
Illustration von Nele Palmtag
„Mein Papa, die Unglücksspiele und ich“ erzählt die Geschichte der 10-jährigen Alina und ihrer Familie. Alina merkt, dass zu Hause etwas nicht stimmt, aber niemand erklärt ihr, was los ist. Dass ihr Papa an einer Glücksspielsucht leidet und dass das eine Krankheit ist, erfährt Alina erst im Laufe der Geschichte.
Das Buch soll Kinder unterstützen, denen es genauso geht, wie Alina. Kinder spüren, dass etwas nicht stimmt, auch wenn versucht wird, die Suchterkrankung vor ihnen geheim zu halten. Die Unwissenheit belastet die Kinder häufig am meisten. Deshalb ist es wichtig, Kinder einzubeziehen und dem Thema Sucht einen Raum zu geben. Das Buch soll Eltern ermutigen, mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen und ist gleichzeitig eine Stütze für die Kinder. Neben einer spannenden Geschichte gibt es am Ende sogar noch einen Sachteil, in dem alle Informationen kindgerecht aufgearbeitet werden.
Das Kinderbuch, geschrieben von Gundi Herget und mit Illustrationen von Nele Palmtag, richtet sich an Kinder ab 8 Jahren und wurde gemeinsam vom Präventionsprojekt Glücksspiel Berlin der pad gGmbH und der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern herausgegeben.
Das Buch steht zum freien Download auf www.faules-spiel.de/kinderbuch/ bereit und kann dort auch als Print-Version kostenlos bestellt werden.
Insa Holl,
Präventionsprojekt Glücksspiel












Schloßstraße 26 im Jahr 1925: An der Ecke Zimmermannstraße verkaufte Ernst Taeger Röcke und Blusen. | Foto: Museum Steglitz Nr. 03114[/caption]
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek macht aufmerksam auf die große Bedeutung jüdischen Lebens und jüdischer Wirtschaftstätigkeit für das Aufblühen der Schloßstraße im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Die Schloßstraße entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in rasantem Tempo zur Einkaufsmeile. Die Eisenbahnverbindung zwischen Potsdam und Berlin mit Halt in der Albrechtstraße und die vor 1900 verkehrenden Straßenbahnen machten die Landgemeinde Steglitz attraktiv. Niedrige Grundstückspreise und Mieten lockten viele Geschäftsleute in die Steglitzer Hauptverkehrsstraße.
Jüdisches Leben hatte einen großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Entwicklung und am Glanz und Reichtum der Schloßstraße. Jüdische Kaufleute betrieben zahlreiche spezialisierte Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe und größere Warenhäuser.
In den zwischen 1900 und 1910 entstandenen Wohn- und Geschäftsgebäuden lebten und arbeiteten jüdische Menschen in Bäckereien, Zigarrenläden und Konfektionsgeschäften, als Rechtsanwälte, Ärzte und Musiker.
Die Ausstellung erinnert mit acht kurzen Biographien und einer Übersicht von 40 Wirtschaftsbetrieben an diese Vielfalt und zeigt die radikale Vernichtung jüdischen Lebens nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Jahr 1933. In nur wenigen Jahren wurden alle jüdischen Gewerbetreibenden zur Geschäftsaufgabe gezwungen, jüdische Bewohnerinnen und Bewohner vertrieben oder deportiert. Heute erinnern nur einige im Jahr 2025 verlegte Stolpersteine und eine unauffällige Gedenktafel an das einst vitale jüdische Leben. Die Gedenktafel erinnert an Moritz Feidt, der im Jahr 1907 in der Schloßstraße 97 das erste größere Warenhaus eröffnete.
JÜDISCHES LEBEN IN DER SCHLOẞSTRAẞE
19.9.—14.11.2026
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek
Grunewaldstraße 3, im Einkaufzentrum "Das Schloss"
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 11 – 19 Uhr
Samstag 11 – 16 Uhr
Eintritt frei
VERANSTALTUNGEN
Sonntag, 27. September, 12:00 Uhr
Geschichte vor Ort. Jüdisches Leben in der nördlichen Schloßstraße
Stadtspaziergang mit Sabine Davids und Barbara Wittkopf