7. Kunstmarkt der Generationen – das war klasse!

7. Kunstmarkt der Generationen –  das war klasse!

Buntes Treiben im Schlosspark Lichterfelde

 

Nun konnte er also nach zwei Jahren Pause endlich wieder stattfinden – der ganz besondere Kunstmarkt im Schlosspark Lichterfelde. Für mich war es der erste Besuch und ich habe mich hinterher gefragt, wie ich nur die bisherigen Märkte verpassen konnte? Natürlich wurde auch hier sehr viel Kunst zum Verkauf angeboten, doch was diesen Kunstmarkt für mich von anderen Märkten wohltuend unterschied, war das äußerst vielseitige und kreative Kunstangebot sowie die lockere und gelöste Atmosphäre, unterstützt durch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Schon vor dem offiziellen Beginn fand ein reges Treiben statt, die letzten Stände wurden emsig mit Kunstwaren ausgelegt und auf der Terrasse des Gutshauses verbreiteten die ersten Grillwürste ihren leckeren Geruch.

Es war ziemlich warm an diesem Samstag und nachmittags gab es kurzzeitig ein paar leichte Schauer. Aber zum Glück hatte Petrus ein Einsehen und der angekündigte heftige Regen blieb aus. Und so bin ich vor dem Bühnenprogramm und während der Pausen an den vielen Ständen entlang geschlendert und war immer wieder von der Kreativität und handwerklichen Fähigkeit der Kunstanbietenden beeindruckt. Die Vorankündigung hatte nicht übertrieben: an ca. 80 Ständen umfasste das Kunstangebot Silber-, Holz-, Stoff- oder Nespresso-Kapsel-Schmuck sowie unterschiedliche Malereien, Fotografie und Graffiti bis hin zu Pappmaché, Perlen-, Kork- oder Steinarbeiten und diversen Handarbeitssachen, bei denen ich mich so manches Mal gefragt habe, wie man auf diese Ideen kommt und wie die Werke erstellt wurden. Und jedes Mal wurden mir Fragen zu den vielseitigen Angeboten freundlich und ausführlich beantwortet und es entstanden hier und da interessante Gespräche.

 

Gegen 12:30 Uhr wurde dann der Markt offiziell eröffnet von der Schirmherrin Cerstin Richter-Kotowski, Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport sowie von Thomas Mampel und Kristoffer Baumann, Geschäftsführung des Stadtteilzentrums Steglitz e.V.

Hierbei ist mir gleich zu Anfang die Erwähnung und der Dank an das Hausmeister-Team im Ohr geblieben, das bereits ab 5 Uhr vor Ort fleißig gearbeitet hat. Und natürlich auch der Dank an alle Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen des Stadtteilzentrums Steglitz, ohne deren Mithilfe dieser schöne Kunstmarkt nicht möglich gewesen wäre. Besondere Erwähnung fand ebenfalls ein geplanter Bewegungs- und Trainingsparcours im Schlosspark Lichterfelde (Schirmherr: Dieter Hallervorden), für den gerne Spenden entgegen genommen wurden und dem die Erlöse aus dem diesjährigen Kunstmarkt zugutekommen sollten. Wer dieses Projekt ebenfalls gerne unterstützen möchte, hat hier online auch die Möglichkeit: https://www.sozialspende.de/projekt/id/3745.

 

Eine tolle Idee hatten ebenso die „Chamäleons“, das Hort-Team an der Peter-Frankenfeld-Schule (Förderschule geistige Entwicklung), die mit einer endlosen „Papierrolle der Generationen“ und diversen Mal- und Bastelsachen Jung und Alt zur Kreativität aufforderten, was begeistert angenommen wurde. Übrigens werden dort noch kurzfristig ganz dringend Honorarkräfte für den Juli 2022 gesucht, weitere Infos unter diesem Link.

Zusätzlich gab es für die ganz jungen Besucher eine Hüpfburg und von der Kita Marienfelder Kiezhopser wurde an ihrem Stand „Fliesen malen“ angeboten, was ebenso für große Freude sorgte und zu vielen schönen Ergebnissen führte.

Das Bühnenprogramm ab 14 Uhr war dann eine bunte Mischung aus Musik mit Tanz, Stepptanz, Schlager, sanfter Gitarrenmusik mit Gesang bis hin zu beliebten Rock- und Pop-Klassikern. Am bekanntesten war sicherlich Cindy Berger vom ehemaligen Duo Cindy und Bert, die inzwischen mit ihrem neuen Bühnenpartner Norbert „Norbi“ Wohlan als Duo Norbi & Cindy Berger alte und neue Songs zum Besten gibt. Da konnte man eingefleischte Fans zur Bühne eilen sehen, die ein Selfie mit den beiden im Hintergrund schossen und gerade bei den älteren Stücken kräftig mitsangen. Klar, wer erinnert sich nicht an „Immer wieder sonntags…“? Auch ihr neuester Song „Kleine Wunder“ schien beim Publikum gut anzukommen. Sehr anerkennenswert finde ich ihr Engagement für alte Menschen, denen sie persönlich auch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Mich selber hat allerdings eine ganz andere Band völlig begeistert. Und das nicht wegen der Musik, die sicher noch verbesserungsfähig ist, sondern wegen der Bühnenpräsenz voller Spaß und Lebensfreude. „Die rockenden bunten Punkte!!! Yeahrrr!!!“ des Jugendtreff 21 (Treffen junger Menschen mit Down-Syndrom) rockten, rappten und tanzten über die Bühne, dass es eine wahre Freude war, ihnen zuzusehen.

