„Lebenswerter Kranoldplatz“ will den Platz neu gestalten

„Lebenswerter Kranoldplatz“ will den Platz neu gestalten

Illustration und Gestaltung von Oliver Marraffa

 

Ziel: Den Kranoldplatz in Lichterfelde Ost als Marktplatz erhalten und als Platz für Menschen neu gestalten. Mit weit mehr als 500 Postkarten an die Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg und die Stadträte Urban Aykal und Michael Karnetzki unterstützen Besucher*innen des Festes „Kranoldplatziertsichneu“ die Ideen der Initiative lebenswerter Kranoldplatz zur Umgestaltung des Kranoldplatzes.

Die Postkarten wurden am 01.07.2022 um 11 Uhr von der Initiative „Lebenswerter Kranoldplatz“ im Rathaus Steglitz – Zehlendorf in den Büros der Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg und der Stadträte Urban Aykal und Michael Karnetzki abgegeben. Weitere werden in den nächsten Wochen und Monaten folgen. In einem Begleitschreiben erneuerte die Initiative, vor dem Hintergrund der in dieser Form nicht erwarteten großen Unterstützung, ihre Vision des Kranoldplatzes und ihre Forderung nach einem Beschluss der BVV zur nachhaltigen, klimabewussten, umweltverträglichen und ökologischen Umgestaltung des Kranoldplatzes und seiner Umgebung im Rahmen eines integrierten Gesamtkonzepts – noch im Jahr 2022.

Anlässlich des Festes warb die Initiative mit Schautafeln, großen Plakaten und einem Film zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Kranoldplatzes für ihre Ideen, den Kranoldplatz – bei Erhalt bzw. Erweiterung des Marktes – für Menschen auch außerhalb der Markzeiten wieder attraktiv zu machen, die Aufenthalts- und Einkaufsqualität im Zentrum von Lichterfelde Ost insgesamt zu verbessern und dadurch auch den Einzelhandel vor Ort zu stärken. Nicht zu übersehen war auf den Plakaten auch der enorme Handlungsbedarf im Bereich des Verkehrs rund um den Kranoldplatz, insbesondere was die Sicherheit von Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen und von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen betrifft.

Einige ihrer Argumente für die Umgestaltung des Kranoldplatzes und seiner Umgebung präsentierte sie auf Schautafeln, die auf erstaunlich großes Interesse stießen: Wie z.B. die Informationen zur Parkplatzsituation im Zentrum von Lichterfelde Ost. Zählungen von Parkplätzen in den in unmittelbarer Nähe gelegenen Parkhäuser im LIO und in der Ferdinandstraße haben ergeben, dass dort selbst zu Marktzeiten, an denen niemand auf dem Platz parken kann, durchschnittlich rund 225 freie Parkplätze zur Verfügung stehen. Ein wichtiger Hinweis dafür, dass der Platz als Parkplatz nicht gebraucht wird und den Bürger*innen von Lichterfelde Ost nach Jahrzehnten zurückgegeben werden kann.

Helfen Sie mit, dass der Kranoldplatz wieder zu unserer lebenswerten Mitte wird.

Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen oder bei uns mitmachen möchten.

KONTAKT: info@lebenswerterkranoldplatz.de

 


V.i.S.d.P.: Stephan Voß
Ferdinandstr. 23a
 12209 Berlin

 

 

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Kranoldmarkt: Innovation braucht strukturierten Prozess

[caption id="attachment_104552" align="aligncenter" width="622"] Größere Veränderungen werfen ihre Schatten voraus: derzeit erfährt das direkte Umfeld des Kranoldplatzes eine Neugestaltung. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Kaum Wissen, keine professionelle Kommunikation. Eine Zukunftsstrategie für den Markt entsteht so nicht. Ein Kommentar von Stephan Voß Eine Anfrage des Bezirksverordneten Dennis Egginger - Gonzales (DIE LINKE) brachte es ans Licht: Im Bezirksamt ist über das tatsächliche Marktgeschehen auf dem Kranoldplatz vergleichsweise wenig Wissen vorhanden. Und es gibt keine erkennbaren Strategien, den Markt für die Zukunft fit zu machen (lesen Sie dazu unseren Bericht). Angesichts eines weit verbreiteten Marktsterbens auf Grund von Nachwuchsmangel, Konkurrenz des Einzelhandels, hohen Preisen, eingeschränkter Produktpalette oder verändertem Einkaufsverhalten, ist dies verantwortungslos besonders vor dem Hintergrund des geplanten Umbaus des Kranoldplatzes.

