Gas oder Elekto - das ist derzeit die Frage bei den Bezirksverodneten. Archiv-Foto: Gogol

Beim Gaslicht scheiden sich die Geister. Nur knapp passierte der Bürgerantrag, der einen Erhalt der Gaslaternen in Steglitz-Zehlendorf fordert, den Stadtplanungsausschuss. Sechs der 14 Mitglieder stimmten dafür, fünf dagegen, drei enthielten sich.

Stefan Zunft, einer der vier Vertrauenspersonen, die den Bürgerantrag gestellt und Unterschriften dafür gesammelt hatten, war in die Sitzung gekommen, um noch einmal für das Bürgeranliegen zu werben. Das Gaslicht sei ein Kulturgut, das es zu erhalten gelte, deren Farbe typisch für Berlin, so Zunft. Er forderte eine schnelle Entscheidung, denn der Abbau der Gaslaternen schreite schnell voran. Während er rede, würden in der Fabeckstraße die Leuchten für immer verschwinden.

Bernhard Steinhoff (Grüne) stimmte ihm so weit zu, dass die Gaslaternen denkmalwürdig seien. Im Gegensatz zu Zunft fand er, dass sie nur an einzelnen Stellen erhalten werden sollten, nicht aber flächendeckend. Ihre Beleuchtung sei unzureichend, die hohen Energiekosten und ihr hoher Ausstoß von Kohlendioxid machten sie ineffizient. Die natürliche Leuchtfarbe ließe sich durch LED nachahmen, argumentierte Steinhoff.

Auch Pirat Georg Boroviczény erklärte, dass er dem Antrag nicht zustimmen werde. „Gaslicht hat die allerschlechteste Energiebilanz“, führte er an. Auch er verwies auf LED als angemessenes Leuchtmittel, um den Lichtcharakter zu erhalten. Er habe sich selbst ein Bild gemacht, von der Leuchtkraft der Gaslaternen, die einfach unzureichend sei, führte Boroviczény die gleichen Argumente an wie sein Vorredner.

Zustimmung fand der Bürgerantrag bei der CDU-Fraktion, die einen ähnlichen selbst formuliert hatte. Allerdings fordern die Christdemokraten darin, die historische Straßenbeleuchtung in Steglitz-Zehlendorf zu erhalten – was das Gaslicht nicht beinhaltet, sondern lediglich die historische Anmutung der Laternen. Das fand Zustimmung von allen Ausschussmitgliedern.

Ähnlich sah das Abstimmungsergebnis zum Erhalt der Gaslaternen auch im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Tiefbau und Landschaftsplanung aus, der den Antrag im Januar beraten hatten. Auch dort fand der CDU-Antrag einstimmigen Zuspruch, während der Bürgerantrag mit vier Ja- und fünf Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen abgelehnt wurde. Entscheidend ist nun die Abstimmung in der Bezirksverordnetenversammlung am 19. Februar.

 (go)