Kunstmarkt der Generationen – Eindrücke und Anregungen

Kunstmarkt der Generationen – Eindrücke und Anregungen

Kunstmarkt der Generationen im Park hinter dem Gutshaus Lichterfelde. Foto: Gogol

 

 

„Irgendwann wird es keine Möwen mehr geben…. und dann hat ein Bild von einer Möwe einen großen Wert“ argumentierte ein junges Mädchen gegenüber ihrem Vater, warum er ihr das Foto der Möwe kaufen sollte. Sie war sicherlich eine der jüngeren Besucher*innen auf dem diesjährigen Kunstmarkt der Generationen – und für die Gruppe „Letzte Generation“ noch etwas zu jung.

Auf Grund der sommerlichen Hitze und einem kürzeren Regenschauer war dieser, mittlerweile 7. Kunstmarkt der Generationen nur mäßig besucht. Vielleicht hätte ein bisschen umfangreichere Pressearbeit aber auch mehr Leute hierher gezogen. Aber darüber kann man nur spekulieren….

Es war schon schade, da sich das Angebot der ca. 80 anwesenden Künstler*innen sehen lassen konnte und ein hohes Maß an künstlerischer Qualität boten. Fotografien, Aquarelle, Schmuck und auch Gestricktes wurde feil geboten. Es gab sicherlich für fast jeden Geschmack etwas Passendes. Das dürfte auch für viele Besucher*innen alleine vom Anblick her die eigene Kreativität beflügelt haben. Es gab so auch immer wieder nette Gespräche an den Ständen zwischen den Besucher*innen und den Künstler*innen.

Der Ort an sich, der Schlosspark Lichterfelde, ist an sich auch ein geeigneter Ort für einen Kunstmarkt der Generationen – schlicht und gepflegt. In der Mitte des Parks thronte die Bühne, auf der u.a. Stepptänzer*innen von den Steps oder auch das Schlager-Duo Cindy und Norbi auftraten. Zugegebener Weise sprach das musikalische Programm eher die höheren Semester an. Es wäre vielleicht ebenfalls eine Überlegung Wert, zukünftig auch ein bunteres und breitgefächertes Musikrepertoire abzudecken, um auch ein jüngeres Publikum zu ziehen. Steptanz, Oldie-Coverversionen und Schlager haben alle an sich eine Daseinsberechtigung, aber für einen Kunstmarkt der Generationen wäre vielleicht auch der eine oder andere Programmpunkt für die U50-Generation gut gewesen. Es gab zwar eine Band vom Jugendclub, aber das riss das Ruder nicht rum.

Für Stärkungen sorgten Bratwürste, selbstgebackener Kuchen von den Aussteller*innen und Kaffee. Es ist ja ein bekanntes und beliebtes Konzept sozialer Projekte, dass selbstgebackener Kuchen für einen guten Zweck verkauft wird. Der Verkaufserlös floss in ein soziales Projekt, welches unter Schirmherrschaft des Komikerurgesteins Dieter Hallervorden steht, der sich aber leider nicht persönlich zeigte. Stattdessen gab es die obligatorischen Stippvisiten der lokalen Politprominenz.

Alles in allem ist die Idee eines Kunstmarktes der Generationen eine sehr gute. Allerdings müsste bei der Umsetzung partiell nachjustiert werden – sei es beim Rahmenprogramm oder bezüglich der Pressearbeit. Hier wurde einiges an Potential verschenkt, was sich auch in geringen Umsätzen der vertretenen Künstler*innen bemerkbar machte.

 

 

Dr. Maurice Schuhmann
Website: https://www.maurice-schuhmann.de
Autorenseite bei FB: https://www.facebook.com/Dr.phil.Schuhmann
_________________

Anm. d. Red.
Dr. Schuhmann ist promovierter Politikwissenschaftler
und Autor des philosophiegeschichtlichen Städteführers
Geistreiches Berlin und Potsdam“ (Bäßler Verlag 2021).

Der Städteführer ist erhältlich über:
https://www.baesslerverlag.de/p/geistreiches-berlin-und-potsdam

 

 

 

 

 

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„Perspektiven der Kinder und Jugendlichen machen unsere Entscheidungen besser“

[caption id="attachment_103286" align="aligncenter" width="400"] Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]   Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament. Das hat die BVV in der vergangenen Woche beschlossen. Wir dokumentieren die Rede von Johanna Martens, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, im Wortlaut: Wir haben vor anderthalb Jahren einstimmig beschlossen, ein Beteiligungsgremium für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Seitdem ist viel passiert: Es gab einen strukturierten Beteiligungsprozess, Gespräche in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und mit Fachkräften. Und vor allem mit den jungen Menschen selbst. Wir haben uns bewusst nicht vorab auf eine Struktur für ein solches Gremium festgelegt und diese den Kindern- und Jugendlichen vorgesetzt, sondern den Beteiligungsprozess ernst genommen. Das Ergebnis dieses Prozesses war eindeutig: Die Kinder und Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf wollen ein Kinder- und Jugendparlament. Das Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt, breit zusammengesetzt aus Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen. Es gibt klare Regelungen zur Repräsentanz und zur Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk. Und mit der Änderung der Geschäftsordnung integrieren wir dieses neue Gremium in unsere Arbeit in der BVV: Das Kinder- und Jugendparlament wird zu den Sitzungen eingeladen, kann eigene Anträge in die BVV einbringen und erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung, wenn Anträge abgelehnt werden sollten. Auch Rederechte sind vorgesehen. Das sind notwendige strukturelle Veränderungen, die echte Mitwirkung ermöglichen. Warum ist das so wichtig? Weil wir damit zeigen, dass wir die Anliegen junger Menschen ernst nehmen. Weil wir damit Vertrauen in die Bezirkspolitik schaffen. Und weil wir somit ganz konkret in und mit diesem Gremium etwas gegen Politikverdrossenheit tun. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass Politik über sie hinweg entscheidet, sie nicht ernst nimmt. Doch wer früh erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und Einfluss hat, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Mit diesem Beschluss heute können wir zeigen: Eure Perspektiven sind nicht nur willkommen – sie haben Gewicht. Gleichzeitig profitieren auch wir als Bezirksverordnete und der Bezirk selbst: Kinder und Jugendliche nehmen ihren Bezirk anders wahr als wir Erwachsene, haben oft einen anderen Blick auf ihren Alltag: auf Schulwege, Freizeitangebote oder öffentliche Räume. Sie sehen Probleme, die wir vielleicht übersehen würden und haben Ideen, auf die wir selbst nicht kommen würden. Diese Perspektiven machen unsere Entscheidungen als BVV besser. Deshalb geht es heute auch um Vertrauen: Vertrauen darin, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Und dass sie uns als Bezirkspolitik vertrauen können. Und es geht um Respekt: Respekt vor der Zeit, dem Engagement und den klaren Forderungen, die im Beteiligungsprozess formuliert worden sind. Ich möchte mich deshalb im Namen der Grünen Fraktion ausdrücklich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben: bei allen Kindern und Jugendlichen, die sich eingebracht haben, bei den Einrichtungen, Fachkräften und der Verwaltung, die diesen Prozess getragen haben. Sie haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute diesen Schritt gehen können.

Johanna Martens

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