Eine spektakuläre Sicherungsmaßnahme ist am Donnerstag, 21. August, an der Steglitzer Matthäus-Kirche, Schloßstraße 44, zu erleben. Zwei Industriekletterer entfernen lose Ziegel an der Turmspitze der 1880 eingeweihten ältesten neogotischen Kirche Berlins. Die Kletterer beginnen um 8 Uhr mit ihren Vorbereitungen, der gesamte Einsatz dauert sechs bis acht Stunden.
Dass der vollständig gemauerte 64 Meter hohe Kirchturm in der Nachbarschaft des Rathauses Steglitz sanierungsbedürftig ist, ist bekannt. Eine gefährliche Situation brachte allerdings eine statische Bestandsaufnahme in der vergangenen Woche zu Tage: Zu einem senkrechten Riss etwa zwei Meter unterhalb des Turmkreuzes hatte sich ein fast umlaufender waagerechter gebildet. „Ein möglicher Absturz des Turmkreuzes war nicht auszuschließen und würde vermutlich durch das Kirchendach hindurch die Orgel zerstören“, sagt Helmut von Bohr, zuständiger Architekt des Kirchenkreises Steglitz. Er war mit Fachleuten in der Kabine des 70 Meter hohen Krans unterwegs, um sich die Sache aus der Nähe anzusehen. Mit sofortiger Wirkung wurden daher Glockengeläut und eine weitere Nutzung der Kirche untersagt sowie das Gelände um die Kirche herum gesperrt.
Neuere Untersuchungen aus dem Inneren des Kirchturms zeigen nun, dass die Turmspitze von einer in den 1970er Jahren vorgenommenen Sicherung gehalten wird. So muss nicht die Turmhaube abgenommen, sondern lediglich lose Ziegel außen entfernt und die Risse verfugt werden.
Schon seit längerem bereitet sich die Matthäus-Kirchengemeinde auf die anstehende, kostspielige Sanierung ihres Kirchturms vor. Am vergangenen Sonntag versammelte sich die Gemeinde spontan zu einer Open-Air-Andacht und brachte eine beträchtliche Kollekte für diesen Zweck zusammen. Im Frühjahr 2015 wird der gesamte Kirchturm eingerüstet, um die Turmspitze neu aufmauern zu können. Vorher muss das Sanierungskonzept mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. Die Kosten der Sanierung werden derzeit auf etwa 500.000 Euro geschätzt, zu viel für eine einzelne Kirchengemeinde. Die Matthäus-Gemeinde bittet daher um Spenden:
Evangelische Matthäus-Gemeinde
Konto 49 08 70 68
BLZ 210 602 37
IBAN DE27 2106 0237 0049 0870 68
BIC GENODEF1EDG
Ev. Darlehnsgenossenschaft eG
Stichwort „Kirchturm“
Die Matthäus-Kirche ist eine der größten Kirchen in Südberlin, sie fasst mehr als eintausend Menschen. Drei außergewöhnliche Glaskünstler haben im Lauf der Jahrzehnte an ihrer Gestaltung mitgewirkt. In den 1920er Jahren entwarf der Architekt Otto Rudolf Salvisberg das Gemeindehaus und fügte dieses mit dem bereits bestehenden Park und der zentral liegenden Kirche zu einem Ensemble zusammen.
(sn)














Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: