Ein „Ort der Entfaltung“ wurde am Mittwoch in Nikolassee eröffnet. Die neue Bibliothek des Werner-von Siemens-Gymnasiums wurde feierlich seiner Bestimmung übergeben.
„Pünktlich heute Morgen fertiggestellt“ wurden die Bibliothek sowie die drei angrenzende Unterrichtsräume, freute sich Schulleiter Ullrich Janotta. Entstanden sind sie im ehemaligen Stelzenbau, im Luftgeschoss, in dem die Kinder bis vor Kurzem noch die Pausen verbrachten. Vor fünfeinhalb Jahren, als der Wettbewerb für die neue Bibliothek ausgeschrieben wurde, habe er andere Ideen gehabt, erzählte Janotta. Doch heute sei er sehr zufrieden, mit dem neuen, großzügigen Bau, der sich gut in das Ensemble von Schulhof und Schulhaus einpasse. „Es ist ein schön gestalteter Raum entstanden, der zum Lernen einlädt“, ist sich der Schulleiter sicher.
330 Quadratmeter hat der Neubau, davon entfallen 100 Quadratmeter allein auf die Bibliothek, die bei der Eröffnung noch gar nicht nach einer solchen aussah. Doch auch in Zukunft wird die Bibliothek keine Bücherei im klassischen Sinn, mit hohen Regalreihen, vollgepackt mit Büchern und ein paar Arbeitsplätzen an Tischen zwischendrin. Denn der Raum ist auch als Multifunkionsraum gedacht, so dass auch Seminare, Theaterabende oder Konzerte dort stattfinden können. Ohnehin sei eine Bibliothek heute ein „learning space“, erläuterte Dr. Klaus Ulrich Werner, Leiter der Philologischen Bibliothek der Freien Universität Berlin, der den Begriff mit „Lernort“ nur ungenügend übersetzt findet. Bibliotheken seien heute vielmehr ein Ort der Kommunikation, der Vernetzung, er ermögliche selbstorganisiertes Lernen mit Hilfe eines Medienmixes. Das schlage sich auch an der Gestaltung einer Bibliothek nieder, mit modernen Sitzmöbeln, Sitzsäcken, Sofas und Stühlen, so dass jeder Lernende sich den Raum auf seine Weise erschließen kann, erläuterte Werner. So ist auch die Schulbibliothek des Werner-von-Siemens-Gymnasiums konzipiert. Dazu zählen auch die mobile Möbel. Wie die Rollcontainer, die es ermöglichen, jeden Arbeitsplatz mit Strom zu versorgen. „Der Nutzer steht im Mittelpunkt, nicht das Buch und auch nicht die Technik. Es ist alles da, man muss es sich nur selbst erschließen“, so die Architektin Anna Elise von Zander, die die Räume entworfen hat.
815.000 Euro hat der Bezirk Steglitz-Zehlendorf in die neuen Räume investiert. Der neue Stelzenbau sei das Highlight einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die in dem Gymnasium umgesetzt wurden, erläuterte Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU). Dazu zählten unter anderem die Umgestaltung des Schulhofes, die neue Mensa, die Renovierung der Sporthalle und der Physik- und Chemiefachräume. Für Steglitz-Zehlendorf sei es eine „Verpflichtung in die Schulen zu investieren“, so Kopp. 70 Prozent aller investiven Mittel würden in die Schulen fließen.
Die heutige Eröffnung der Bibliothek sei ein Zeichen der „Aufbruchstimmung und des Optimismus“, sagte Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU). „Eine angenehme Umgebung ist für Schüler unverzichtbar. Sie erleichtert das Lernen“, war sie überzeugt. Und im Falle des Siemens-Gymnasiums verbessere der Neubau zudem die angespannte Raumsituation. Nun ginge es darum, die Bibliothek in das schulische Leben zu integrieren und mit Leben zu erfüllen. Daran machten sich Lehrer, Eltern, Schüler und Gäste gleich nach dem offiziellen Teil bei einem Rundgang durch die neuen, hellen Räume mit großen Fenstern.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: