Steglitz-Zehlendorf ist nicht gerade der Bezirk, der bei Touristen auf Platz eins der Besuchsliste steht, jedenfalls nicht beim ersten Aufenthalt in Berlin. Um aber die Berlin-Besucher, die beispielsweise im Hotel am Hermann-Ehlers-Platz wohnen, mit den Sehenswürdigkeiten im Bezirk vertraut zu machen, regt die Grünen-Fraktion an, ein Tourismusinformationsbüro im Bezirk zu errichten.
Mehr Touristen in den Bezirk zu holen, hält auch Jan Kellermann (SPD) für eine gute Idee, das Büro allerdings weniger. Der Sinn eines solchen, wenn die Touristen schon da sind, wollte sich ihm nicht erschließen. Es ginge doch viel eher darum, die Leute in den Bezirk zu locken. Da hielt er es für sinnvoller, die großen Büros von „visit berlin“ mit ausreichend Material über den Bezirk zu versorgen. Zudem sollte doch viel eher geprüft werden, welche Instrumente noch eingesetzt werden könnten, um die Touristen in den Südwesten zu holen, sagte er am Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaft, Personal und Europa. Auch der Bürgerdeputierte Hans-Joachim Wollschläger (CDU) war von der Idee des Tourismusinformationsbüros wenig angetan. Das würde sich nicht tragen, war er überzeugt und schlug stattdessen vor, dass sich Mitarbeiter des Bürgerbüros mit touristischen Aspekten des Bezirks befassen und so die Aufgaben der Touristeninformation mitübernehmen könnten.
Eric Lüders (Piraten) fragte sich, wo ein solches Büro denn eingerichtet werden sollte, da der Bezirk ja doch sehr groß sei. Wer zum Wannsee wolle, fahre nicht unbedingt zum Hermann-Ehlers-Platz, um sich zu informieren. Ohnehin setzten heute doch die meisten auf das Internet, um sich über Berlin zu informieren. Statt eines Tourismusinformationsbüros sollte lieber eine Internetseite über Steglitz-Zehlendorf erstellt werden. Die gibt es allerdings schon, berichtet Michael Pawlik, Leiter der Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf. Auch er glaubt nicht an den Erfolg eines solchen Büros. Der Bezirk präsentiere sich zentraler, etwa bei der Tourismusbörse beziehungsweise auf den Homepage von „visit berlin“, auf der jeder Bezirk mit einer eigenen Seite vertreten ist.
Uwe Köhne (Grüne) aber hielt am Antrag fest. „Das Leben ist mehr als Internet“, sagte er. Er selbst ziehe es im Urlaub vor, sich persönlich zu informieren und direkt Fragen stellen zu können. Seine Parteikollegen sahen das ähnlich und konnten sich eine Touristeninformation gut an der Schloßstraße vorstellen.
Schließlich stimmte die Mehrheit für den Antrag. Einen zweiten, mit dem die Grünen anregten, eine Broschüre mit den Sehenswürdigkeiten für Touristen zusammenzustellen, zogen sie hingegen zurück. Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) zeigte, dass es solche Zusammenstellungen schon längst gibt. „Das Bezirksamt hat schon vor Antrag gehandelt.“
(go)













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner