Kein Gabenzaun mehr am U-Bahnhof Schloßstraße

Kein Gabenzaun mehr am U-Bahnhof Schloßstraße

Der ehemalige Gabenzaun am U-Bahnhof Schloßstraße, Foto: Junia Greb-Georges

 

Vor dem Shoppingcenter Boulevard Berlin in Steglitz stehen keine Kisten mehr. Noch bis vor kurzem konnten dort Spenden für Bedürftige abgelegt werden. Der so genannte Gabenzaun wurde aufgelöst und die Spendenkisten weggeräumt.

Das Angebot entstand zu Beginn der Corona-Pandemie aus einer privaten ehrenamtlichen Initiative heraus. Hintergrund war, dass zu dieser Zeit die Türen vieler Hilfsorganisationen geschlossen blieben und Bedürftigen die Anlaufstellen fehlten. Gleichzeitig stieg in dieser Zeit bei Menschen, die durch Kurzarbeit und Jobverlust an ihre finanziellen Grenzen gestoßen sind, der Bedarf an kostenfreien Kleidungs- und Essensangeboten. Weil Spendenausgabe- und Annahmestellen in Berlin bereits seit einiger Zeit wieder geöffnet sind, wurden die Kisten entfernt und der Gabenzaun aufgelöst. Die leere Fläche direkt am U-Bahn-Ausgang wirkt kahl ohne die Behälter, in denen sich lange Zeit neben Lebensmitteln auch Kleidung und Hygieneartikel stapelten.

Zu Beginn der Initiative standen am U-Bahnhof noch keine Holzkisten, vielmehr legten Bürgerinnen und Bürger ihre Spenden teils in Tüten, teils unverpackt an der dafür vorgesehenen Stelle ab. Weil das unter Anwohnern und Anwohnerinnen für Unmut sorgte und auch unter hygienischen Gesichtspunkten problematisch war, gestaltete die Freiwilligenagentur Steglitz-Zehlendorf gemeinsam mit dem Centermanager des Boulevard Berlin, Carsten Paul, und der damaligen Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf Cerstin Richter-Kotowski den Gabenzaun neu. Ab dem 26. August 2020 standen Holzkisten bereit, bei denen durch entsprechende Kennzeichnung auf den ersten Blick erkennbar war, was sich jeweils darin befindet. Sortiert wurde nach Kleiderspenden, Lebensmittelspenden, Hygieneartikel und Insekten- sowie Sonnenschutz.

Was vom Gabenzaun übriggeblieben ist: Ein Zettel, der über die
Auflösung des Gabenzauns informiert. Foto: Junia Greb-Georges

 

Seit einigen Tagen befindet sich am ehemaligen Gabenzaun ein Hinweis zur Auflösung der Spendensammelstelle und die wieder geöffneten Hilfsorganisationen.
 
Nächstgelegene Spendenannahme- und Abgabestellen:
Ausgabestellen Essen:
Berliner Tafel e.V. LAIB und SEELE – City-Kirchen Steglitz Ausgabestelle: Matthäus-Gemeinde in Berlin
Schloßstr. 44 d
12165 Berlin
Donnerstags 14 – 15 Uhr
 
Aktion „Warmes Essen“ der milaa gGmbH
Pauluskirche, Kirchstraße 6
14163 Berlin
Montags, mittwochs und freitags von 12 bis 13.30 Uhr
 
Kleiderspenden-Stellen:
Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Südwest e.V.
Osdorfer Straße 121
12207 Berlin
Kleider Ausgabe und Annahme Dienstag bis Donnerstag 10 – 14 Uhr

 

 

Junia Greb-Georges

 

 

 

 

 

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Kranoldmarkt: Innovation braucht strukturierten Prozess

[caption id="attachment_104552" align="aligncenter" width="622"] Größere Veränderungen werfen ihre Schatten voraus: derzeit erfährt das direkte Umfeld des Kranoldplatzes eine Neugestaltung. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Kaum Wissen, keine professionelle Kommunikation. Eine Zukunftsstrategie für den Markt entsteht so nicht. Ein Kommentar von Stephan Voß Eine Anfrage des Bezirksverordneten Dennis Egginger - Gonzales (DIE LINKE) brachte es ans Licht: Im Bezirksamt ist über das tatsächliche Marktgeschehen auf dem Kranoldplatz vergleichsweise wenig Wissen vorhanden. Und es gibt keine erkennbaren Strategien, den Markt für die Zukunft fit zu machen (lesen Sie dazu unseren Bericht). Angesichts eines weit verbreiteten Marktsterbens auf Grund von Nachwuchsmangel, Konkurrenz des Einzelhandels, hohen Preisen, eingeschränkter Produktpalette oder verändertem Einkaufsverhalten, ist dies verantwortungslos besonders vor dem Hintergrund des geplanten Umbaus des Kranoldplatzes.

