Es ist schon faszinierend, wenn Dirk Müller mit dem Schwert oder mit zwei Bambusstäben durch den Raum wirbelt. Wie ein Uhrwerk scheint alles abzulaufen: die Schläge in die Luft, die Drehungen dabei. Und auch wenn die Waffen teilweise martialisch aussehen, soll es doch ungefährlich sein, versichert der 48-Jährige. „Ich hatte mehr Verletzungen in zehn Jahren Fußball spielen als in 25 Jahren Kampfsport“, sagt Müller lachend. Philippinischer Kampfsport (Filipino Martial Arts; FMA) ist das, was Müller betreibt und auch in Steglitz unterrichtet.
Der Ursprung des philippinischen Kampfsportes liegt vor knapp 500 Jahren. Ferdinand Magellan, der im Auftrag des spanischen Königreiches die Philippinen unterwerfen soll, wird vernichtend von Häuptling Lapu-Lapu und seinen Kriegern geschlagen. Filipino Martial Arts ist also eine Kriegskunst, bei der neben Macheten, Messern und Stöcken auch alltägliche Gegenstände, wie zum Beispiel Regenschirme, zum Einsatz kommen. Kann man diese dem Gegenüber entreißen, kämpft man selbst damit weiter. FMA ist sowohl Angriff als auch Verteidigung.
64 Schlagmuster übt Müller, der den dritten von fünf Meistergraden besitzt, mit seinen Schülern. 363 soll es insgesamt geben. Nacheinander erlernt man diese, baut sie aufeinander auf, um sie dann miteinander zu verbinden. Zunächst beginnt man mit Stöcken, probt Schläge und deren Abwehr aus der Distanz. Rund ein halbes Jahr brauche man für die Grundtechniken. „Der Stock ist irgendwann mein Freund“, sagt der 48-Jährige. Das Wichtigste was man mitbringen muss, ist Beweglichkeit und Lust. Alles andere könne man lernen. Ausprobieren kann man den Sport bei zwei kostenlosen Probetrainings.
Eindrücke vom Training:Müller unterrichtet allerdings erst Schüler ab 18 Jahren – wegen der Waffen. Zudem müssen die ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Er wolle schließlich keine Banden im Messerkampf ausbilden, sagt er. Der späte Ausbildungsbeginn ist aber auch ein Problem: Viele haben sich dann schon anderweitig orientiert, betreiben Karate, Judo oder TaeKwonDo. Auch Müller kam über diesen Weg zur Philippinischen Kampfkunst. In der Nationalen Volksarmee (NVA) trainierte er Karate und Jiu Jitsu. Nach der Wende trat er in einen Budosportclub in Schwarzheide ein und lernte dort neben der koreanischen Kampfkunst TaeKwonDo auch Modern Arnis kennen – den philippinischen Kampfsport. Seitdem kam er nicht mehr davon los. Er besuchte Seminare bei Großmeistern, auch philippinischen, 2013 feierte er seinen Geburtstag sogar in dem asiatischen Land – bei einem Intensivtraining. „ Ich habe viele interessante internationale Kampfkünste gelernt und trainiert. Nach 25 Jahren kann ich sagen, dass ich meine Kampfkunst gefunden habe“, sagt Müller. Er sei frei in der Wahl der Waffen: Stöcke, Hieb- und Stichwaffen aber auch ganz ohne Waffen – „es ist kreativ ohne Ende und flexibel“.
Wer sich für FMA interessiert und mehr wissen will über das Training bei Dirk Müller, kann sich auf dessen Homepage, www.fma-berlin.de informieren.
(go)













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner