Anschluss unter dieser Nummer

Anschluss unter dieser Nummer

Foto: Daniela von Treuenfels

 

M, N, X – Wie kommen eigentlich die Nummerierungen der Buslinien zustande? Eigentlich ist das alles ganz logisch – sagt die BVG:

Für die Beantwortung der Frage geht es mehr als 30 Jahre rückwärts in der Geschichte. Damals, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, herrschte ein für Fahrgäste ziemlich verwirrendes Durcheinander. Größtes Problem: In den beiden Stadthälften fuhren Busse mit der gleichen Nummer, aber auf völlig verschiedenen Strecken und zu unterschiedlichen Zielen. Im Jahr 1991 war damit Schluss. Ganz Berlin bekam dreistellige Liniennummern. Und die Zahlen sind nicht willkürlich gewählt, sondern verraten viel über die Art der jeweiligen Linie und ihr Einzugsgebiet.

Die erste Stelle der dreistelligen Nummer steht für die Art der Linie. Die 1 und die 2 bezeichnet normale Linien, die vorwiegend alle 10 oder 20 Minuten fahren. Eine 3 an der ersten Stelle bedeutet in der Regel, dass es für eine solche Linie zeitliche Einschränkungen und individuelle Takte gibt. Die wenigen Linien, die an der ersten Stelle eine höhere Zahl (aktuell 6, 7 oder 8) haben, fahren über die Stadtgrenzen hinaus und werden von der BVG gemeinsam mit Verkehrsunternehmen aus dem Umland betrieben.

Eins für Zehlendorf

Mit der zweiten Stelle wird eine Linie örtlich zugeordnet. Die „0“ steht dabei für eine sogenannte Durchmesserlinie. So nennen die Fachleute Linien, die mehrere Bezirke durchqueren. Die 1 an zweiter Stelle ist für Wilmersdorf und Zehlendorf vorgesehen, die 2 für Wedding und Reinickendorf, die 3 für Spandau, die 4 für Charlottenburg und Schöneberg sowie für Mitte und Friedrichshain­-Kreuzberg, die 5 steht für Pankow und Hohenschönhausen, die 6 für Treptow­-Köpenick, die 7 für Tempelhof und Neukölln, die 8 für Steglitz, die 9 für Marzahn­-Hellersdorf und Lichtenberg. Natürlich ist das eine eher grobe Einordnung. Die wenigsten BVG-Linien fahren ja nur in einem Bezirk.

Die dritte Stelle ist dann jeweils die Durchnummerierung der örtlichen Linien. Und dann gibt es natürlich noch Linien, die zwar nur zwei Ziffern, dafür aber einen Buchstaben am Anfang haben. Das M steht für „Metro“ wie Metropole. Metrolinien sind täglich 24 Stunden im Betrieb; fahren tagsüber alle zehn Minuten oder sogar häufiger. Solche M-Linien hat auch die Straßenbahn. Das X in der Liniennummer steht für ExpressBus. Diese Busse stoppen nicht an jeder Haltestelle, damit die Fahrgäste schneller ans Ziel kommen. Das N tragen die Nachtbusse, die täglich zwischen ca. 0:30 und 4:30 Uhr unterwegs sind.

Mut zur Lücke

So weit, so klar. In der Praxis gibt es allerdings auch (wenige) Ausnahmen, weil das Netz sehr groß und weit verzweigt ist. Ein Beispiel ist die Linie M29, die nicht im Norden, sondern im mittleren Süden Berlins verkehrt. Diese Nummer (erst 29, später 129) ist seit vielen Jahren traditionell für diese Strecke vergeben. Auch die Linien 100, 200 und 300 weichen vom Schema ab, weil sie besonders für Tourist*innen erste Adressen sind und deshalb besonders prägnante Nummern haben sollen.

Und manchmal ist es gar nicht schlecht, absichtlich Lücken im Nummernsystem zu lassen. Denn wenn die BVG eine neue Linie auf die Strecke bringt, ist eventuell sogar noch eine passende Nummer frei. Wie beispielsweise Ende 2016, als zwischen Marzahn und Köpenick die Linie 169 zu den Linien X69, 269 und N69 hinzukam.

