In einer kleinen Weihnachtsserie stellen wir in diesem Jahr verschiedene Ehrenamtsprojekte in Steglitz-Zehlendorf vor. Stellvertretend für die freiwillige Arbeit, die in den zahlreichen Sportvereinen im Bezirk geleistet wird, präsentieren wir heute Ehrenamtliche des F.C. Wacker 1921 Lankwitz.

Sind mit Herz und Hand für ihren Verein da: Marco Strietzel, Bernd Gohlke, Sabine Reunert und Murat Ezircan. Foto: Gogol
600 Mitglieder, 27 Mannschaften – dass die regelmäßig trainieren, spielen und gut betreut sind, darum kümmern sich beim F.C. Wacker 1921 Lankwitz 100 Ehrenamtliche, als Trainer, Betreuer, im Vorstand oder als helfende Hand bei Festen und Veranstaltungen. „Ohne Ehrenamtliche wäre es nicht möglich, die Kinder und Erwachsenen zu betreuen“, sagt Wacker-Geschäftsführer Bernd Gohlke, der einst selbst als ehrenamtlicher Trainer zum Verein kam. Und zwar so wie meisten: als Elternteil. „Wenn man einmal angefangen hat, kommt man nicht mehr weg“, sagt er.
Das bestätigt auch Sabine Reunert, die seit 13 Jahren im Verein aktiv ist. Drei ihrer vier Kinder spielten bei Wacker damals Fußball, erinnert sie sich. Sie fing zunächst als Betreuerin an, übernahm dann den Spielbetrieb der Jugend. Sie sorgt dafür, dass alle Mannschaften wissen, wann sie wo gegen wen spielen, schreibt die Spielpläne und kümmert sich darum, wenn Spiele umgelegt werden müssen – seit 2006 nicht nur bei den Jugend- sondern auch bei den Seniorenmannschaften. Sieben Tage in der Woche sei sie im Verein. „Da muss die Familie mitspielen“, so Reunert, die auch im Wacker-Vorstand sitzt. Und das tun nicht nur die Kinder, sondern auch ihr Mann, der Schiedsrichter ist.
„Ein Verein braucht solche Leute, sonst könne er nicht existieren“, betont Gohlke.
Einer „dieser Leute“ ist Marco Strietzel. Er wurde vom Wacker Jugendleiter bei einem Spiel „entdeckt“. Als E-Jugend-Trainer kam er dann zum Lankwitzer Verein – das war vor elf Jahren. Mittlerweile hat Strietzel aus dem Ehrenamt einen Beruf gemacht – allerdings nicht bei Wacker, der sich den Profi-Trainer nicht leisten könnte. Strietzel trainiert die U17 beim SV Babelsberg. Trotzdem blieb er seinem Verein treu, ist seit einem Jahr Assistent der Geschäftsführung, leitet unter anderem Schulungen und Fortbildungen und kümmert sich um Subventionen und Förderungen. Für ihn sei die Arbeit als Trainer Ausgleich und Hobby gewesen, sagt Strietzel. „Man bekommt was wieder – ein Lächeln, Dankbarkeit. Es entstehen auch Freundschaften.“ Das bestätigt auch Sabine Reunert. „Der Verein ist wie eine große Familie.“
In die wurde Murat Ezircan vor zwei Jahren aufgenommen. „Ich wollte etwas Gutes tun für Kinder“, erzählt er. Und da er früher selbst Fußball gespielt hat, rief er einfach bei Wacker Lankwitz an und sprach mit dem Jugendleiter. Heute trainiert Ezircan die F-Junioren (Jahrgang 2006). „Man vergisst die Probleme und den Stress“, erklärt er, warum er in seiner Freizeit Kinder trainiert. „Es ist eine tolle Atmosphäre. Die Kinder haben Spaß und man kann ihnen etwas beibringen – sowohl über den Fußball also auch über soziales Verhalten.“
Ehrenamtliche suche der Verein immer, sagt Gohlke. Für ihren Beitrag erwarteten die Mitglieder schließlich eine Gegenleistung. Doch Trainer und Betreuer finanziell zu entschädigen, das könne sich der Verein nicht leisten. Und auch wenn es nicht immer einfach sei, Freiwillige zu finden, bisher sei das noch immer gelungen.
Mitbringen sollte Interessierte Motivation, Zeit, Engagement, Leidenschaft, und man sollte sich mit dem Verein identifizieren, zählt Strietzel auf. „Geduld und Verständnis für Kinder“, darauf komme es an, ergänzt Reunert. „Wenn es am Fachlichen mangelt, dafür gibt es Lehrgänge“, betont Gohlke.
Den Einstieg als Trainer bekomme man als Co-Trainer. Dort unterstützt man den Trainer und erfährt, ob die Arbeit einem liegt. Wer nicht trainieren will oder kann, sich aber trotzdem engagieren möchte, findet bei Wacker Lankwitz auch andere Einsatzgebiete, als Betreuer etwa oder hilft mit bei den Veranstaltungen in den Mannschaften.
Kontakt zum Verein gibt es über die Homepage www.wacker21lankwitz.de.
(go)












Die Mönchsgrasmücke. | Foto: Stefanie Ulrich[/caption]
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