
Die Sanierung des Rathauses Zehlendorf sollte ein "Leuchtturmprojekt" werden. Jetzt fordert die SPD, dass Bürgermeister Kopp die Verantwortung übernimmt und zurücktritt. Archiv-Foto: Gogol
Die SPD-Fraktion in der Bezirksverodnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf fordert den Rücktritt von Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU). Die bereits in der jüngsten Sitzung der BVV vorgetragene Forderung bestätigt die Fraktion nun noch einmal in einer Pressemitteilung. Es geht um das „Leuchtturmprojekt“ Sarazenu – die energetische Sanierung des Rathauses Zehlendorf, die den Steuerzahler 1,6 Millionen Euro kostete. Doch es geht der SPD weniger um das Geld, denn um die Verantwortung.
Bereits seit Dezember vergangenen Jahres versucht die SPD mit Großen Anfragen das Projekt aufzuarbeiten, für dessen Scheitern sie den Bezirksbürgermeister verantwortlich macht. Bei der Beantwortung einer der Anfragen habe Kopp „nachweislich die Unwahrheit gesagt, Sachverhalte verschleiert und jegliche Verantwortung für das schwarz-grüne Leuchtturmprojekt ‚Sarazenu‘ von sich gewiesen“, wirft die SPD Kopp vor. Kopp erwecke stets den Eindruck, dass er nach Kenntnis der wahren Kosten von 35 Millionen das Projekt am 23. November gestoppt habe. „Bemerkenswert ist, dass er dann in der Haushaltsausschusssitzung am 6. Januar 2011 von weiteren Prüfungen sprach und erst dann abzuwägen sei, ob das Projekt zu stoppen ist. Ein sofortiger Planungsstopp sieht anders aus“, sagte Norbert Buchta, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Das Versäumnis des sofortigen Ausstiegs aus dem Projekt im November 2010 hat den Bezirk rund 1,5 Millionen Euro gekostet“, so Buchta weiter.
Bestätigt fühlt sich der Fraktionsvorsitzende durch den Landesrechnungshof. Der wirft dem Bezirksamt vor „aufgrund gravierender Fehlentscheidungen und der Missachtung grundlegender Haushalts- und Bauvorschriften (…) den erheblichen Umfang der für die Sanierung notwendigen Bauleistungen und die damit verbundenen hohen Kosten nicht rechtzeitig vor der Auslösung kostenintensiver Vorbereitungsmaßnahmen ermittelt“ zu haben. Es habe keine „angemessene, systematische Wirtschaftlichkeitsuntersuchung“ gegeben, Alternativen, wie ein Neubau, seien nie geprüft worden, kritisierte der Rechnungshof. Zudem sei das Vorhaben nicht – wie von der Baudienststelle eingeschätzt – als Bau- sondern als Unterhaltungsmaßnahme festgelegt worden – und zwar „auf Vorlage des für das Bauressort nicht zuständigen Bezirksbürgermeisters“ – mit Folgen für die Planungen und den Haushalt.
„Von Beginn an hat Bürgermeister Kopp die Fäden als Leiter der Steuerungsrunde in den Händen gehabt und hat alle rechtlichen, fachlichen und wirtschaftlichen Bedenken ignoriert, um mit einem Leuchtturmprojekt zu glänzen“, wirft Buchta dem Bezirksbürgermeister vor. Und ergänzt „Um weiteren Schaden vom Bezirk abzuwenden und zum Wohle des ehrlichen Steuerzahlers, ist ein Rücktritt des Bürgermeisters überfällig.“
In der BVV antwortete Kopp lediglich mit einem Kopfschütteln auf die Rücktrittsforderung. Auch auf Anfrage der StadtrandNachrichten äußerte er sich nicht dazu.
In den Bezirksverordnetenversammlungen, in denen Sarazenu Thema war, hatte Kopp die Vorwürfe der SPD und des Landesrechnungshofes stets zurückgewiesen. Kopp und die schwarz-grüne Zählgemeinschaft werfen ihrerseits dem einstigen SPD-Baustadtrat Uwe Stäglin Versäumnisse vor und sehen ihn als Verantwortlichen für die Fehlplanungen.
Die Steglitz-Zehlendorfer haben keine Möglichkeit, sich einen Überblick über die Planungen zu verschaffen, denn die Akten sind als geheim eingestuft. Deshalb fordert Buchta, die „Offenlegung sämtlicher Akten, so dass sich die interessierte Öffentlichkeit selbst ein Bild von den Verfehlungen machen kann.“
Die Einschätzung durch den Landesrechnungshof gibt es hier.
(go)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 50.000 Euro die Sanierung der Dachkonstruktion und Dachhaut im westlichen Querschiff der Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz. Die Gemeinde ist weiter auf Spenden angewiesen.
Denn insgesamt sollen nach den Berechnungen des beauftragten Planungsbüros die Arbeiten rund zwei Millionen Euro kosten, davon muss die Gemeinde 150.000 Euro selbst tragen. In drei Bauabschnitten werden zunächst die Portaltürme, das Kirchenschiff und die Querhäuser erneuert. Danach folgt der Kirchturm, zuletzt werden Apsis und Sakristei neu eingedeckt.
Das Gotteshaus hat ein neues Dach dringend nötig. Stürme der letzten Jahre haben der Konstruktion stark zugesetzt, teilweise sind Dachziegel auf den Kirchhof und die stark frequentierte Paul-Schneider-Straße und die Gallwitzallee gestürzt. Die Kupferbekrönungen, so hält es der Denkmalplaner in seinem Gutachten weiter fest, sind korrodiert, die darunterliegende Schalung ist durchfeuchtet. An der Dachkonstruktion fehlen Ziegel. Wo eine Dämmung vorhanden ist, ist sie durchfeuchtet und besteht aus krebserregenden Baustoffen. Kurz gesagt: hier musste etwas passieren, und zwar schnell.
Die Dreifaltigkeitskirche gilt mit ihrem imposanten hoch aufragenden Turm als Wahrzeichen und Zentrum von Lankwitz. Der Sakralbau wurde im Stil der märkischen Backsteingotik ab 1903 errichtet und 1906 geweiht. Der Detailreichtum der Fassade setzt sich nach oben hin fort; die Dachlandschaft ist durch eine Vielzahl an verschiedenen Konstruktionen unterschiedlicher Dach- und Turmformen, Material und Verzierungen geprägt. Der dominierende Vierungsturm mit seiner Zier verleiht der Dreifaltigkeitskirche ihr markantes Aussehen.
Die Gemeinde beheimatet in ihren Gebäuden unter anderem eine Pflegestation, die Haltestelle Diakonie für die Unterstützung psychisch oder an Demenz Erkrankter und ein Sozialcafé. In Zusammenarbeit mit der „Berliner Tafel“ gibt es wöchentlich eine Lebensmittelausgabe, die 140 Haushalte versorgt. Jährlich zum Totensonntag im November gibt es eine interreligiöse Gedenkfeier zur Erinnerung an Menschen, die einsam verstorben sind und behördlich bestattet wurden.
Spenden für die Sanierung der Kirche sind möglich auf das Konto
Dreifaltigkeitsgemeinde Lankwitz
IBAN: DE03 5206 0410 6803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Spendenzweck: Kirchendach
Der Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt aus Spendengeldern der Stiftung und aus Lottomitteln.
die SPD kann een alles besser.Man hat es am Wahlergebnis gesehen . Nobbi bleibt. OK