 

Text: BVG

 

 

 

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Unter den Eichen: Radweg-Rückbau erfolgt nicht sofort

[caption id="attachment_104422" align="aligncenter" width="622"] Ehemaliger Rad- und Fußweg Unter den Eichen - geht jetzt alles auf Anfang? Back to the Roots? | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Die umkämpfte rund 600 Meter lange Radspur auf der B1 entlang des Botanischen Gartens bleibt bis auf Weiteres bestehen. Eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses der BVV geriet zum wahlkampfgeprägten Schlagabtausch. Die Bezirksverwaltung sieht vor einer Umsetzung des von der Senatsverwaltung angeordneten Rückbaus der Radwegeanlage auf der Straße Unter den Eichen (die Stadtrand-Nachrichten berichteten) rechtliche Bedenken. Weil die Sicherheit der Fußgänger nicht gewährleistet sei, sehe sein Amt Haftungsrisiken, so Stadtrat Urban Aykal (Grüne) in einer von der CDU beantragten Sondersitzung des Ausschusses für Mobilität, Verkehr und Ordnung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Hinzu komme, so Aykal, dass der Bezirk keine Mittel für die Arbeiten zur Verfügung habe. Die Maßnahme würde 65.000 Euro kosten, die auch bei der Senatsverwaltung angefordert worden seien. Auf eine Reaktion der übergeordneten und für das Hauptstraßennetz zuständigen Behörde warte man nun seit einem Monat. „Sobald das Geld da ist, schreiben wir aus“, so der Stadtrat. Der Radstreifen war 2022 von der Senatsverwaltung unter der damaligen Senatorin Bettina Jarasch (Grüne) angelegt worden. Die Begründung damals: der damalige Radweg sei zu schmal und zu kaputt. Das ist er auch heute noch, hier hat sich nichts verändert – außer der Einschätzung der Verwaltung unter der jetzigen Senatorin Ute Bonde (CDU). Wenn die Radfahrer auch den Fußweg zugeschlagen bekommen, heißt es in der Rückbauanordnung, passe die Breite. Das ist dünnes Eis – und für Urban Aykal kein rechtskonformer Weg. Der lasse sich nur erreichen, wenn entlang des Botanischen Gartens die Bäume gefällt werden. „Das wäre die Vollkatastrophe, das würde ich nicht mitmachen“, so der Stadtrat. Thorsten Hippe bezweifelte, dass die Mittel für den Rückbau nicht im Bezirksetat vorhanden seien. Auch der Hinweis der zuständigen Verwaltungsmitarbeiterin, dass der Etat für dieses Jahr entweder ausgegeben oder verplant sei, überzeugte den CDU-Fraktionsvorsitzenden nicht. Er werde das überprüfen. Das BVV-Urgestein Hippe hat seine ganz besondere Abneigung gegen Urban Aykal, die er besonders in den Sitzungen des Bezirksparlamentes auslebt. Da kommt es schon mal vor, dass der scharfzüngige Jurist den Dezernenten in der laufenden Debatte körperlich bedrängt, indem er, sich vor dem Redepult aufbauend, den Stadtrat in ein Zwiegespräch verwickelt. Wenn nun also Torsten Hippe, der eigentlich dem Verkehrsausschuss gar nicht angehört, in einer Sondersitzung den Wortführer seiner Fraktion gibt, geht es nur am Rande um pragmatische Lösungen. Hippe hat seine eigene Agenda, und die heißt Aykal. Daher muss sich der Ausschussvorsitzende Jens Kronhagel (CDU) für die formal ungenügende und aggressiv formulierte Tagesordnung entschuldigen, die er „Eins zu Eins“ von seiner Fraktion übernommen hatte. Hippes Angriffe zerschellten am Dienstag zum einen an einem sonst eher defensiven Aykal, der mehrfach und unmissverständlich deutlich machte, dass er nicht die Absicht habe, sich vorführen zu lassen. Außerdem hatte der CDU-Politiker Schwierigkeiten, Zweifel an den Aussagen des Stadtrates zu säen. Seine Mitarbeiter erläuterten bei Bedarf die Überlegungen des Amtes und ordneten die rechtliche Situation ein. Die Bezirksverordneten sind unter anderem gewählt, um die Verwaltung zu kontrollieren. Man darf nun gespannt sein, ob die CDU in den Winkeln des Bezirkshaushaltes irgendwo noch 65.000 Euro für den Rückbau der Radwegeanlage Unter den Eichen findet.

Daniela von Treuenfels

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