JAZ_Leiter Lutz Rohde, Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto und Reinhard Hoffmann vom Jugednamt stellten den Film vor und waren begeistert davon. Foto: Gogol

Eine „Weltfilmpremiere“ kündigte Gerold Maelzer vom Jugendamt am Freitagmittag in der Jugendfreizeiteinrichtung Düppel an. Gezeigt wurde der Imagefilm für das Jugendausbildungszentrum (JAZ), der im Rahmen der deutschlandweiten Kampagne „Das Jugendamt – Unterstützung, die ankommt“ entstanden ist.

Seit 1987 bildet das JAZ Jugendliche aus, die es schwer haben, auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Ausbildungsplatz zu finden. 118 Jugendliche erhalten jedes Jahr die Möglichkeit, sich in sieben Berufen, darunter Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, Feintäschner sowie Maler und Lackierer ausbilden zu lassen. Das Zentrum ist „einzigartig in Berlin“, lobte Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) und versprach, weiterhin Unterstützung für die Arbeit die dort geleistet wird. Es müsste nur noch mehr Zuweisungen aus den anderen Bezirken geben. Auch dafür ist der Film gedacht, den Lutz Rohde, Leiter des JAZ, vorstellte. Er kommt darin auch selbst zu Wort, stellt seine Einrichtung kurz vor. Dreimal hätten seine Szenen aufgenommen werden müssen, erzählt er später. Er sei eher der spontane Typ, das Aufsagen nicht so sein Ding.

Facebook

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Facebook.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Auch andere kommen im Film kurz zu Wort, so Sozialpädagogin Margot Jung und Sarah Koch, die im JAZ ihre Ausbildung zur Raumausstatterin gemacht und erfolgreich abgeschlossen hat. Das Zentrum biete die Möglichkeit, sich auszuprobieren, lasse einem Zeit, um sich mit den Maschinen vertraut zu machen und eigene Lösungen zu finden. Und vor allem Zeit, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten, sagt sie im Film. Der Sprung auf den Arbeitsmarkt klappte anschließend für Koch. Genauso wie für einen Großteil der 2.100 Jugendlichen, die in den vergangenen 25 Jahren im JAZ eine Ausbildung absolvierten, berichtete Rohde vor dem Filmstart. 71,8 Prozent dieser Jugendlichen hätten ein Abschluss gemacht, 52,4 Prozent seien auf dem ersten Arbeitsmarkt untergekommen. „Wir sind ein verdammt erfolgreiches Unternehmen“, so der Leiter.

Dieses wurde im Film vor allem bebildert, gezeigt wurden Jugendliche der verschiedenen Ausbildungsberufe in ihren Werkstätten und auf Baustellen wie dem Heese-Gymnasium.

Gut ein Jahr hat es gedauert von der Idee bis zur Fertigstellung des Films, so Rohde. Die Reaktionen bei denen, die den Film bereits gesehen haben, seien gut gewesen. „Macht Mut auf mehr“, habe es geheißen. Auch Reinhard Hoffmann, kommissarischer Leiter des Jugendamtes Steglitz-Zehlendorf fand den Film sehr ansprechend. „Es ist ein tolles Ergebnis“ freute er sich.

Doch nicht alle waren mit dem Ergebnis so zufrieden. Eric, der den Beruf des Anlagenmechanikers erlernt, fand zwar das Konzept gut, doch die technische Umsetzung nicht. Die Schnitte seien zu abgehackt. Zudem wurde ihm zu wenig gezeigt und erklärt. Das Gelände fehlte, ebenso eine Erklärung dazu, was die Jugendlichen in dem gezeigten Heese-Gymnasium eigentlich machen. Sein Urteil „ein Rohdiamant“ sei der Film – der letzte Schliff fehle noch. Garcoi, ebenfalls Azubi bei den Anlagenmechanikern, sah das genauso, beklagte eine mangelnde Professionalität, „und die Musik ist schrecklich“.

Die Erklärungen wurden auch bei den Feintäschnern vermisst. Es fehlten Kommentare zu den gezeigten Bildern, fand nicht nur eine Auszubildende sondern auch ihre Ausbilderin.

Zu sehen ist der Film demnächst nicht nur auf den Homepages des JAZ und des Jugendamtes, sondern auch in anderen Bezirken, um für das JAZ zu werben. Und in Schulen, denn das Ausbildungszentrum strebt noch weitere Kooperationen im Bezirk an. Nicht nur, um Auszubildende zu gewinnen, sondern auch, um Schülern die Möglichkeit zu geben, bei Praktika zu schauen, welcher Beruf etwas für sie ein könnte und was dabei auf sie zukommt. Auch bei den Handwerkskammern und in Oberstufenzentren wurde der Film schon vorgestellt.

„Ohne das Jugendamt hätte so etwas nicht stattfinden können“, lobte Rohde. Und deshalb freute er sich, mit seinem Projekt bei der bundesweiten Kampagne für die Jugendämter mitwirken zu dürfen. Deren Arbeit und Unterstützung werde in der Öffentlichkeit noch immer zu wenig wahrgenommen, bedauerte Hoffmann. Der Film soll helfen, das zu ändern.

(go)