
So schön blüht es wieder auf dem Gelände der ehemaligen "Königlichen Gartenlehranstalt" an der Königin Luise-Straße. Fotos: Denkmalschutzbehörde Steglitz-Zehlendorf
Einst international anerkannt, dann fast zerstört: Heute blüht es wieder an der ehemaligen „Königliche Gärtnerlehranstalt“ in Dahlem. Die Denkmalschutzbehörde hat sie zum Denkmal des Monats November auserkoren.
1903 wurde die „Königliche Gärtnerlehranstalt“ von Potsdam-Wildpark nach Berlin-Dahlem verlegt. Die von Peter Joseph Lenné 1824 gegründete „grüne“ Bildungsstätte benötigte mehr Platz und erhielt hier im Südwesten Berlins, inmitten des entstehenden Wissenschaftsstandortes mit seinen vielen kaiserlichen Instituten, ihr neues Domizil.
Unter der Leitung des königlichen Gartenbaudirektors Theodor Echtermeyer (1863 bis 1932) wurden auf 6,5 Hektar Schaugärten und Versuchsflächen für den Gartenbau angelegt und moderne Lehr- und Forschungsgebäude errichtet. Die symmetrisch konzipierte Rosen- und Staudengärten, die sogenannten Schaugärten, entlang zweier Gartenachsen mit Sichtbezügen zum Lehrgebäude, rahmte ein Arboretum. All die Pracht diente den Gärtnergesellen als Anschauung für ihre praktische, wissenschaftliche und gartenkünstlerische Weiterbildung. In den angrenzenden weitläufigen Nutzgärten wurde an der Ertragssteigerung von Obst- und Gemüsesorten geforscht, in den Gewächshäusern kultivierte man exotische Früchte.
Mit ihrem vielfältigen Lehrspektrum erlangte die Fachschule internationale Anerkennung. Namhafte Vertreter des Berufszweiges wie Karl Foerster und Herta Hammerbacher waren Absolventen in Dahlem.
Ab 1929 bot man im Zuge der fortschreitenden Akademisierung der Lehranstalt mehrere „grüne“ Studiengänge mit unterschiedlicher Ausrichtung an. Leider verlor die Lehranstalt nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Neuordnung der Berliner Hochschulen einen Großteil ihres Geländes. Insbesondere die Nutzgärten gingen verlustig. Die Flächen wurden mit Institutsneubauten der Freien Universität bebaut. Nur der kleine Teil mit den Schaugärten blieb weiterhin als gärtnerische Anschauungs- und Versuchsfläche erhalten und wurde von der Technischen Universität (TU) und der Technischen Fachhochschule (TFH) genutzt. Ende der 1960er Jahre errichtete man hinter dem Lehrgebäude direkt in den Rosengarten und Teilen des Staudengartens Ergänzungsbauten für Unterricht und Bibliothek. Womit ein weiterer, großer Flächenverlust für die Gartenanlage, besonders für die gestalterisch so wichtige Gartenachse mit den Sichtbezügen zum alten Lehrgebäude einher ging.
In der Folgezeit wurden unterschiedliche Nutzungskonzepte für das seit 1995 denkmalgeschützte Gelände und seine Gebäude diskutiert, die durchaus auch die komplette Zerstörung der Gartenanlage in Kauf nahmen. 2006, nachdem ein Erhalt der nunmehr maroden Hochschul-Baracken insbesondere aus energetischen Gründen nicht weiter vertretbar war,
beschloss die TU die Wiederherstellung und Rekonstruktion der Schaugärten. Unter der Leitung des Landschaftsarchitekten Hartmut Teske wurde der Rosengarten in der originalen Fassung von 1903 rekonstruiert. Der anschließende Staudengarten erhielt seine Gestaltung aus Fassungen von 1921, 1931 und 1958.
2014 konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. Rosen und Rittersporn sind vom Lehrgebäude aus wieder zu sehen. Theodor Echtermeyer, Karl Foerster und Herta Hammerbacher hätten ihre Freude daran!
(Uwe Schmohl)















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