergangenheit immer wieder nach dem neuen SEP verlangt hatte und sich nun über den vorgelegten enttäuscht zeigte.
Die Piraten übten vor allem Kritik an der Methode und den nicht verlässlichen Zahlen. „Die sehen zwar schön aus, man kann aber nichts mit ihnen anfangen“, kritisierte Arne Müller, der derzeit im Fach Mathematik promoviert. Richter-Kotowski (CDU) wies darauf hin, dass die Zahlen auf langjährigen Erfahrungen basieren. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die vorhandenen Kapazitäten ausreichen werden.
Nina Stahr (Grüne) hingegen wollte die Kritik nicht verstehen. Der SEP sei eine Basis, auf der man weiterarbeiten könne. Statt einem „Rumhacken“ auf dem Plan erwarte sie konstruktive Kritik, die sie aber in dieser Diskussion noch nicht gehört habe.
(go)












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner