„Das ist lustig!“ „Ist es das?“ – der junge Komödienschreiber hat es nicht leicht. Von ihm sitzt ein griesgrämiger Zensor, der lieber an der Front kämpfen würde, als sich durch die Berge von Worten zu quälen; ihm im Nacken sitzt seine Theatertruppe, die darauf wartet, endlich mit den Proben beginnen zu können. Autor und Zensor könnten verschieden nicht sein – hier der Militär, dort der Künstler –, doch sie beginnen, gemeinsam am Stück zu arbeiten und kommen sich näher.
Was in einer Kurzbeschreibung eher nach einem Melodram klingt, ist genau das Gegenteil – eine Komödie, die einen gut zwei Stunden laut lachen, leise schmunzeln und am Ende ein wenig wehmütig zurück lässt.
„Wer zuletzt lacht“ heißt das japanische Zwei-Personen-Stück, das Harald Effenberg am Sonntagabend allein im Zimmertheater Steglitz las und dabei das Publikum mit seinem Spiel und der eigenem Freude an der Komödie ansteckte.
„Wer zuletzt lacht“ ist eine Übersetzung von Kōki Mitanis Komödie “Warai no Daigaku” (“Universität des Lachens”), die Effenberg vom Englischen ins Deutsche übertrug. Dabei habe er sich „dermaßen in das Stück und seine Figuren verliebt, dass ich es mir immer wieder selber vorlese und mich dabei kringelig lache“, erinnert sich der Schauspieler.
Ja, es ist zum Kringeln, wenn der Zensor verlangt, dass aus „Romeo und Julia“ „Heinrich und Julia“ wird und wenn der Autor aus einer patriotischen Parole ein Pferd macht. Doch die Komödie ist keine Aneinanderreihung dumpfer Scherze. Sie zeigt, wie unterschiedlich Menschen sind, ihre Zwänge und Ängste, aber auch dass es möglich ist, sich trotz aller Differenzen näher zu kommen und zu verstehen.
Effenberg beweist, dass man für einen guten Dialog nicht unbedingt zwei Menschen braucht, einer reicht, zumindest wenn es einer wie Effenberg ist, der den Charakteren mit genauso viel Ernsthaftigkeit wie Witz begegnet.
„Wer zuletzt lacht“, gelesen von Harald Effenberg, ist als nächstes zu erleben am Freitag, 12. Februar um 20 Uhr im alpha-nova-werkstatt-Theater, im Zimmertheater Steglitz wieder am Sonnabend, 21. Mai um 20 Uhr.
(go)













Im Forum Steglitz kommt der Hotdog aus der Maschine. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Im Forum Steglitz kommen jetzt heiße Würstchen im Brötchen aus einem Automaten. Auf Wunsch mit Senf, Gurke und Zwiebeln.
Es gibt zwei gute Nachrichten. Erstens müssen Freunde fragwürdiger Masse im Kunstdarm, nicht mehr zu Ikea fahren, sollte der Heißhunger wieder einmal zu groß werden. Ein Ausflug in die Schloßstraße reicht aus.
Dort gibt es, zweitens, den Hotdog aus der Maschine. Im Forum Steglitz steht seit einigen Tagen „grabbzy“ des Unternehmens MeiCook. Der Roboter baut den Snack jederzeit auf Knopfdruck vollautomatisch zusammen.
[caption id="attachment_104371" align="aligncenter" width="300"]
Neuheit im Shoppingcenter: Den Hotdog-Roboter kann man jederzeit bei der Arbeit beobachten. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das geht erstaunlich geräuschlos, und man kann dabei zugucken. Zuerst plumpst eine Pappschale mit Wurst und Brötchen in die nächste Fabrikationsstufe: die obere Plastikfolie wird entfernt. Dann befördert die Maschine das Schälchen in die Aufwärmzone. Nach einigen Sekunden flutscht das ganze wieder raus, und die Wurst erhält ihr Topping, welches bei der Bestellung gewünscht wurde: Senf, Ketchup, Gurke und Zwiebeln.
Die beiden Damen, die wir bei der Order beobachten durften, sind zufrieden: schmeckt gut, sagen sie, und es sei sogar richtig heiß. Mit Senf und Zwiebeln kostet die Mahlzeit 2,90 Euro.
[caption id="attachment_104373" align="aligncenter" width="300"]
Auswählen und bezahlen - alles andere macht der Roboter. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Berliner Unternehmen MeiCook hat den Roboter über einen Zeitraum von rund acht Jahren entwickelt, wie das Centermanagement in einer Mitteilung erklärt. Das Team habe gemeinsam mit einer Berliner Fabrik die Technologie entwickelt und investierte nach eigenen Angaben mehr als eine Million Euro in das Projekt „grabbzy“. Rund 350.000 Euro davon stammen aus nicht rückzahlbaren staatlichen Fördermitteln. Die dabei entwickelten Technologien sind nach Angaben des Unternehmens patentiert. Produziert und weiterentwickelt wird in Tempelhof-Schöneberg.
Das fertige Produkt: maschinell zusammengeschraubter heißer Hund. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen.
Herzlichen Dank!