Kreative Strategien gemeinsam entwickeln

Den Markt für die Zukunft zu sichern, bedürfte sicherlich einer intensiven Kommunikation mit den Markthändlern. Besser noch wäre in diesem Zusammenhang eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit ihnen, wie sie beispielsweise in Hamburg-Mitte realisiert wurde. Die dortigen Wochenmärkte sollten wirtschaftlicher und attraktiver gestaltet werden. Sie sollten dabei nicht nur als Handelsort, sondern auch als soziale und kulturelle Treffpunkte im Rahmen eines Innovationsprozesses weiterentwickelt werden. Der sogenannte Wochenmarktprozess war in vier Phasen unterteilt – Feldforschung, Ideenentwicklung, Testphase und Umsetzung. Er beinhaltete unter anderem sieben halbtägige Workshops, an denen unter anderem Markthändler, Menschen aus der Kreativwirtschaft, Experten und Vertreter der Politik teilgenommen haben. Im Ergebnis wurde für zwei Märkte in Hamburgs Bezirk Mitte ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel und langfristigen Handlungsempfehlungen vorgelegt. * So etwas Ähnliches  – zugeschnitten auf den Kranoldmarkt – gab es bisher nicht, lässt das Bezirksamt verlauten. Zugleich wird jedoch ein enger und kontinuierlicher Kontakt zu den Händlern behauptet. Unabhängig davon, worin dieser besteht, schlägt er sich jedenfalls nicht in einer erkennbaren, auf die Weiterentwicklung und die Sicherung des Marktes bezogenen Strategie nieder. Aber immerhin: Jetzt wird ein gemeinsamer Prozess mit den Markthändlern zur Sicherung der Zukunft des Markts zumindest in Erwägung gezogen. Vielleicht sollte man vorher mal einen Blick in das Konzept des Bezirks Hamburg Mitte wagen. Für solch einen innovativen Prozess, aber auch für die professionelle Alltagskommunikation, bräuchte es natürlich eine gut funktionierende Vertretung der Marktleute. Diese zu bitten, eine solche Vertretung zu bestimmen, lehnt das Bezirksamt jedoch ab. Warum eigentlich? Wie will man denn anders mit den Marktleuten ernsthaft ins Gespräch kommen, geschweige denn produktiv zusammenarbeiten? Wie das Bezirksamt, wie die Marktverwaltung unter diesen Bedingungen sicherstellen will, dass der Kranoldmarkt in Lichterfelde Ost eine gute Zukunft hat, bleibt wohl deren Geheimnis. Jedenfalls könnte kein Unternehmen überleben, ohne zu wissen, wie es sich entwickelt hat und wo genau es aktuell steht, ohne eine genaue Kenntnis über seine Produkte zu haben, ohne nach den Gründen für Misserfolge zu fragen, ohne in einen konstruktiven Dialog mit seinen Mitarbeitern zu gehen, ohne daran zu denken, für neue Kunden und Kundinnen aktiv zu werben und auch neue Zielgruppen zu erschließen und vor allem ohne eine durchdachte Zukunftsstrategie zu haben.

Der Bezirk muss Verantwortung übernehmen

Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, dass sich die Politik tatsächlich für den zukunftssicheren Erhalt des Kranoldmarkts einsetzen würde und nicht nur so zu tun, als ob sie es täte. Die BVV müsste sich zuallererst gemeinsam mit der Verwaltung darauf verständigen, dass es keinesfalls reicht, den Kranoldmarkt nur zu verwalten und – komme, was wolle – am Status quo festzuhalten. Der Auftrag der Marktverwaltung müsste vielmehr lauten, den Kranoldmarkt nicht zuletzt auch wegen des bevorstehenden Umbaus des Kranoldplatzes zukunftssicher zu machen. Den vielen Herausforderungen gegenüber, mit denen städtische Märkte konfrontiert sind, wäre er dann resilienter aufgestellt. Damit es dazu kommen kann, ist es unerlässlich, dafür zeitnah angemessene Strategien unter sachgerechter Einbeziehung der Marktleute, von Kunden und Kundinnen sowie von Fachleuten zu entwickeln und umzusetzen.

Stephan Voß

Stephan Voß ist Mitglied im Bündnis für einen lebendigen Kranoldplatz https://www.kranold-markt-platz.de/ * Cross Innovation Hub Hamburger Kreativgesellschaft Maßnahmenkatalog für die Wochenmärkte im Bezirk Mitte Wochenmärkte der Zukunft Bezirksamt Hamburg Mitte https://cross-innovation-hub.de/magazin/mehr-publikum-fuer-die-hamburger-wochenmaerkte-dieser-massnahmenkatalog-soll-helfen/   Alle Artikel zum Thema Kranoldplatz https://stadtrand-nachrichten.de/category/gesellschaft-politik/kranoldplatz/   Die Stadtrand-Nachrichten finanzieren sich durch Spenden ihrer Leserinnen und Leser. Wenn es Ihnen hier gefällt, Sie etwas Spannendes entdeckt oder etwas Neues gelernt haben, können Sie uns via Paypal ein Trinkgeld dalassen. Herzlichen Dank! Hier geht es zu unserem Paypal-Konto