Lila – das ist nicht nur eine Farbe, so heißt auch das Unternehmerforum für Lichterfelde (Li) und Lankwitz (La). Seit 2011 haben sich unter dem Dach von „Mein Lila“ Einzelhändler, Restaurants, Dienstleister ja sogar Mediatoren und Berater zusammengeschlossen, um zu zeigen, wie farbig ihr Stadtteil ist. „Wir geben dem Kiez ein Gesicht, geben Sie uns Ihr Vertrauen“, so lautete der Slogan des Lila, erklärt Walter Seidel, der das Forum nach außen vertritt.
Angefangen hat es vor drei Jahren mit einem Fortgang, erinnert sich Seidel. Der Inhaber des Restaurants S-Bahn gab seinen Laden auf. Er war es aber, der in den Jahren zuvor das Seydlitzstraßenfest organisiert hatte. Das wollten die zurückbleibenden Unternehmer weiterführen. Die Idee für eine Stadtteilinitiative war geboren, das Straßenfest überlebte und findet regelmäßig statt. Es ist aber nicht die einzige Veranstaltung, bei der sich das Unternehmerforum präsentiert. Jedes Jahr sind sie auch beim Oster- und dem Weihnachtsmarkt am Kranoldplatz vertreten, im vergangenen Jahr lud das Lila erstmals zu einem Kieztag ein mit verlängerten Öffnungszeiten und Musik. Einmal verteilten sie Flyer und Sattelschoner am Bahnhof Lichterfelde Ost, ein anderes Mal Gutscheinhefte, in dem sich die Mitglieder vorstellten. Auch im Alttag ist „mein Lila“ präsent – mit lila-farbenen Aufklebern, die die Mitglieder an ihren Geschäften anbringen.
„Der Einzelhandel prägt den Kiez. Er übernimmt die Daseinsvorsorge. Übernehmen das nur noch die großen Ketten, verarmt ein Kiez“, davon ist Seidel überzeugt. Trotzdem wolle sich das Unternehmerforum nicht von den Ketten abgrenzen. Man habe auch nichts gegen die großen Unternehmen, versichert Seidel und verweist auf Elixia. Der Vitalclub im Lio gehöre zwar zu einer Kette, doch bringe er sich mit ein in de Kiez, ist etwa beim Straßenfest dabei und Mitglied im „Mein Lila“. Das sei dem Engagement der Filialleiterin zu verdanken, die einen Sinn für die lokalen Anliegen habe, so Seidel.
Dass das Lio derzeit umgebaut und vergrößert wird, sieht das Unternehmerforum kritisch, viele Einzelhändler machten sich Sorgen um ihre Existenz, mit noch mehr Konkurrenz sei es schwierig, die notwendigen Umsätze zu erwirtschaften, so Seidel.
Deshalb unterstützen sich die Mitglieder des Forum gegenseitig, empfehlen sich zum Beispiel weiter, planen gemeinsame Aktionen und Werbeauftritte. Auch zu anderen ähnlichen Foren im Bezirk halten sie Kontakt. Und man engagiert sich im Kiez. Einige der im Forum vertretenen Unternehmen sind Mitglied der Bürgerinitiative, die sich für eine Umgestaltung des Kranoldplatzes einsetzt. Der mache optisch einen maroden und heruntergekommenen Eindruck, findet Seidel. Es müsse doch möglich sein, ihn schöner zu gestalten als den Parkplatz, der er jetzt ist – und das ohne Einschränkungen für den Marktbetrieb. Auch die Verkehrssituation müsse entschärft werden. Wenn der Platz attraktiver ist, würden vielleicht auch ein paar Hausbesitzer und die Berliner Volksbank nachziehen und ihre Häuser auf Vordermann bringen, hofft der Finanz- und Versicherungsmakler.
Nicht nur Unternehmen am Kranoldplatz und in den angrenzenden Seitenstraßen sind Mitglieder im Lila. Vom S-Bahnhof Lankwitz die Kaiser-Wilhelm-Straße entlang befinden sich Mitglieder, ebenso an der Paul-Schneider- und der Malteserstraße, auch am Ostpreußendamm gibt es Partner – fast 50 derzeit insgesamt. In diesem doch recht weitläufigen Gebiet würden sich die Menschen eher in Richtung Kranoldplatz orientieren als nach Steglitz, sagt Seidel was sie zusammenhält.
Die Resonanz der Kunden auf das Unternehmerforum und die Aufkleber an den Partnergeschäften sei gut, berichtet Seidel. „Es wird von den Menschen angenommen, einige orientieren sich daran.“ Und das liege vor allem daran, dass sich die Unternehmen für ihren Kiez gesellschaftlich engagieren.
(go)











Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 50.000 Euro die Sanierung der Dachkonstruktion und Dachhaut im westlichen Querschiff der Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz. Die Gemeinde ist weiter auf Spenden angewiesen.
Denn insgesamt sollen nach den Berechnungen des beauftragten Planungsbüros die Arbeiten rund zwei Millionen Euro kosten, davon muss die Gemeinde 150.000 Euro selbst tragen. In drei Bauabschnitten werden zunächst die Portaltürme, das Kirchenschiff und die Querhäuser erneuert. Danach folgt der Kirchturm, zuletzt werden Apsis und Sakristei neu eingedeckt.
Das Gotteshaus hat ein neues Dach dringend nötig. Stürme der letzten Jahre haben der Konstruktion stark zugesetzt, teilweise sind Dachziegel auf den Kirchhof und die stark frequentierte Paul-Schneider-Straße und die Gallwitzallee gestürzt. Die Kupferbekrönungen, so hält es der Denkmalplaner in seinem Gutachten weiter fest, sind korrodiert, die darunterliegende Schalung ist durchfeuchtet. An der Dachkonstruktion fehlen Ziegel. Wo eine Dämmung vorhanden ist, ist sie durchfeuchtet und besteht aus krebserregenden Baustoffen. Kurz gesagt: hier musste etwas passieren, und zwar schnell.
Die Dreifaltigkeitskirche gilt mit ihrem imposanten hoch aufragenden Turm als Wahrzeichen und Zentrum von Lankwitz. Der Sakralbau wurde im Stil der märkischen Backsteingotik ab 1903 errichtet und 1906 geweiht. Der Detailreichtum der Fassade setzt sich nach oben hin fort; die Dachlandschaft ist durch eine Vielzahl an verschiedenen Konstruktionen unterschiedlicher Dach- und Turmformen, Material und Verzierungen geprägt. Der dominierende Vierungsturm mit seiner Zier verleiht der Dreifaltigkeitskirche ihr markantes Aussehen.
Die Gemeinde beheimatet in ihren Gebäuden unter anderem eine Pflegestation, die Haltestelle Diakonie für die Unterstützung psychisch oder an Demenz Erkrankter und ein Sozialcafé. In Zusammenarbeit mit der „Berliner Tafel“ gibt es wöchentlich eine Lebensmittelausgabe, die 140 Haushalte versorgt. Jährlich zum Totensonntag im November gibt es eine interreligiöse Gedenkfeier zur Erinnerung an Menschen, die einsam verstorben sind und behördlich bestattet wurden.
Spenden für die Sanierung der Kirche sind möglich auf das Konto
Dreifaltigkeitsgemeinde Lankwitz
IBAN: DE03 5206 0410 6803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Spendenzweck: Kirchendach
Der Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt aus Spendengeldern der Stiftung und aus Lottomitteln.