Kein Konsumraum für Drogenabhängige in Steglitz-Zehlendorf. Der Ausschuss für Gesundheit und Gleichstellung lehnte den Antrag der Piraten ab und folgte dabei einer Empfehlung von Astrid Leicht, Geschäftsführerin von fixpunkt e.V. Die hatte am Mittwochabend darum gebeten, dass der Bezirk den Verein doch lieber auf Landesebene unterstützen solle, um einen Drogenkonsumraum in Neukölln einzurichten, wo die Fallzahlen höher seien.
Ein Konsumraum soll Drogenabhängigen einen geschützten Ort bieten, an denen sie ihre Drogen spritzen können. Er sei nur für Abhängige, die fest entschlossen seien, die Droge zu nehmen, erklärte Leicht. Gelegenheitskonsumenten etwa von Cannabis oder Erstkonsumenten hätten keinen Zugang. Die Abhängigen erhielten einen sicheren Raum, gleichzeitig bestehe für Mitarbeiter der Drogenberatung die Möglichkeit, mit den Abhängigen ins Gespräch zu kommen, ihnen Auswege aus der Sucht aufzuzeigen. Ein solcher Konsumraum sei „hochregulär“, erklärte Leicht. Es würden Berichte gefertigt, die Zusammenarbeit mit Polizei und Senat sei eng. Dementsprechend kostenintensiv sei ein solcher Raum, der vom Senat finanziert werden würde.
Bevor im Bezirk ein Drogenkonsumraum eingerichtet wird, könnten andere Maßnahmen ergriffen werden, die weitaus kostengünstiger sind, sagte Leicht. Zum Beispiel, dass Konsumutensilien, also Spritzen, ausgegeben werden. Das könne zum einem in der bereits vorhandenen Drogenberatung der Caritas an der Königsberger Straße passieren, aber auch Spritzenautomaten zum Beispiel an den Bahnhöfen Zehlendorf und Rathaus Steglitz schlug sie vor. Die sterilen Spritzen sind in Boxen, auf denen Kontaktdaten der Beratungs- und Kontaktstellen gedruckt sind.
Eine Idee, die sowohl die Grünen und die CDU als auch die SPD aufgreifen und beraten wollen. Weniger wohlwollend standen sie nach Leichts Bericht dem Antrag der Piraten gegenüber. Doch Georg Boroviczeny (Piraten) wollte noch nicht ganz von seinem Antrag lassen und betonte, dass ein Konsumraum auch in Steglitz-Zehlendorf sehr wichtig sei, weil ja im Bezirk auch konsumiert werde. Doch er war auch bereit, dem Vorschlag der SPD zu folgen und den Antrag noch einmal zu überarbeiten. Dafür beantragte er eine Vertagung, die jedoch von den Ausschussmitgliedern der CDU und der Grünen abgelehnt wurden. Bei der anschließenden Abstimmung über den Antrag stimmte dann auch die SPD dagegen.
(go)












Symbolbild: Der unvergessene "Zick-Zack-Radweg" in der Leo-Baeck-Straße in Zehlendorf (2018). | Foto: Baumann[/caption]
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