Wie ich inzwischen erfuhr, trifft sich diese Jugendgruppe zu regelmäßigen Gruppenaktivitäten im Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum (KiJuNa) des Stadtteilzentrums Steglitz. Dort wird dann auch fleißig für solche Auftritte geübt, an denen die Betreuer ebenso viel Spaß zu haben scheinen wie die Jugendlichen. Das Ganze war musikalisch zwar weniger professionell, aber äußerst engagiert und mitreißend. Mich haben sie auf jeden Fall überzeugt, und die Gestik des Rappers und Beatboxers Moses stand Profikollegen in nichts nach.

Und bevor ich es vergesse: Natürlich gab es neben den lecker duftenden Grillwürsten auch Kaffee und Kuchen sowie diverse andere Getränke, um sich bei dem Marktbesuch zwischendurch zu stärken. Die Terrasse vor dem Gutshaus war daher ebenfalls gut besucht, aber ich konnte für meine kleine Pause zur Stärkung noch problemlos einen Sitzplatz finden.

Anschließend spielte dann noch die letzte Gruppe Engin und Kristoffer, unerwartet unterstützt durch einen guten jungen Drummer. Und zum Abschluss gab es zusammen mit Thomas Mampel und Kristoffer Baumann eine Session mit Rock- und Pop-Klassikern, durch die ich wehmütig an meine Jugend erinnert wurde. Hey Jungs, While My Guitar Gently Wheeps (George Harrison, 1968) ist eines meiner Lieblingsstücke und mein all-time favourite ist die Version von Prince, Tom Petty, Steve Winwood und anderen (s. hier). Wenn ihr das beim nächsten Mal annähernd ähnlich bringt, ruf ich glatt die Presse an!

Nach letzten Blicken über manche Stände und Ende der Veranstaltung bin ich dann mit dem festen Vorsatz nach Hause geradelt, dass ich mir diesen Kunstmarkt in Zukunft auf keinen Fall mehr entgehen lasse.

Übrigens: Auf der Homepage des Stadtteilzentrums Steglitz ist dieser Artikel ebenfalls mit einer größeren Bildergalerie (75 Fotos) zusammen veröffentlicht: s. Link.

 

 

Text & Fotos:
Heidemarie Kück

 

 

 

 

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„Perspektiven der Kinder und Jugendlichen machen unsere Entscheidungen besser“

[caption id="attachment_103286" align="aligncenter" width="400"] Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]   Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament. Das hat die BVV in der vergangenen Woche beschlossen. Wir dokumentieren die Rede von Johanna Martens, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, im Wortlaut: Wir haben vor anderthalb Jahren einstimmig beschlossen, ein Beteiligungsgremium für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Seitdem ist viel passiert: Es gab einen strukturierten Beteiligungsprozess, Gespräche in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und mit Fachkräften. Und vor allem mit den jungen Menschen selbst. Wir haben uns bewusst nicht vorab auf eine Struktur für ein solches Gremium festgelegt und diese den Kindern- und Jugendlichen vorgesetzt, sondern den Beteiligungsprozess ernst genommen. Das Ergebnis dieses Prozesses war eindeutig: Die Kinder und Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf wollen ein Kinder- und Jugendparlament. Das Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt, breit zusammengesetzt aus Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen. Es gibt klare Regelungen zur Repräsentanz und zur Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk. Und mit der Änderung der Geschäftsordnung integrieren wir dieses neue Gremium in unsere Arbeit in der BVV: Das Kinder- und Jugendparlament wird zu den Sitzungen eingeladen, kann eigene Anträge in die BVV einbringen und erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung, wenn Anträge abgelehnt werden sollten. Auch Rederechte sind vorgesehen. Das sind notwendige strukturelle Veränderungen, die echte Mitwirkung ermöglichen. Warum ist das so wichtig? Weil wir damit zeigen, dass wir die Anliegen junger Menschen ernst nehmen. Weil wir damit Vertrauen in die Bezirkspolitik schaffen. Und weil wir somit ganz konkret in und mit diesem Gremium etwas gegen Politikverdrossenheit tun. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass Politik über sie hinweg entscheidet, sie nicht ernst nimmt. Doch wer früh erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und Einfluss hat, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Mit diesem Beschluss heute können wir zeigen: Eure Perspektiven sind nicht nur willkommen – sie haben Gewicht. Gleichzeitig profitieren auch wir als Bezirksverordnete und der Bezirk selbst: Kinder und Jugendliche nehmen ihren Bezirk anders wahr als wir Erwachsene, haben oft einen anderen Blick auf ihren Alltag: auf Schulwege, Freizeitangebote oder öffentliche Räume. Sie sehen Probleme, die wir vielleicht übersehen würden und haben Ideen, auf die wir selbst nicht kommen würden. Diese Perspektiven machen unsere Entscheidungen als BVV besser. Deshalb geht es heute auch um Vertrauen: Vertrauen darin, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Und dass sie uns als Bezirkspolitik vertrauen können. Und es geht um Respekt: Respekt vor der Zeit, dem Engagement und den klaren Forderungen, die im Beteiligungsprozess formuliert worden sind. Ich möchte mich deshalb im Namen der Grünen Fraktion ausdrücklich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben: bei allen Kindern und Jugendlichen, die sich eingebracht haben, bei den Einrichtungen, Fachkräften und der Verwaltung, die diesen Prozess getragen haben. Sie haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute diesen Schritt gehen können.

Johanna Martens

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