Steckt der Bezirk Steglitz-Zehlendorf noch im vergangenen Jahrtausend fest? So sehen es zumindest die Piraten- und die SPD-Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung. Am Mittwoch habe sich dies wieder bestätigt, mit der Ablehnung eines gemeinsamen Antrages beider Fraktionen, durch den geprüft werden sollte, ob es möglich sei, die Bürger zukünftig per SMS oder E-Mail darüber zu benachrichtigen, wenn der beantragte Personalausweis oder Reisepass zur Abholung bereit liegt.
Die Prüfung sei doch schon geschehen, verwies Carsten Berger (Grüne) auf die jüngste Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Bürgerdienste, auf der die Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) erklärt hatte, dass das verwendete, berlineinheitliche Computersystem dies nicht zulasse oder nur mit sehr großem Aufwand. Es sei also geprüft worden – der Antrag obsolet.
Nicht so für die Piraten und die SPD. Andere Bezirke böten diesen Service doch auch an, so Norbert Buchta, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Das Programm kann das“, zeigte er sich überzeugt. Schließlich bekäme er doch auch bei Terminverschiebungen im Amt eine Benachrichtigung zugesandt.
„Das ist eine Service, den jede Firma anbietet“, so Eric Lüders von den Piraten. „Sie sperren sich gegen jede neue Kommunikationsform“, warf er der Zählgemeinschaft vor.
Bernhard Lücke (CDU) sah das anders. „Es gibt keinen Bedarf für zusätzliche Benachrichtigungen“, fand er. Schließlich werde ja bei der Beantragung mitgeteilt, wann der Personalausweis fertig sei, und beim Reisepass werde ein Schreiben versandt. SMS- und E-Mail-Benachrichtigungen seien ein „information overload“, so Lücke.
(go)












Im Forum Steglitz kommt der Hotdog aus der Maschine. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Im Forum Steglitz kommen jetzt heiße Würstchen im Brötchen aus einem Automaten. Auf Wunsch mit Senf, Gurke und Zwiebeln.
Es gibt zwei gute Nachrichten. Erstens müssen Freunde fragwürdiger Masse im Kunstdarm, nicht mehr zu Ikea fahren, sollte der Heißhunger wieder einmal zu groß werden. Ein Ausflug in die Schloßstraße reicht aus.
Dort gibt es, zweitens, den Hotdog aus der Maschine. Im Forum Steglitz steht seit einigen Tagen „grabbzy“ des Unternehmens MeiCook. Der Roboter baut den Snack jederzeit auf Knopfdruck vollautomatisch zusammen.
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Neuheit im Shoppingcenter: Den Hotdog-Roboter kann man jederzeit bei der Arbeit beobachten. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das geht erstaunlich geräuschlos, und man kann dabei zugucken. Zuerst plumpst eine Pappschale mit Wurst und Brötchen in die nächste Fabrikationsstufe: die obere Plastikfolie wird entfernt. Dann befördert die Maschine das Schälchen in die Aufwärmzone. Nach einigen Sekunden flutscht das ganze wieder raus, und die Wurst erhält ihr Topping, welches bei der Bestellung gewünscht wurde: Senf, Ketchup, Gurke und Zwiebeln.
Die beiden Damen, die wir bei der Order beobachten durften, sind zufrieden: schmeckt gut, sagen sie, und es sei sogar richtig heiß. Mit Senf und Zwiebeln kostet die Mahlzeit 2,90 Euro.
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Auswählen und bezahlen - alles andere macht der Roboter. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Berliner Unternehmen MeiCook hat den Roboter über einen Zeitraum von rund acht Jahren entwickelt, wie das Centermanagement in einer Mitteilung erklärt. Das Team habe gemeinsam mit einer Berliner Fabrik die Technologie entwickelt und investierte nach eigenen Angaben mehr als eine Million Euro in das Projekt „grabbzy“. Rund 350.000 Euro davon stammen aus nicht rückzahlbaren staatlichen Fördermitteln. Die dabei entwickelten Technologien sind nach Angaben des Unternehmens patentiert. Produziert und weiterentwickelt wird in Tempelhof-Schöneberg.
Das fertige Produkt: maschinell zusammengeschraubter heißer Hund. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
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Herzlichen Dank!
Für Herrn Lücke ist „information overload“ ja schon das Lesen von Beschlussvorlagen für die Bezirksverordneten. Das überlässt er ja wohl zu großen Teilen seinem Fraktionsvorsitzenden, der ihm dann nur noch mitteilen muss, wie er abzustimmen hat. Und dass die technikfeindlichen Grünen jeden(!) Antrag, der zu mehr Transparenz und Bürgerfreundlichkeit führen könnte, ablehnen, liegt nun einmal in der Natur einer Partei, für die selbst das Auto schon Teufelszeug ist, und deren bezirkliche Tätigkeit (inklusive grüner Stadträtin) sich darin erschöpft, einmal jährlich Kröten über die Straße zu tragen.