
Hängen und … – Street-Workout an der Calisthenicsanlage. | Foto: Daniela von Treuenfels
Die neue Freizeit- und Sportanlage auf dem Gelände des Jugendausbildungszentrums (JAZ) in der Lissabonallee ist fertiggestellt. Am 10. April wird sie eingeweiht.
Die Bauzäune stehen noch, und an der ein oder anderen Stelle muss noch Gras über die Sache wachsen. Aber hier ist schon mächtig was los. Kinder flitzen mit ihren Rädern über die hügelige Anlage, und auf dem Basketballfeld werden Bälle im Korb versenkt. Die kleine Boulderwand ist spektakulär, muss aber wohl erst noch entdeckt werden.
Der Nachbarschaft und insbesondere den Jugendlichen steht jetzt ein auch eine Calisthenicsanlage zum Street-Workout mit Reckstangen und Sprossenwänden zur Verfügung. Mit einer Bouleanlage ist auch an die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger gedacht. Wegeverbindungen und Plätze mit Bänken und einem Schattendach bieten Aufenthaltsmöglichkeiten.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Der Wunsch, die Anlage in Betrieb zu nehmen, war stärker als der Bauzaun. | Foto: Daniela von Treuenfels
„In einem intensiven Beteiligungskonzept, mit Kindern, Jugendlichen und der Nachbarschaft haben wir erarbeitet, wie der früher brach liegende Sportplatz nun möglichst vielfältig genutzt werden kann“, sagt Jugendstadträtin Carolina Böhm (SPD). Umweltstadtrat Urban Aykal (Grüne) ist vor allem stolz auf „die volle Biodiversität“: Die gepflanzten Gehölze und Stauden sollen zu unterschiedlichen Zeiten blühen und als Nahrungsquelle für Insekten dienen.
Beide Bezirksamtsmitglieder werden anwesend sein, wenn die Anlage am 10. April um 16 Uhr offiziell eingeweiht wird.
Freizeit- und Sportanlage
auf dem Gelände des Jugendausbildungszentrums (JAZ)
Lissabonallee 6, Berlin-Nikolassee
Daniela von Treuenfels

Detail der Boulderwand. | Foto: Daniela von Treuenfels
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Schloßstraße 26 im Jahr 1925: An der Ecke Zimmermannstraße verkaufte Ernst Taeger Röcke und Blusen. | Foto: Museum Steglitz Nr. 03114[/caption]
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek macht aufmerksam auf die große Bedeutung jüdischen Lebens und jüdischer Wirtschaftstätigkeit für das Aufblühen der Schloßstraße im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Die Schloßstraße entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in rasantem Tempo zur Einkaufsmeile. Die Eisenbahnverbindung zwischen Potsdam und Berlin mit Halt in der Albrechtstraße und die vor 1900 verkehrenden Straßenbahnen machten die Landgemeinde Steglitz attraktiv. Niedrige Grundstückspreise und Mieten lockten viele Geschäftsleute in die Steglitzer Hauptverkehrsstraße.
Jüdisches Leben hatte einen großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Entwicklung und am Glanz und Reichtum der Schloßstraße. Jüdische Kaufleute betrieben zahlreiche spezialisierte Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe und größere Warenhäuser.
In den zwischen 1900 und 1910 entstandenen Wohn- und Geschäftsgebäuden lebten und arbeiteten jüdische Menschen in Bäckereien, Zigarrenläden und Konfektionsgeschäften, als Rechtsanwälte, Ärzte und Musiker.
Die Ausstellung erinnert mit acht kurzen Biographien und einer Übersicht von 40 Wirtschaftsbetrieben an diese Vielfalt und zeigt die radikale Vernichtung jüdischen Lebens nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Jahr 1933. In nur wenigen Jahren wurden alle jüdischen Gewerbetreibenden zur Geschäftsaufgabe gezwungen, jüdische Bewohnerinnen und Bewohner vertrieben oder deportiert. Heute erinnern nur einige im Jahr 2025 verlegte Stolpersteine und eine unauffällige Gedenktafel an das einst vitale jüdische Leben. Die Gedenktafel erinnert an Moritz Feidt, der im Jahr 1907 in der Schloßstraße 97 das erste größere Warenhaus eröffnete.
JÜDISCHES LEBEN IN DER SCHLOẞSTRAẞE
19.9.—14.11.2026
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek
Grunewaldstraße 3, im Einkaufzentrum "Das Schloss"
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 11 – 19 Uhr
Samstag 11 – 16 Uhr
Eintritt frei
VERANSTALTUNGEN
Sonntag, 27. September, 12:00 Uhr
Geschichte vor Ort. Jüdisches Leben in der nördlichen Schloßstraße
Stadtspaziergang mit Sabine Davids und Barbara Wittkopf