„An das ‚zu null‘ könnte ich mich gewöhnen“, verriet Zehlendorfs Torhüter Philip Sprint vor Wochenfrist, wenige Augenblicke nach dem 1:0-Erfolg gegen den starken Aufsteiger aus Torgelow. Am Samstagnachmittag kam Sprint erneut in den Genuss, seinen Kasten „saubergehalten“ zu haben. Da seine Vorderleute dazu noch zweimal erfolgreich waren, reiste eine gut gelaunte Gruppe aus Frankfurt mit einem 2:0-Sieg und drei Punkten im Gepäck Richtung Berlin.
Schon Tage vor der Partie erreichte die Berliner die Kunde, dass in Frankfurt aufgrund von Pilzbefall des Rasens das „Stadion der Freundschaft“ gesperrt bleiben würde, dafür auf den bei den Spielern ungeliebten Kunstrasen ausgewichen werden muss. „Wenn man mit der richtigen Einstellung zu dem Boden in das Spiel geht, ist es kein Nachteil für uns“, sagte Zehlendorfs Stürmer Sebastian Huke nach Spielende und gab damit gleichzeitig schon den Grund für den Sieg preis: Die Einstellung stimmt bei der „kleinen Hertha“. Trainer Alexander Arsovic war daher sichtlich erfreut: „Wenn meine Mannschaft nur 5 Prozent weniger gibt, reicht es schon nicht. Aber alle haben von Beginn an gut mitgezogen.“
Das Erfolgserlebnis vor sieben Tagen hatte (positive) Spuren hinterlassen. Die Berliner versuchten selbstbewusst über Ballbesitz die Gastgeber nicht ins Spiel kommen zu lassen. Eine erste klare Möglichkeit ergab sich in der 11. Minute: Von Niclas Warwel in Szene gesetzt, wich Huke auf den Flügel aus und flankte von dort maßgerecht auf den freistehenden Marc Zellner, dessen Direktabnahme Frankfurts Schlussmann Schobert aber parieren konnte. Torchancen blieben im ersten Abschnitt weitestgehend Mangelware, die beste Gelegenheit besaß noch Mike Ryberg, der einen Freistoß aus gut 20 Metern knapp am Kasten vorbeisetzte.
Als sich alles auf ein torloses Remis zur Pause eingerichtet hatte, spielten drei Zehlendorfer die Qualitäten aus, für die sie seit Jahren stehen: Rybergs Geschwindigkeit, Warwels technische Raffinesse, Hukes Abgeklärtheit vor dem Tor. Ryberg war am linken Flügel seinem Gegenspieler entwichen, seine Eingabe lenkte Warwel geschickt mit der Hacke auf den freistehenden Huke, der seine Mannschaft per Direktabnahme in Führung brachte: 1:0 (40.).
Zwei Phasen bestimmten das Geschehen nach dem Wechsel: Erst Berliner Überlegenheit, dann Frankfurter dagegenhalten. Als diese jedoch ihre Chancen nicht zu nutzen wussten, fiel auf der anderen Seite die Entscheidung, die an Lothar Emmerichs WM-Treffer anno 1966 erinnerte. Gerade als man sich über einen schlampig ausgeführten (kurzen) Eckstoß des ansonsten erneut sehr starken Timur Gayret („Ich fühle mich in dem Team absolut wohl.“) aufregen wollte, rauschte Zehlendorfs rechter Verteidiger Panagiotis Vassiliadis heran, hämmerte den hoppelnden Ball aus rund 20 Metern direkt in den hinteren Winkel des Frankfurter Gehäuses und krönte damit seine seit Wochen stabilen Leistungen. „Ich wollte den Ball auf jeden Fall scharf hereingeben. Möglichst so, dass er natürlich auch reingehen kann, wenn keiner ihn berührt“, musste er hinterher selbst ein wenig schmunzeln. Torhüter Philip Sprint meinte auf der Heimfahrt dazu scherzhaft: „Pano hat einfach nur Glück gehabt, dass der Ball so platt war, sonst hätte er niemals so getroffen.“
Was Freude machte, war der Auftritt der ehemaligen A-Junioren. Aron Rüb, Gayret und Vassiliadis haben sich inzwischen zu festen Größen entwickelt. Wie Rüb Mitte der zweiten Hälfte in einen Zweikampf ging, stand sinnbildlich für ihren Einsatz. Mit dem Kopf war er einen Schritt eher am Ball als sein Gegenspieler, wurde getroffen und bekam den Freistoß zugesprochen. Hätte er nur einen Bruchteil gezögert, hätte er dieselben Schmerzen davongetragen, doch wäre das Foulspiel von ihm ausgegangen. Verlieren die Jungs nicht die Bodenhaftung (wofür Arsovic schon sorgen wird), werden Zehlendorfs Fußballfreunde noch viel Spaß an den Talenten haben.
Der zweite Sieg in Folge brachte die Zehlendorfer schon wieder in Lauerstellung (Platz 4). Doch sie werden es weiterhin halten, wie vor drei Wochen verkündet: Der Blick auf die Tabelle ist angesichts von sechs Punkten Rückstand auf die Spitze noch kein Thema. Das kann in einigen Wochen schon wieder anders aussehen, treffen doch die vor ihnen liegenden Spitzenteams in Kürze aufeinander. Doch zunächst empfängt die „kleine Hertha“ am kommenden Sonntag im Pokal den aufstrebenden ehemaligen Bundesligisten Blau-Weiß 90 (Ernst-Reuter-Stadion, 14:00 Uhr). Steht zur Freude von Hertha 03-Schlussmann Sprint wieder die „Null“, ist ihm zumindest eines schon einmal sicher, bei dem er im Mittelpunkt stehen würde: Ein Elfmeterschießen. Huke & Co. haben es in den Füßen, ihn davor zu bewahren.
(ok)













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner