Es ist Samstagmittag auf dem Ludwig-Beck-Platz: Die Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski läuft mit einer kleinen Eierschachtel in der Hand über den Platz und sagt immer wieder mit suchendem Blick „Drei Eier!“. Auf Nachfrage erklärt sie, dass sie am nächsten Tag backen würde und nicht wüsste, ob drei Eier reichen würden. Dann holt das Geschehen sie ein. Um sie herum ist der 1. Adventsmarkt im vollen Gange und das Mikrofon für ihre Grußrede steht bereit.
Als begeisterte Marktgängerin freut sie sich besonders über den Erfolg des ersten Adventsmarktes, für den sie die Schirmherrschaft übernommen hat. Aus früheren Tagen weiß sie, wie belebt der Markt vor dem Umbau war. Um wieder mehr Händler und Käufer auf diesen Markt zu locken, hatte man den Adventsmarkt organisiert. Der Wunsch nach einer Neubelebung kam aus der Bürgerschaft und wurde in kürzester Zeit mithilfe verschiedenster Organisatoren realisiert. Über den ganzen Sommer hatten Christian Goiny und das Bürgerbüro am Hindenburgdamm Anwohnergespräche auf dem Markt geführt und unter anderem Pflanzaktionen der Baumscheiben unterstützt. Am Runden Tisch Lichterfelde-West wurde besprochen, was man für den Platz tun könne. Eine Anwohner-Initiative gründete sich, um den Wunsch nach mehr Marktgeschehen zu unterstützen. Letztlich trafen sich alle Beteiligten Ende Oktober am Runden Tisch und die Idee des Adventsmarkts wurde umgesetzt. Unterstützung kam von der Wirtschaftsförderung und auch der Marktmeister, Siegbert Beiersdorf, gab seinen Teil dazu. Die Kapelle B aus dem Bürgertreffpunkt Lichterfelde-West sagte zu, das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. und die Paulusgemeinde waren mit im Boot und das Kraftwerk Berlin stellte die erforderliche Lautsprecheranlage. So standen am 8. Dezember 25 zusätzliche Marktstände neben den regelmäßigen Wochenmarkthändlern für die Besucher bereit.
Die Stimmung auf dem Markt war ausgelassen und fröhlich. Bunter hätte das Treiben nicht sein können. Die Kapelle B erfreute mit leichter Blasmusik und Dixie Musik. Nachbarn kamen ins Gespräch, aßen gemeinsam Erbsensuppe der Grünen Linde oder Grillwurst vom Stand gegenüber. Waffeln oder Kuchen und – besonders erwähnenswert – leckere Schokotaler rundeten das süße Angebot ab. Alle, die auf Herzhaftes versessen waren, konnten ihren Appetit mit frischen Fischbrötchen stillen. Zwischen den lukullischen Köstlichkeiten gab es antiquarische Bücher zu finden, Schmuck aus Perlen, Silber oder Nespressokapseln, Malerei oder Strichzeichnungen, Selbstgestricktes, Gehäkeltes oder Genähtes und vieles mehr. Die Wochenmarkthändler boten an ihren Ständen Kartoffeln, Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse, Honig, Gurken, Olivenöl – also alles, was die frische Küche braucht.
Und Eier! Ja, die Bezirksbürgermeisterin fand weitere zehn frische Eier am Stand der Fleischerei Lehmann. Damit stand dem Backen nichts mehr im Weg. Einmal im Jahr backt sie mit der Tochter einer Freundin Weihnachtskekse. Die Tochter ist nun schon eine junge Frau, aber liebgewonnene Traditionen sind etwas sehr Schönes. Erdnusskekse, Cantuccinis, Mandelsterne oder Mohnkipferl duften dann aus der bürgermeisterlichen Küche. Wann immer es geht, kauft Cerstin Richter-Kotowski auf den Wochenmärkten ein, wobei sie sich auf keinen besonderen festlegt. Mit einer Freundin erkundet sie gerne unbekannte Märkte in ganz Berlin. Auf dem Wochenmarkt einzukaufen, hat für sie etwas ganz Besonderes. Es ist nicht nur die Gewissheit, Frisches aus der Region zu bekommen. Es ist die Atmosphäre der Märkte. Hier kann sie die Waren riechen, sehen, vom Händler Informationen dazu bekommen. Ganz besonders freut sie sich beispielsweise, wenn sie der Kartoffelhändler am Herrmann-Ehlers-Platz mit Handschlag begrüßt und ihr wieder ihre Lieblingssorte anbietet. Es ist dieses persönliche Element, das für sie die Wochenmärkte so einzigartig macht.
Das hat aber nichts damit zu tun, dass sie Bürgermeisterin ist, betont sie. Jedem ist ein gutes Verhältnis zu seinen Markthändlern zu wünschen. Deshalb freut sie sich sehr, dass der Wunsch, den Wochenmarkt auf dem Ludwig-Beck-Platz zu beleben, aus der Bürgerschaft kommt. So funktioniert Politik, sagt Cerstin Richter-Kotowski, von unten nach oben. Die Händler kämen nur, wenn sie entsprechend verkaufen und müssten idealerweise mit leeren Wagen zurückfahren. Dafür braucht es die Menschen, die den Markt nutzen und stützen.
Seit einem BA-Beschluss Ende November 2018 liegt die Marktverwaltung wieder wie früher bei der Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf. Die kann fördern und unterstützen, aber nicht alleine die Kunden auf den Samstagsmarkt bringen. Wenn aber alle – wie beim diesjährigen Adventsmarkt – ihr Mögliches dazu tun, diesen Wochenmarkt wieder durch ihren Einkauf zu stärken, wird der Wunsch durchaus Wirklichkeit.
(as)
Fotos: Christine Dittmann













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner