Keine Gewerbeinsel für Parks Range – jedenfalls vorerst nicht. Mit großer Mehrheit lehnte der Stadtplanungsausschuss der Bezirksverodneten einen Antrag der SPD-Fraktion ab, mit dem sie fordert, dass sich das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf dafür stark machen soll, dass im Flächennutzungsplan für den ehemaligen Truppenübungsplatz ein Bereich für Gewerbe eingeplant wird. Grundlage dafür sollte das von den Gewerbetreibenden vorgelegte Konzept einer Gewerbeinsel am Landweg sein.

18 Betriebe gibt es derzeit auf Parks Range – 13 von ihnen haben Verträge mit einer Laufzeit von nur sechs Monaten, erklärte Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) die Situation in Lichterfelde-Süd. Einige Betriebe seien bereits gegangen, andere schauten sich nach neuen Standort um. Man wisse nicht, wie es weitergehen soll auf dem Gelände und was die Groth-Gruppe mit ihnen vorhabe, erklärte Conny Meise die unsichere Situation der Gewerbetreibenden vor Ort. Diese Unsicherheit wolle die SPD ihnen mit dem Antrag nehmen, erläuterte Volker Semler.

Zu schwammig formuliert fand die Grünen-Fraktion diesen Antrag. Zudem betonte Bernhard Steinhoff, dass der Wohnungsbau auf dem Areal Priorität habe. Man könne doch kein stöhrendes Gewerbe erhalten, wenn darunter die neuen Bewohner leiden müssten. Außerdem wäre ohnehin sich mit Wohnbebauung vertragendes Gewerbe möglich, wenn das Areal als Mischgebiet ausgewiesen wird.

Torsten Hippe (CDU) unterstellte der Bezirks-SPD, es nicht wirklich ernst zu meinen mit dem Antrag. Denn dann könnten sie sich doch an die Landes-SPD wenden und darauf drängen, dass eine Gewerbeinsel Eingang in den neuen Flächennutzungsplan (FNP) finden soll. Die Bezirks-SPD würde diesen Antrag doch nur stellen, weil sie keine Verantwortung trage in Steglitz-Zehlendorf, warf Hippe der Fraktion vor. Semler wies den Vorwurf zurück und erklärte, dass die Bezirksverordnetenversammlung doch eigenverantwortlich handele. „Wir entscheiden, was wir wollen“ – und man sollte schnell entscheiden. Da sei auch ein Signal Richtung Abgeordnetenhaus. Norbert Buchta, Fraktionsvorsitzender der SPD, betonte, dass es eine Absichtserklärung auf Landesebene gebe, dass Gewerbe im neuen FNP berücksichtigt werden soll.

Unterstützung für den Antrag kam von den Piraten, die vor allem auf die Ausbildungsplätze verwiesen, die die Gewerbetreibenden dort anbieten und die für die Jugendlichen aus der Thermometersiedlung wertvoll seien. Man betreibe Wirtschaftsförderungg überall im Bezirk, „aber hier lässt man ohne Not Gewerbetreibende im Regen stehen“, empörte sich Eric Lüders (Piraten).

„Die Frage ist: Können wir uns vorstellen, dass es hier Gewerbe gibt – ja oder nein?“, brachte Buchta zum Abschluss der langen Diskussion den Antrag auf den Punkt. Die Antwort war deutlich: Vier Ausschussmitglieder stimmten für den Antrag, zehn dagegen.

 (go)