Kreative Strategien gemeinsam entwickeln

Den Markt für die Zukunft zu sichern, bedürfte sicherlich einer intensiven Kommunikation mit den Markthändlern. Besser noch wäre in diesem Zusammenhang eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit ihnen, wie sie beispielsweise in Hamburg-Mitte realisiert wurde. Die dortigen Wochenmärkte sollten wirtschaftlicher und attraktiver gestaltet werden. Sie sollten dabei nicht nur als Handelsort, sondern auch als soziale und kulturelle Treffpunkte im Rahmen eines Innovationsprozesses weiterentwickelt werden. Der sogenannte Wochenmarktprozess war in vier Phasen unterteilt – Feldforschung, Ideenentwicklung, Testphase und Umsetzung. Er beinhaltete unter anderem sieben halbtägige Workshops, an denen unter anderem Markthändler, Menschen aus der Kreativwirtschaft, Experten und Vertreter der Politik teilgenommen haben. Im Ergebnis wurde für zwei Märkte in Hamburgs Bezirk Mitte ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel und langfristigen Handlungsempfehlungen vorgelegt. * So etwas Ähnliches  – zugeschnitten auf den Kranoldmarkt – gab es bisher nicht, lässt das Bezirksamt verlauten. Zugleich wird jedoch ein enger und kontinuierlicher Kontakt zu den Händlern behauptet. Unabhängig davon, worin dieser besteht, schlägt er sich jedenfalls nicht in einer erkennbaren, auf die Weiterentwicklung und die Sicherung des Marktes bezogenen Strategie nieder. Aber immerhin: Jetzt wird ein gemeinsamer Prozess mit den Markthändlern zur Sicherung der Zukunft des Markts zumindest in Erwägung gezogen. Vielleicht sollte man vorher mal einen Blick in das Konzept des Bezirks Hamburg Mitte wagen. Für solch einen innovativen Prozess, aber auch für die professionelle Alltagskommunikation, bräuchte es natürlich eine gut funktionierende Vertretung der Marktleute. Diese zu bitten, eine solche Vertretung zu bestimmen, lehnt das Bezirksamt jedoch ab. Warum eigentlich? Wie will man denn anders mit den Marktleuten ernsthaft ins Gespräch kommen, geschweige denn produktiv zusammenarbeiten? Wie das Bezirksamt, wie die Marktverwaltung unter diesen Bedingungen sicherstellen will, dass der Kranoldmarkt in Lichterfelde Ost eine gute Zukunft hat, bleibt wohl deren Geheimnis. Jedenfalls könnte kein Unternehmen überleben, ohne zu wissen, wie es sich entwickelt hat und wo genau es aktuell steht, ohne eine genaue Kenntnis über seine Produkte zu haben, ohne nach den Gründen für Misserfolge zu fragen, ohne in einen konstruktiven Dialog mit seinen Mitarbeitern zu gehen, ohne daran zu denken, für neue Kunden und Kundinnen aktiv zu werben und auch neue Zielgruppen zu erschließen und vor allem ohne eine durchdachte Zukunftsstrategie zu haben.

Der Bezirk muss Verantwortung übernehmen

Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, dass sich die Politik tatsächlich für den zukunftssicheren Erhalt des Kranoldmarkts einsetzen würde und nicht nur so zu tun, als ob sie es täte. Die BVV müsste sich zuallererst gemeinsam mit der Verwaltung darauf verständigen, dass es keinesfalls reicht, den Kranoldmarkt nur zu verwalten und – komme, was wolle – am Status quo festzuhalten. Der Auftrag der Marktverwaltung müsste vielmehr lauten, den Kranoldmarkt nicht zuletzt auch wegen des bevorstehenden Umbaus des Kranoldplatzes zukunftssicher zu machen. Den vielen Herausforderungen gegenüber, mit denen städtische Märkte konfrontiert sind, wäre er dann resilienter aufgestellt. Damit es dazu kommen kann, ist es unerlässlich, dafür zeitnah angemessene Strategien unter sachgerechter Einbeziehung der Marktleute, von Kunden und Kundinnen sowie von Fachleuten zu entwickeln und umzusetzen.

Stephan Voß

Stephan Voß ist Mitglied im Bündnis für einen lebendigen Kranoldplatz https://www.kranold-markt-platz.de/ * Cross Innovation Hub Hamburger Kreativgesellschaft Maßnahmenkatalog für die Wochenmärkte im Bezirk Mitte Wochenmärkte der Zukunft Bezirksamt Hamburg Mitte https://cross-innovation-hub.de/magazin/mehr-publikum-fuer-die-hamburger-wochenmaerkte-dieser-massnahmenkatalog-soll-helfen/   Alle Artikel zum Thema Kranoldplatz https://stadtrand-nachrichten.de/category/gesellschaft-politik/kranoldplatz/   Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser. Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen. Herzlichen Dank! Hier geht es zu unserem Paypal-Konto